Gebärdensprache – So können auch Babys sich verständigen

Mit einem sechs Monate alten Baby kommunizieren – geht das überhaupt? Forscher und Anbieter von Kursen für Babyzeichensprache sind davon überzeugt: Babys, die noch nicht sprechen können, und Eltern können sich mithilfe von Gebärden verständigen. Doch ganze Unterhaltungen sind dabei nicht möglich. Vorrangig geht es dabei um wichtige Informationen.


Einfache Informationen übermitteln

Zu diesen wichtigen Informationen gehören Dinge wie Licht an- und ausschalten, essen, trinken, schlafen. Mit einfachen Handzeichen können bereits kleinste Kinder, die sonst nur brabbeln, sich über diese Dinge verständigen. Auch „Mama“ und „Papa“, „nochmal“, „weg“ oder verschiedene Tiere, Lebensmittel und Verkehrsmittel können durch Gesten kenntlich gemacht werden. So können Eltern ihre Babys zum Beispiel darüber informieren, dass sie das Licht ausschalten werden oder dass sie nur noch eine Runde spielen werden, bevor es ins Bett geht. Andersherum können Babys durch die Gebärdensprache Erwachsene in ihre Welt nehmen und zeigen, worüber sie sich Gedanken machen. Beispielsweise, wenn sie einen Vogel zwitschern oder ein Auto fahren hören oder etwas anderes entdecken, das ihnen bekannt vorkommt.

Mit viel Geduld zum Erfolg

Kurse für Baby Signing, wie die Gebärdensprache für Babys auch genannt wird, sind schon seit längerem in Amerika und Skandinavien populär. In Deutschland gibt es solche Angebote vor allem in Großstädten. Experten warnen aber: Übereifrig sollten Eltern mit ihren Kleinen nicht sein. In zwölf Wochen sind Babys ab einem Alter von sechs Monaten in der Lage, 75 Gebärden zu lernen. Für komplette Gespräche sind diese Gesten natürlich nicht geeignet und die kognitiven Fähigkeiten der Babys noch nicht ausgeprägt genug. Es geht vor allem darum, Frustrationen durch Missverständnisse zu vermeiden und Aufmerksamkeit füreinander zu entwickeln.

Ob das frühe Erlenen von Gebärden Vorteile für die sprachliche Entwicklung oder die Intelligenz der Kinder im Allgemeinen hat, ist noch ungeklärt. Fachleute sind sich aber einig, dass die Gebärdensprache unbedingt von der Lautsprache, also dem gesprochenen Wort, begleitet sein sollte, damit die Kinder später das Sprechen einfacher lernen können. Wenn dann konsequent in einem Kurs und zu Hause mit der Gebärdensprache kommuniziert wird, ist das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit nach einiger Zeit auch in der Lage, sich damit zu verständigen.


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