Heilige Astronomie und Pluto

Der 43jährige Funes, der bereits Mitarbeiter der Sternwarte in Castelgandolfo war, löste am vergangenen Samstag seinen 73jährigen Vorgänger, den amerikanischen Jesuiten P. George Coyne ab.

Funes sagte in einem Interview mit Radio Vatikan, er sei stolz darauf, dem Jesuitenorden anzugehören, der eine lange Tradition in der Astronomie habe. Der Dienst der vatikanischen Astronomen sei ein spezieller Auftrag. Sie seien dazu berufen, Forscher zu sein, den Dialog zwischen Glauben und Wissenschaft voranzubringen – und das in der Terminologie der Wissenschaft.

Eines der Probleme, die Glaube und Wissenschaft miteinander zu erörtern hätten, ist Folgendes: Pluto ist kein Planet mehr. Ob man das auch von den vatikanischen Observatorien in Castel Gandolfo und in Tucson, Arizona sehen kann?

Die International Astronomical Union hat Pluto überraschend den Planetenstatus aberkannt. Der neuen Definition zufolge gibt es nur noch acht statt neun Planeten. Dafür gibt es jetzt aber "Zwergplaneten". Dazu gehören neben Pluto auch Ceres und 2003 UB irgendwas. Die sind aber eigentlich gar keine Planeten.

Seit Millionen von Jahren fliegt Pluto nun schon um die Sonne – über die genaue Dauer sollen sich die Astronomie-Eierköpfe kümmern. Aber darf man das eigentlich? Darf man einem Objekt, dass man selbst nicht gemacht hat und das so weit weg ist, wie Pluto einfach den Planetenstatus aberkennen? Darf man aus neun Planeten acht machen? Ändert sich dadurch nicht einiges am bzw. im Himmel?

Gerade sprach ich mit einem Kollegen darüber, dass es keine neuen großen revolutionären Theorien mehr gäbe. Die Arbeit der Wissenschaftler richtet sich zunehmend auf immer kleinere Spezialprobleme. Die großen Entwürfe, die unser Weltbild und unsere Sicht der Dinge verändern, sind rar geworden. Wir dringen immer tiefer in die Wirklichkeit vor, aber sie bleibt sich irgendwie gleich.

Und jetzt soll Pluto kein Planet mehr sein – per Definition und nur weil er eine Menge Schutt um sich herum hat – anders als seine "ehemaligen" Planetenkollegen. Abstieg aus der ersten Liga per Gerichtsbeschluss. Aus neun werden acht.

Das ist in der Tat eine neue Sicht der Dinge. Aber irgendwie bleibt Pluto doch der Selbe. Hat sich durch die Neudefinition die Wirklichkeit geändert? Ich denke nein. Am Himmel und im Himmel wird sich dadurch nichts ändern.

12 Meinungen

  1. Eigentlich war von vornherein klar, dass auch bei den MMORPG’s irgendwann die spielerische Entwicklung den Bach runtergehen würde und die meisten Entwickler sich nur noch auf Grafik und „Turbosuperfeatures“ konzentrieren würden. Das der Spielspass dabei irgendwann auf der Strecke bleibt ist dabei eher Nebensache für die Entwickler. Hauptsache die Gewinne stimmen, und wenn es noch so kurzfristig ist. Ich selbst sehe z. B. WOW nicht wirklich als Vorbild-MMORPG an, welches sich andere Entwickler als Beispiel nehmen sollten. Klar gibt es gute Ideen in WOW, welche aber teilweise mehr als Oberflächlich umgesetzt wurden. Klar ist die Grafik toll, aber kein Content ab Maximalstufe außer immer wieder die selben Battlegrounds bzw. Duegons abklappern wiegt die Grafik auch nit auf. WOW war mir nach 4 Monaten spielen dermaßen langweilig geworden, dass ich meinen Account an den Nagel gehängt habe. Genau so wird es auch mit vielen anderen „neuen“ MMORPGs geschehen die sich in diese Richtung orientieren.

  2. Na ja, es gibt ja auch noch erfrischend andere Online Rollenspiele. Als ein Beispiel sei da das Kunstprojekt „The endless Forest“ ( http://tale-of-tales.com/TheEndlessForest/ ) genannt. Da man als Hirsch nicht reden kann, kann man in dem „Spiel“ zB. auch nicht chatten. Allerdings gibt es kein Ziel und auch keine Quests. Man ist halt ein Hirsch und Hirsche sind selten Helden. Die Probleme bei Film-MMORPG’s sehe ich darin, dass die Spieler wahrscheinlich den Anspruch haben, ihre Helden zu spielen und nicht nur irgendeinen aus dem Fußvolk. Bei Star Trek und Star Wars funktioniert das wohl noch, aber bei Pirates?Der wichtigste Faktor eines MMORPG’s ist wohl die Welt, und die muss einfach ständig ausgebaut werden, denke ich.

