Fünf Fragen an Old Bulli Berlin

Mit einem startup den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen muss nicht zwangsläufig in der Entwicklung von smartphone-Apps enden. Wir sprachen mit dem 29-jährigen Lucas Kohlruss, der seit dem 01. 02. 2014 mit Old Bulli Berlin sein eigener Herr ist.

Lucas, wie warst du vor der Gründung von Old Bulli Berlin beschäftigt?

Nach meinem Abitur und einer Ausbildung zum Automobilkaufmann im Autohaus Möbus in Berlin arbeitete ich für anderthalb Jahre als Autoverkäufer in der Gebrauchtwagenabteilung bei Volkswagen. Doch was nun mit 24 Jahren? Nachdem ursprünglich ein längerer Urlaub geplant war, kam die Idee der Weltreise zusammen mit meinem Buddelkastenfreund Philipp. Gesagt, getan – und so ging es am 18.12.2012 für acht Monate einmal um die ganze Welt.

Und danach wieder klassisch nine-til-five?

Nein, denn wie gehofft, gelang es mir, auf der Reise an einer Blitzidee zu feilen, um ein eigenes Unternehmen zu starten. Eine Vorliebe für alte VW Busse hatte ich schon immer, dass ich auf der Reise allerdings so viele T1 und T2 Modelle entdecke, überraschte mich immer wieder. So etwas bekommt man in Deutschland nicht zu sehen. Es muss doch machbar sein, so meine Überlegung, alte Busse nach Deutschland zu bringen und Leute in der Heimat damit zu begeistern. Dieser Idee nahm ich mich schnell an, und schon war in Kalifornien nach einigem Suchen mit Sophie ein „Bock“ gefunden. Eine Stadtrundfahrt in Los Angeles zu den „Stars“ komplettierte die Geschäftsidee, und das Vorhaben für die Zukunft war besiegelt – Stadtrundfahrten und diverse andere Dienstleistungen mit einem „Weltauto“ in unserer Hauptstadt!

Welche Fahrzeuge stehen derzeit zur Auswahl?

Als da wäre etwa unsere in Chiantirot/Pastellweiß gehaltene Mrs. Sophie der Baureihe T2a von 1971 aus Miami mit schöner Restaurierung und hübscher weißer Innenausstattung samt großem Schiebedach als Highlight. Ein solches weisen auch unsere weiteren zwei Achtsitzer, der Oceanicblau/Weiß lackierte Mr. Nikolas aus Kansas City und der panamabraune/dakotabeige Mr. Bobby von 1978 aus Idaho auf. Diese beiden T2b-Bullies stehen zum Selbstfahren zur Verfügung, während Mrs. Sophie nur mit Fahrer vermietet wird. Als Hochzeitsauto ebenfalls ausschließlich mit Chauffeur bieten wir unseren in Lichtgrün/Cremeweiß gespritzten Mr. Wilhelm an. Dieser siebensitzige VW T1 des Baujahrs 1965 wartet als Campingfahrzeug dank komplettem Westfalia-Ausbau mit zwei Schlafplätzen sowie eine komplette Kücheneinrichtung auf. Letzte im Quintett ist Berlins coolste Fotobox auf Rädern, die ebenfalls mit Campingausrüstung von Westfalia versehene chiantirote Mrs. Margareta. Nach seinem ersten Leben in Idaho tummelt sich dieser 1969er T2a nun auf verschiedensten Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Bestückt mit einer integrierten Fotobox, Studiolicht und ausgefallenen Requisiten, zaubert sie den Gäste auf Hochzeiten, Großveranstaltungen oder Firmenevents ein Lächeln ins Gesicht.

Welche Dienstleistungen hält Old Bulli Berlin des Weiteren bereit?

Neben den erwähnten Hochzeitsfahrten, Stadtrundfahrten und Fotoshootings bieten wir Junggesellenabschiede, eine Bulli-Cocktailbar, Shuttle-Services und Filmfahrzeuge an. Hierbei arbeiten wir mit diversen ausgewählten Partnern zusammen, um unseren Kunden ein maximal tolles Erlebnis zu garantieren.

Ihr seid aber nicht nur als Autovermieter tätig. Welches Standbein habt ihr außerdem?

Das stimmt, das Vermietgeschäft ist doch recht saisonal eingeschränkt. Daher betreiben wir zusätzlich einen Kfz-Handel, verkaufen vornehmlich VW-Busse der ersten drei Modellreihen. Zudem kaufen wir auch Fahrzeuge an, seien es Alltagsautos, Oldtimer oder eben VW-Busse von T1 bis T5 – mit denen kennen wir uns nun mal am besten aus!

Bilder: ©Arild Eichbaum

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