Hauptschulabschluss. Und dann?

Rund 30 Prozent eines Jahrgangs beenden die Schule mit einem Hauptschulabschluss, sie sind zu diesem Zeitpunkt 15 oder 16 Jahre alt. Doch
laut dem Bildungsbericht beträgt das Durchschnittsalter bei Beginn der
Berufsausbildung fast 19 Jahre. Was passiert in diesen drei Jahren?
Das Deutsche Jugendinstitut befragte von März 2004 bis November 2005 in halbjährigen Abständen 1.722 Hauptschüler im letzten Schulbesuchsjahr der Hauptschule nach ihrer Herkunft, ihren Schulerfahrungen, ihren Bildungs- und Ausbildungszielen und ihren Plänen für die Zeit unmittelbar nach Ende des laufenden Schuljahres.

Im März 2004 plante noch jeder zweite Hauptschüler eine Ausbildung zu beginnen. 15 Prozent wollten mit Hilfe einer Berufsvorbereitung die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen. Zwei Prozent wollten als Ungelernte arbeiten. Die Übrigen (33 Prozent) hatten das Ziel, weiter zur Schule zu gehen, um so bessere Abschlüsse zu erwerben.

Im Herbst sah alles ein wenig anders aus: nur einem Viertel der Hauptschülerschüler war der Übergang in die Berufsausbildung gelungen. Insbesondere Jugendliche aus Zuwandererfamilien schafften diesen Schritt nur selten. Die meisten der Befragten (35  Prozent) gingen weiter zur Schule. Zehn Prozent waren noch im November 2004 weder in der Schule noch in Ausbildung oder Arbeit. Ein Viertel der Jugendlichen begann eine Berufsvorbereitung. Hier waren junge Migranten deutlich überrepräsentiert.

Die Untersuchung zeigt weiterhin: Wer es einmal in die Berufsausbildung geschafft hatte blieb auch dabei. 90 Prozent derjenigen, die im November 2004 in einer Ausbildung waren, befanden sich auch ein Jahr später noch immer dort. Weiter zur Schule gehen, scheint ein erfolgsträchtiger Weg. Die meisten, die diesen Weg eingeschlagen haben, sind ein Jahr später noch immer dabei. Und wer mit verbessertem Abschluss einen Ausbildungsplatz suchte, hatte relativ gute Karten.

Der Umweg über eine Berufsvorbereitung hatte für einen Teil der Jugendlichen erst einmal problematische Folgen. Zwar schaffte ein gutes Drittel nach der Berufsvorbereitung den Sprung in die eigentliche Ausbildung, ein weiteres (knappes) Drittel allerdings war ein Jahr später wieder in einer Berufsvorbereitung. Und für 15 Prozent der Jugendlichen folgte auf die Berufsvorbereitung sogar die Arbeitslosigkeit. Für diese Jugendlichen war die Berufsvorbereitung also entweder eine unergiebige Warteschleife oder hat ihre Ausbildungschancen eher verschlechtert.

(via idw)

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