G20-Skandal: Berliner Polizisten nach Saufgelage vorzeitig zurückgeschickt

G20-Skandal: Berliner Polizisten nach Saufgelage vorzeitig zurückgeschickt

Hamburg bereitet sich gerade mit vereinten Kräften auf den G20-Gipfel Anfang Juli vor. Nun erschüttert ein erster Skandal das Gipfeltreffen bereits vor dem offiziellen Beginn. Mehr als 220 Berliner Polizeibeamte aus drei Einsatzhundertschaften wurden nach angeblichen Alkohol-Exzessen, gezückten Dienstwaffen und Geschlechtsverkehr von ihren Hamburger Kollegen vorzeitig nach Hause geschickt. Was ist genau passiert und was sagen die Beteiligten dazu?

Fakten zum Vorfall

Um im Rahmen des G20-Gipfels die Sicherheit in der Stadt und chaotische Zustände durch Demonstrationen, Kundgebungen und Proteste während der brisanten Tage am 7. und 8. Juli 2017, in den Griff zu bekommen, unterstützen bis zu 15.000 Polizisten aus sämtlichen Bundesländern ihre Kollegen in Hamburg – darunter 500 Berliner Beamte.

Die männlichen und weiblichen Polizisten aus Hauptstadt waren seit dem 25. Juni 2017 in einem ursprünglich für Flüchtlinge errichteten Containerdorf in Bad Segeberg nordöstlich der Großstadt untergebracht. Dort muss den Ordnungshütern der Bereitschaftspolizei wohl ein wenig langweilig gewesen sein. Aus Polizeikreisen geht hervor, dass es angeblich zu wilden Partys mit Alkoholkonsum, öffentlichem Geschlechtsverkehr und Sachbeschädigungen gekommen sei. Nach Informationen, die dem „Spiegel“ vorliegen, machten Kollegen aus Nordrhein-Westfalen auf die untragbaren Umstände aufmerksam. Das Fehlverhalten konnte die Hamburger Polizei wohl nicht dulden und entließ die Beamten vorzeitig aus dem G20-Dienst. Die Berliner Polizei teilte bereits mit, dass die betroffenen Polizisten nach Ihrer Rückkehr intern Stellung nehmen müssen – es drohen Konsequenzen.

Die ersten Reaktionen

Anlass des Alkoholexzess soll eine Geburtstagsfeier gewesen sein. Glück für die Beamten: Sie waren noch nicht im Dienst. „Wir sprechen von einem Saufgelage in der Freizeit vor einem Einsatz“, so Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Ein Sprecher der Hamburger Polizei entkräftigt den Vorfall, lediglich eine Minderheit der Berliner Beamten habe ein „unangemessenes und inakzeptables Verhalten“ gezeigt. Der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt äußert gegenüber rbb: „Fakt ist, es ist gefeiert worden, zu laut und es ist gegen den Zaun gepinkelt worden. Alles andere ist offen.“

G20-Hintergrund

Hamburg ist dieses Jahr Austragungsort des G20-Gipfels, bei dem die Staatsoberhäupter der größten Industrienationen und Schwellenländer, darunter die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Russland und China. Insgesamt werden etwa 6000 hochrangigen Delegierte und über 3000 nationale und internationale Medienvertretern Hamburg besuchen. Mehr Informationen zum G20-Gipfel finden Sie hier.


Bild: Pixabay, 1667146, BlaulichtreportDE

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.