Haifisch ohne Zähne

Der evangelische Kirchentag soll kein Kuschelkirchentag werden. Darum wirbt die evangelische Kirche mit einem Haifisch-Symbol für den Kirchentag 2007 in Köln. Das Motiv verwendet das alte Erkennungszeichen der Urchristen, dem per Graffiti eine orangefarbene Haifischflosse auf den Rücken gemalt worden ist. Das Motiv soll das Ziel des Kirchentags verdeutlichen: eine Schärfung des christlichen Profils. "Kritische Geister, Störer, Protestanten im ursprünglichen Sinn" seien willkommen, so der Kirchentagspräsident Reinhard Höppner.

Das griechische Wort für Fisch lautet ICHTYS, und dessen Buchstaben sind die Abkürzung für das Urchristliche Bekenntnis „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter (der Welt)". Der Fisch stammt aus einer Zeit, als sich die junge Kirche staatlicher Verfolgung ausgesetzt war, weil sie im Wiederspruch zur römischen Staatsideologie stand

Der Hai nehme Bezug auf das Kirchentagsmotto "Lebendig und kräftig und schärfer", erläuterte Kirchentagspräsident Höppner. Das Zitat aus dem Hebräerbrief sei wie das gesamte Wort Gottes nicht alt und verstaubt, sondern scharf. Der Kirchentag solle "fromm und weltoffen zugleich" werden, so Höppner. Präses Nikolaus Schneider von der gastgebenden rheinischen Landeskirche sagte, Christen seien in der heutigen Zeit als "Haie gefragt – und nicht als Zierfische".

Auf dem Kirchentag in Köln soll es in etwa 3.000 Gottesdienste, Diskussionen, Vorträge und Bibelarbeiten vor allem um die Themen Mensch, Gemeinschaft und Welt gehen, erläuterte die Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär. Im Mittelpunkt stünden die spirituelle, seelische und körperliche Identität des Menschen, Fragen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens sowie die globale Perspektive der Welt.

Die evangelische Kirche ist aber zur Zeit nur noch als ein Zierfisch wahrnehmbar, der seinem Anspruch auf gesellschaftliche Relevanz kaum nachkommt. Worin soll das geschärfte christliche Profil bestehen, fragt man sich. Die wenigen prominenten Bischöfe und Bischöfinnen mühen sich redlich, aber wer nimmt sie war. Papst Ratzinger wird dagegen gehört, wenn er Stellung nimmt gegen den Krieg im Libanon. Als George Bush eine evangelische Kirche in Strahlsund besuchte, war von den Haien wenig bis gar nichts zu sehen. Und wen interessiert es, wenn Bischof Huber gegen Experimente mit Stammzellen ist.

Zeitgleich zum Kirchetag findet in Heiligendamm der G8-Gipfel der führenden Industriestaaten statt. Die Generalsekretärin Ueberschär kündigte an, es werde wie beim Kirchentag
2005 in Hannover einen Global Network Congress unter dem Titel "The Power of Dignity" (Die Macht der Würde) geben. Die Themenstellung solle dem G8-Gipfel verdeutlichen, dass die Würde des Menschen und der Schöpfung Leitlinie allen politischen Handelns sein müsse. Ich bezweifle auch, dass man in Heiligendamm etwas davon aus Köln vernehmen wird. Der letzte Kirchentag in Hannover war eine schöne bunte – Party, von der kaum ein gesellschaftlicher Impuls ausgegangen ist. Ich fürchte, dem Haifisch werden auch diesmal die Zähne fehlen.

Zum 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 6. bis 10. Juni 2007 werden 100.000 Dauerteilnehmer erwartet.

12 Meinungen

  1. Das stimmt leider! Aber von Ihnen kommen überhaupt keine Neuigkeiten oder Provokationen. Sie scheinen schon in Rente zu sein. Hier mal drei Anregungen:1.) Das Neue Testament endgültig abschreiben. Es ist ein Stück schlechte Literatur, die bestenfalls historische Bedeutung hat. Schreiben Sie Tagebücher oder Enzykliken wie die geniale „Deus Caritas Est“ von Benedikt XVI.2.) Solange Schwulenehe und Kinderbetreuung für berufstätige Mütter das Zentrum des Engagements Evangelischer Kirchen bilden, wird es keine Aufmerksamkeit geben. Verteilen Sie Flugblätter gegen Israel! Predigen Sie gegen den Krieg gegen den Libanon!3.) Erzählen Sie doch etwas von SICH, von Ihren Kindern, Ihren Begegnungen. Sie sind kein Essyist.

  2. Chefarztfrauenfreund

    Sie verwechseln da was, aber das ist auch kein Wunder, denn Sie haben vermutlich keine Aders für das, was da schäbig rüberkommt in Ihren Texten.Glaubensblog ist nämlich nicht notwendigerweise mit Werbung für eine Konfession oder aber konstruktiver Kritik und demonstrativer Überzeugtheit gelichzusetzen. Insofern schreiben Sie maximal zum Ärgernis von Vielen und fastz alle ignornieren Ihre Inhalte und halten Sie bestenfalls für etwas eingeschränkt…Selbstverständlich entspricht der Auftritt des organisierten Protestatntismus ihrer Relevanz, die eben fast Null ist.Wäre Ihnen die amerikanische Variante mit massig bigotterie und einem eigenen Präsidenten lieber? Ich vermute fast: leider ja.