  3. Die Hirschsimulation hab ich auch schon mal gesehen, aber das ist natürlich ein absolutes Nischending. Die Frage ist ja, wohin die „kommerzielle“ Zug fährt. Die Filmlizenzen bieten zumindest eine Atmosphäre (sofern das Game ordentlich gemacht ist – Matrix Online zeigt ja, wie man auch das noch vermasseln kann), da muss man noch nichts wirklich neues bringen. Aber die neuen MMOs sehen mir spielerisch tatsächlich grade sehr gleich aus, das Prinzip ist immer das selbe, an dem anscheinend nur variiert wird.

  4. Und plötzlich, eines Tages, ist Jesus per Dogma zum Gott geworden, nachdem er so lange Jahrhunderte einfach nur Jesus, der Prophet gewesen war. Darf man das? Einem Menschen einfach einen Status zuerkennen? Aufstieg an die Spitze der ersten Liga per Konferenzbeschluß, per Definition? Darf man aus einem Gott drei machen oder aus dreien einen Gesamtgott? Hat sich durch die Neudefinition die Wahrheit und Wirklichkeit geändert? Ich denke auch: nein.

  5. Chefarztfrauenfreund

    Keine Frage: Astronomen sind Eierköpfe.Sagt ein Pfarrer.Pfarrer ja nicht, nicht?

  6. @ Sowieso:Eine verblüffte Frage von mir: Sie schrieben: „nachdem er so lange Jahrhunderte einfach nur Jesus, der Prophet gewesen war“. Welche Jahrhunderte waren das?Gibt es aus diesen auch historische Quellen oder existieren diese Jahrhunderte nur in Ihrer Phantasie?Man kann ja gerne darüber diskutieren, ob Jesus nur ein einfacher Prophet war, den seine Jünger dann erst aufgrund der „Ostererfahrung“ für Gott hielten. Aber was Sie sich hier ausdenken, da geht nicht nur Ihre Phantasie, sondern auch Ihre Sprache mit Ihnen durch (Was sind denn dann „kurze“ im Unterschied zu ihren „langen“ Jahrhunderten???).Sehr amüsant!

  7. @Knut Nippe jun.:Ja, gerne zugegeben: als ich die Formulierung mit den „langen“ Jahrhunderten schrieb, war mir das lange Gespräch Reinhold Beckmanns mit Joopi Heesters bereits 7 Tage lang (!) im Gemüt herumgespenstert, so dass ich unter diesem Einfluss wahrscheinlich unbewusst meine Überlegungen mit einbrachte, als „wie lange“ so ein Jahrhundert von einem Menschen, der es komplett durchlebt hat, wohl empfunden würde. Auch sagt man sogar: 1 Sekunde lang und nicht eine Sekunde kurz. Grundsätzlich kann ja eine Sekunde beim Zahnarzt relativ lang werden oder umgekehrt, wenn man zum Zug rennen muß, relativ kurz sein. Ist halt alles relativ. Und erstrecht die Länge eines Jahrhunderts, ob finstestes Mittelalter oder freies Leben in Saus und Braus macht da sehr wohl einen Unterschied in der gefühlten Länge, so gesehen, nicht wahr? Nein, aber ansonsten haben Sie natürlich Recht, was meine Formulierung betrifft. Apropos, sind Sie zufällig Germanistiklehrer? Nicht Jesus selbst war Jahrhunderte lang ein Prophet, nicht 10 x Joopi Heesters Lebenszeit lang, selbstverständlich! Ich meinte natürlich eher zunächst die lange Vorlaufzeit, in welcher die Juden schon einen besonderen Messias, einen Gesalbten, erwartet hatten, einen mit Gottes Geist begabten Propheten oder König, z.B. in der Nachfolge des Hauses David. Jesaja 9,1-6 gilt (laut Wikipedia) als erste echte messianische Weissagung schon um 730 vor Christus. Im Jahr 325 nach Christus brachte Konstantin zumindest vorübergehend verschiedene rivalisierende Gruppierungen am Konferenztisch in Nicäa beinahe unter einen Hut mittels einer Formulierung, in der Jesus als „homousios“, als „gleichen Wesens“ mit Gott Vater bezeichnet wurde. Bis zum heutigen Tag gibt es da innerhalb der verschiedenen Religionen /Judentum, Islam, Christentum große Unterschiede in der Statusauffassung Jesu. Da nun ausgerechnet Jesus dieser lange ersehnte und prophezeite Messias gewesen sein soll, und er dann auch noch zum Gott daselbst erhoben wurde, nahm das Ganze also insgesamt zeitlich gesehen -von der ersten Erwartung und Messiasprophezeiung an bis zur heute immer noch unentschiedenen Auffassung seines Gottesstatuses hin- ungefähr von 730 vor Christus bis 2006 nach Christus in Anspruch. So meinte ich das also mit den langen Jahrhunderten. Na gut, vielleicht war’s ein typischer Ausdruck weiblicher Logik unter Überspringung der erklärenden Einzelheiten. Letztere haben Sie ja jetzt. Freut mich trotzdem sehr zu sehen, mit welch geringen Mitteln sich ein Mann doch manchmal amüsieren lässt! 😉

