Indian Diary_4: Essen

Ein sehr beliebtes Gericht in den indischen Restaurants Amerikas ist Chicken Tikka Masala (Masala bedeutet Gewürze, also der Name des Gerichtes bezeichnet dessen Zubereitung). Das sind zarte Hühnchenstückchen in einer cremigen Joghurt-Tomaten Sosse. In Cambridge (Massachusetts) wird der Gast auch gefragt, in welcher Schärfe er das Gericht wünscht, mild, mittelscharf oder ganz scharf. Hier in Delhi bei der Familie habe ich das Gericht gar nicht bekommen, sondern einmal als Takeout bestellt und alle eingeladen. Es war so scharf, dass zumindest mir die Tränen kamen. Auch die berühmten und beliebten Tandoori Gerichte gibt es zu Hause selbstverständlich nicht, weil kein Haushalt einen Tandoori Ofen hat und den dazu nötigen Keramiktopf/Pfanne. Zusammenfassend stelle ich also fest, dass die Gerichte, die zu Hause zubereitet werden, in den Restaurants nicht angeboten werden und umgedreht.

In Indien habe ich gelernt, dass es darauf ankommt, welcher Kultur die Familie angehört: grob gesagt, Menschen im Süden Indien sind zur Mehrheit Vegetarier. Deren Mahlzeiten sind also komplett fleischlos, viele von ihnen essen auch keine Eier. Sie essen dafür viele Hülsenfrüchte. Es scheint Hunderte Arten Bohnen und Linsen zu geben, eine wichtige Quelle für Protein. Selbst Spinat ist nicht nur in ein oder zwei Formen vorhanden; es gibt beispielsweise grünen und roten Spinat, der gekocht werden kann, mit Käse vermischt (Saag Paneer) oder mit anderen Gemüsearten. Möhren sind in Indien rötlicher, sehen Roter Beete ähnlich. Satt wird man ohne Fleisch trotzdem. Wir probieren ein typisch südindisches Gericht in einem Restaurant mit dem treffenden Namen Banana Leaf aus. Es gibt dort Dosa, sehr grosse Eierkuchen aus Reispaste oder Dalpaste, die tatsächlich auf einem Bananenblatt serviert werden. Dazu gibt es eine Auswahl an Füllungen: joghurtähnlich mit Gewürzen, Kartoffelstückchen, rote Paste, wahrscheinlich aus Chilischoten. Wirklich interessant und nach zwei der Riesenrad-Eierkuchen ist man abgefüllt

Die indischen Nicht-Vegetarier essen viel Fisch. Es gibt so viele Sorten, von denen ich nicht mal die Namen kenne – jeden Tag lerne ich eine neue Speise kennen. Die Inder lieben Abwechslung, mischen ihren Fisch mit Gemüsegerichten wie Blumenkohl, Auberginen und Kartoffeln oder machen eine Fischsuppe. Während meines Aufenthaltes wird sogar ein lebender Fisch gekauft, ein Wels, in eine Plastiktüte gesteckt und nach Hause gebracht. Beim „Verlagern" vom Beutel in einen Topf mit Wasser schafft es der Arme, rauszuspringen und auf dem Fußboden herumzuschlingern. Es hilft natürlich alles nichts, er wird mit Hilfe mehrerer Leute und Küchenlöffel eingefangen und im Topf gehalten, bis seine Zeit heranrückt.

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