  3. Kleiner Hinweis: Der Link produziert eine Fehlermeldung.Als evangelische Christin mit eher traditionellen Vorstellungen davon, was Kirche sein sollte, die es aber wie die alle anderen auch nicht schafft, ihren Hintern sonntags morgen sin die Kirche zu bewegen, sollte ich eigentlich lieber meine Finger von der Tastatur nehmen, aber anyway.Keine Kuschelveranstaltung, mehr Profil zeigen – das klang für mich erstmal ganz positiv. Aber schon beim Kirchentagsmotto überfallen mich die alten Zweifeln: Warum nur ein Teil des Verses? Und zwar so ausgewählt, dass gerade die christliche Botschaft abgeschnitten wird? Warum kommt da nicht Gott vor? So klingt das Ganze doch auch wieder wie die ‚zigste von irgendwelchen Lobby-Gruppen in Auftrag gegebene Headline: Du bist Deutschland, Land der Ideen und wie der Schmutz so heißt. Kein Wunder, dass Botschaften aus der offiziellen evangelischen Kirche nicht besonders wahrgenommen werden. Warum auch? Wohlmeinende diffus sozialliberal bsi sozialdemokratische Äußerungen gibt es ja nun zuhauf. Das ist die katholische Kirche für die öffentliche Wahrnehmung doch dankbarer: starke Meinungen, die konziliant im Ton, aber fest in der Aussage vertreten werden, wobei der Glaubenskontext immer präsent bleibt. Und natürlich die Show, das liebt die Kamera.Das „wir“ sowas nicht zu bieten haben, sollte uns aber nicht davon abhalten, dass eine oder andere vom Papst zu lernen: theologische Argumentation oder besser Argumentation aus dem Glauben heraus zum Beispiel. Und das in einer angemessenen Form – nicht anbiedernd an den angeblichen Zeitgeist, nicht unterkomplex, nicht engagierte Christen-evangelen-Sprech. (Lob für das Blog: Den gibt’s hier auch nicht! Super!) Und warum sich auf einem Kirchentag nicht mal richtig theologisch oder sonstwie in die Haare bekommen? Über das, was ein evangelisches Profil in der gegenwärtigen Situation wohl wäre.

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  5. Auch ich war nach meiner Scheidung auf solchen Seiten unterwegs, um den Partner fürs Leben zu finden. Mir fehlte als alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern und voll berufstätig einfach die Zeit am Abend in Irgendwelchen Lokalen rumzusitzen und nach Männern Ausschau zu halten. Und wenn ich das mit meiner Single-Freundin einmal tat, dann war das auch nicht von großer Ausbeute. Ich wollte nicht den Mann für eine Nacht, sondern den für ein Familienleben. Also hab ich mich nach getaner Arbeit am Abend an den PC gesetzt und Kontakte übers Netz geknüpft. Leider gibt es bei diesen Plattformen auch viele schwarze Schafe. Verheiratete Männer, Twens auf der Suche nach Erfahrungen mit älteren Frauen im Bett…..and so on. Aber nichts für ungut. Nach nur 4 Monaten Friend Scout Profil und 3 misslungenen Dates habe ich meinen jetzigen Mann gefunden……..es gibt eben doch für jeden Topf den richtigen Deckel 🙂

  6. Hallo,ich habe eine kurze Frage: hat hier schon jemand Erfahrungen mit DateDinner.com gemacht?Ist wohl eine neue Dating Seite (Für Köln und Düsseldorf), bei der man sich mit anderen zum Essen verabredet.Ich fand die Idee ganz interessant, sich mit anderen nach der Arbeit oder in der Mittagspause zum Essen zu verabreden.Würde mich freuen wenn mir jemand von seinen Erfahrungen berichten könnte.Danke schon mal.Hier noch der Link zur Seite:www.DateDinner.comMit freundlichen GrüßenMarcus Müllerhttp://www.DateDinner.com

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  8. Hallo Ja ich denke auch die Schweizer stehen hoch im Kurs. (Gemäss einem Bericht eines der grössten Käseblätter des Landes) Vielleicht liegt die Lösung in unserer sogenannten zurückhaltenden Art im ‚realen Leben’Sind dann wohl die Italiener die schlechtesetn Nutzer solcher Services?Oliversusiundstrolch.kaywa.chsusiundstrolch.kaywa.ch

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  10. 18 Prozent kann ich mir zwar kaum vorstellen, aber Partnersuche über das Netz scheint in der Tat ziemlich angesagt zu sein. Ich habe vor kurzem sogar irgendwo einer Studie entnommen, dass Partnerschaften aus Online-Bekanntschaften länger halten sollen als Offline-Bekanntschaften.

  11. Genauso! Deshalb haben die Deutschen mehr Chancen den Traumpartner zu finden, weil sie so viele Seiten besuchen und alle Möglichkeiten ausnutzen. Aber das ist noch keine Garantie dafür. Vor allem ist es die Aufgabe der Seite die Kontaktaufnahme auf bessere Weise zu organisieren. Wenn der Administrator der Seite alles berücksichtigt, was seine User während der Suche erhalten möchten. Das sind gerade Dienstleisungen, die er zur Verfügung der Kunden stellen muss. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich auch eingestehen, dass der Administrator dafür sorgen muss. Aber manchmal kann er selbst und allein nicht machen. Dazu gibt es Kompanien, die ihm Software verkauft haben und dabei ihn mit allen zusätzlichen Modulen und Services versorgen können. Der Benutzer der Seite möchte alles fertiges schon bekommen und sich keine Gedanken machen, was er sekbst machen muss, wenn es auf der Seite nicht gibt.http://www.pilotgroup.net/

  12. Im Grunde genommen ist das ne super Story, ich bin mir nicht sicher, ob dies auch dauerhaft brauchbar ist!

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