Mit dieser Erkenntnis überraschte mich eines Tage einer meiner Klienten. Begonnen hatte unser Coachinggespräch mit der Klage, dass es in einem Land mit 4 Millionen Arbeitslosen überhaupt keinen Sinn mehr macht an "Zukunft", "Arbeitsplätze", "Familiengründung" etc. zu denken.
Wir sprachen natürlich über seine spezifische Situation, und ich sorgte dafür, dass wir nicht immer wieder auf die "allgemeine Lage" zu sprechen kamen, die "hoffnungslos" sei. In der "die Politiker" auch nichts mehr richten können usw.
Solange man über das schrecklich große Universum spricht, ist man eben nicht bei sich. Ähnlich verhält es sich mit dem Gebrauch des Wortes "man". Auf die Frage, wie es denn im Urlaub war, antworten einige Menschen gerne auf folgende Art und Weise: "Man war in Mallorca" – "Und was hast Du da gemacht?" – "Naja, was man auf Mallorca halt so macht. Man geht an den Strand…" Schrecklich, ich erfahre nie, was er selbst wirklich für einen Urlaub erlebt hat!
Nachdem ich meinen Kunden mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass er gar nicht über seine spezifische Situation sprach, und wir deshalb auch gar nicht sein Problem in den Griff kriegen würden, fiel bei ihm der Groschen.
Er deklarierte, dass er schließlich nur einen einzigen Arbeitsplatz brauchte, und das Gespräch wurde wie urplötzlich konstruktiv. Wir konnten nun darüber reden, wie er ganz konkret und in einem Schritt nach dem anderen vorgehen würde, um genau das zu erreichen.
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Manchmal ist es aber auch umgekehrt: Man sieht den einzelnen Baum nicht mehr vor lauter Wald!!
Ihr Detlef Scheer
