Atomprogramm und Ölförderung
Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein bis der Iran im Besitz einer Atombombe ist. Diesen Eindruck gewinnt man wenn man sich die Geschehnisse innerhalb des Landes ansieht. Israel reagiert mit hektischen Gegenmaßnahmen und die Weltbevölkerung ist in höchstem Maße besorgt. Aber man ist auch erbost, denn der Iran lässt keine ausländischen Kontrollen zu und schirmt sein Atomprogramm von der Außenwelt ab.
Die Sorgen der westlichen Welt werden durch die Hasstiraden von Irans Ministerpräsindenten Mahmud Ahmadinedschad noch verstärkt, welcher regelmäßig über Israel und die USA herzieht.
Die Bedeutung des Öls für den Iran ist immens. Sagenhafte 70% aller Staatseinnahmen stammen aus der Ölförderung. Das Land ist schlichtweg abhängig vom schwarzen Gold. Es ist fast logisch, dass der Iran alles daransetzen wird seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu erhalten. Mit allen Mitteln.
Die Anwort der EU
Diese Situation war für die Europäische Union nicht mehr länger zu akzeptieren. Man hat mit umfassenden Sanktionen auf die Haltung des Iran reagiert und ein ÖL-Embargo verhängt. Außerdem wurden Konton der Iranischen Zentralbank im Ausland eingefroren. Es sind nur erste Schritte, doch sie sind wirkungsvoll. Zwar bezieht Europa nur 7% seines Öls direkt aus dem Iran, der Iran ist trotzdem erbost und lässt seinerseits die Muskeln spielen. In Teheran droht man die „Straße von Hormus“ zu blockieren. Die strategisch so wichtige Meeresenge im Persischen Golf ist für die weltweite Ölversorgung immens wichtig. Sagenhafte 25% des weltweit geförderten Öl müssen die nur 54 Kilometer breite Passage durchqueren. Auch andere arabische Förderländer wären neben dem Iran davon betroffen.
Die Antwort der USA
Die Drohung wird in den USA und der EU zwar ernst genommen, eine Sperrung der Straße von Hormus zu akzeptieren liegt den westlichen Staaten jedoch fern. Die USA hat mit verstärkter militätischer Präsenz reagiert und so die Kräfteverhälnisse klargestellt. Den Konflikt hat sie durch die Positionierung der gigantischen Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ und „Carl Vinson“ im persischen Golf jedoch nicht gemildert. Dem Iran dürfte nun klar sein, dass dem Staat, wenn er versucht die Drohung einer Blockade zu verwirklichen, der Westen nicht tatenlos zusehen wird. Schon jetzt patroullieren britische, französische und US-amerikanische Schiffe im persischen Golf. Es liegt jetzt am Iran den Konflikt ums Öl nicht eskalieren zu lassen.
Der Rest der Welt wartet nun gespannt auf die Reaktion des Iran. Man habe keine Alternative als die „Finanzquellen des iranischen Atomprogramms auszutrocknen“ betonte jüngst Außenminister Westerwelle in Brüssel. Für einen wirklich schweren Schlag gegen das Regime Mahmud Ahmadinedschad wären jedoch weitreichendere, weltweite Sanktionen notwendig. Bei Russland und China wird man diesbezüglich höchstwahrscheinlich nur auf taube Ohren stoßen, doch ein Anfang sollte im jeden Fall gemacht werden. Die Länder, welche sich nicht beteiligen, müssen sich bewusst sein, dass sie durch ihre Nichteinmischung in den Konflikt einen nuklear aufgerüsteten Iran akzeptieren. Und ein Mahmud Ahmadinedschad im Besitz einer Atombombe kann für einen demokratisch gesinnten Staat keine Alternative sein.