  8. Aber, aber! Der Nikolaus ist sowas von un-evangelisch!Außerdem kommt der am 06.12. Auch zu evangelischen Kindern!Bei uns in Niedersachsen – wie auch woanders -werden von den katholischen Gemeinden am 11.November wundervolle Martinsumzüge organisiert, zu Ehren und zum Gedenken an die Grablegung des hl. Martins. Da sind Mann und Maus mit Laternen und singend unterwegs. Oft werden diese Umzüge von einem Reiter angeführt, der an die überlieferte Mantelteilung erinnern soll.Bei uns evangelischen ( mit der Reformation hatte sich die Heiligenverehrung erledigt ) ist am 10. November „Martinstag“ ( Geburtstag von Martin Luther ). Da gehen die Kinder von Haus zu Haus, singen und bekommen etwas Süßes. Wenn wir Glück haben, singen sie schön und ansonsten bekommen sie auch was, denn auch der gute Wille zählt. Da der November traditionelle Laterne-Geh-Zeit ist, sind auch evangelische Kinder mit Beleuchtung unterwegs.Aber – dem Himmel sei Dank – ist das Ganze konfessionsübergreifend. So sind meine evangel. Kinder am 10.Nov. mit kathol. Freundinnen durch unser Dorf gezogen und am 11. Nov. haben die kathol. Freundinnen sie mitgenommen zum Umzug, der in der Stadt stattfindet.Aber trotzdem sollten wir langsam an Weihnachten denken!!!!!!

  9. Hallo! Ich komme aus Unterfranken und ich hab keine Ahnung, was ein Pelzmärtel ist. Meine Kindergartenkinder laufen um die Martinszeit zusammen mit dem ganzen Kindergarten, Eltern, Großeltern und Freunden mit Laternen durch das Dorf. Die Martinslegende könnt ihr in meinem Blog lesen.Nikolaus gibts hier auch für jedes Kind. Und natürlich ist der Bischof Nikolaus katholischen Ursprungs :-).

  10. Klar ist er katholischen Ursprungs, der Nikolaus, das hat ja keiner bezweifelt, es sollte nur ein Vergleich sein. Der Pelzmärtl ist ein etwas dunklerer Geselle, der die Kinder entweder mit Süßigkeiten belohnt oder aber mit der Rute bestraft (symbolisch natürlich – um nicht missverstanden zu werden). Es gibt mehrere Ansichten darüber, woher der vor allem in Franken beheimatete Brauch kommt: entweder ist es ein dunkler Geselle, der den St. Martin begleitet – ähnlich Knecht Rupprecht oder dem österreichischen Krampus beim Nikolaus oder aber es ist St. Martin selbst – der Pelz Martin (Pelz(er)märt(e)l), der Martin also, der seinen Pelz teilte. In evangelischen Gegenden ist er in der Regel bekannt. Es gibt auch die These, dass er dazu hergenommen wurde, die katholische Heiligenverehrung nicht weiter zu unterstützen. Aber, auch wenn meiner Meinung nach die alten Bräuche weitergegeben werden sollten, in erster Linie sollen sie das Jahr etwas einteilen und Spaß machen. Egal ob evangelisch, katholisch oder sonstwas.

  11. Sehr schön geschrieben, dabei ist es ja wirklich so das rollenspiele im Internet eine immer größer werde rolle einnehmen wird. Sieht mal auch bei Konsolen Sprich PS3 Home. Hoffe nur das wir nicht bei alle nur noch in virturielle welten rum laufen. 😉

  12. Eigentlich ist es interessant, wie sich die Geschichte seit deinem Artikel aus dem Jahr 2006 entwickelt hat. Wenn man sich die aktuellen Kinofilme anschaut, z.B. Avatar oder Surrogates weiß man ja wo die Entwicklung mal hingehen wird. 😉

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