Hilfe, mein Kind ist in der Pubertät: Warum Kinder immer früher erwachsen werden

Das Abhängen mit Freunden ist meist der einzige Wunsch bei Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren. Eltern, die ihre Kinder mit strengen Regeln zur Ordnung rufen möchten, beißen sich daher oft die Zähne aus. Die Zeit der Pubertät ist anstrengend – anstrengend für Eltern und die betroffenen Jugendlichen.

Vor kurzem noch niedlich, jetzt einfach nur anstrengend

Gestern lieb, süß und anhänglich und heute unangenehm und unbeherrscht? Genau so sieht es bei einer Vielzahl von Jugendlichen aus. Viele Eltern leiden unter den unkontrollierten Wutausbrüchen ihres pubertierenden Kindes, das es sich zudem nicht nehmen lässt, bei jeder Gelegenheit die Tür zuzuknallen oder bei jeder Kleinigkeit die Stimme zu erheben. Tatsächlich ist es jedoch so, dass häufig gar nicht die Kinder das Problem sind, sondern die Eltern, die kein Rezept dafür finden, wie man am besten mit dem frechen und streitlustigen Nachwuchs umgehen kann.

Pubertät geht auch ohne Probleme

Wie rau das häusliche Klima während der Pubertät der Sprößlinge wird, hängt immer von der bis dato erfolgten Erziehung ab. Jetzt das nachholen zu wollen, was in der Vergangenheit versäumt wurde, ist leider ein sinnbefreiter Plan. Für die Heranwachsenden ist der Übergang zum Erwachsenenalter eine sehr schwierige Phase: Das Gehirn wird auf Loslösung programmiert, die Kindheit muss verabschiedet und körperliche Veränderungen verarbeitet werden. Eltern sollten hinnehmen, dass sie vom Nachwuchs auch mal angebrüllt werden – dieser muss für sein späteres Leben lernen, sich zu behaupten und dann aber auch Kompromisse zu schließen. Gepeinigten Müttern und Vätern hat die Natur für diese Jahre leider keine Bewältigungsstrategie mitgegeben: Einen biologischen Mechanismus, der ihr Nervenkostüm in dieser Phase robuster werden lässt, gibt es leider nicht. Atemübungen, die Sie gelassener machen, können jedoch helfen.

Früher ging es später los

Heranwachsende kommen heute etwa vier Jahre früher in die Pubertät als noch vor 150 Jahren. Während Mädchen in diesem Jahrzehnt mit durchschnittlich 13 Jahren ihre erste Menstruation bekommen, war dies damals erst mit 17 der Fall. Wie Studien der Universitäts-Klinik in Kopenhagen ergaben, setzt sich dieser Trend auch weiter fort. Der genaue Auslöser für den Beginn der Pubertät ist Wissenschaftlern allerdings bis heute unklar. Sicher ist nur, dass der Prozess im Gehirn beginnt: Die Nebenniere stimuliert die Nervenzentren in der Hirnanhangsdrüse. Anschließend werden Hormone abgesondert, die auf die Keimdrüsen wirken, wodurch Östrogen und andere Geschlechtshormone den Körper überschwemmen. Es dauert nicht lange, und ein Wachstumsschub setzt ein, die Körperbehaarung sprießt, bei Mädchen wächst die Brust und sie bekommen ihre erste Regelblutung. Bei Jungen wächst der Kehlkopf und ihre Stimme wird immer tiefer.

Warum der Eintritt in die Pubertät immer früher passiert, weiß man bislang nicht. Allerdings gibt es Überlegungen, dass die Ernährung Einfluss habe. Indem Kinder schon früher Fettgewebe ansammeln, kommen die Hormone in Wallung. Auch chemische Auslöser werden in der Fachwelt diskutiert. Weichmacher in Plastikflaschen und Co. enthalten Östrogene, die die Pubertät ebenfalls vorantreiben könnten.

Foto: Thinkstockphotos, iStock, 508421787, gpointstudio

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