Frühkindlicher Autismus: Ursache, Symptome und Behandlung

Was ist frühkindlicher Autismus?

Autismus beruht auf einer Störung der Wahrnehmung und der Wahrnehmungsverarbeitung. Informationen und Eindrücke werden nicht richtig gefiltert und zugeordnet. Das führt dazu, dass Autisten Schwierigkeiten haben, ihr Umfeld zu verstehen, sowie Dinge und Vorgänge richtig einzuschätzen. Auch wenn die Ursachen noch nicht vollständig erforscht wurden, so deutet alles darauf hin, dass genetische Abweichungen zu einer veränderten Arbeitsweise des Gehirns führen. Autismus ist demzufolge angeboren und kann nicht geheilt werden. Allerdings können eine angepasste Umwelt und die richtige Förderung den Betroffenen das Leben sehr erleichtern.

Eine der möglichen Ausprägung dieser Entwicklungsstörung wird als frühkindlicher Autismus bezeichnet. Die Symptome treten in diesem Fall bereits während der ersten drei Lebensjahre auf. Erste Anzeichen können sein, dass ein Baby keinen Blickkontakt zu den Eltern herstellt oder nicht gern auf den Arm genommen wird. Bei Kindern ab circa einem Jahr gilt es als auffällig, wenn das Kind nicht negativ auf eine Trennung von seinen Eltern reagiert oder nichts nachahmt. Ältere Kinder vermeiden Kontakte und zeigen keine Erfolge bei der Sprachentwicklung. Die Kinder reagieren oft aggressiv, wenn bestimmte Gewohnheiten in ihrem Alltag verändert werden, oder kompensieren Überforderungen mit stereotypen Bewegungen. Dazu kommen Ängste, Schlaf- und Essstörungen.

Die Diagnose muss immer von Fachleuten gestellt werden, denn nur wenn mehrere bestimmte Symptome gleichzeitig auftreten, kann von einer autistischen Störung ausgegangen werden. Auch kommen nicht bei jedem Kind die gleichen Symptome vor.

Das Kanner-Syndrom – frühkindlicher Autismus in seiner typischen Form

Da der Österreicher Leo Kanner diese Ausprägung 1943 erstmals beschrieben hatte, wird frühkindlicher Autismus auch als Kanner-Syndrom bezeichnet. Das Kanner-Syndrom gilt als die typische Form des Autismus. Betroffene werden oft von nicht vorhersehbaren Dingen überfordert und reagieren mit Panik oder Aggressionen. Sie vermeiden soziale Kontakte, da sie das Verhalten ihrer Mitmenschen nicht richtig einschätzen können. Die Sprache ist, wenn überhaupt vorhanden, oft unzureichend entwickelt.

Eine leichtere Ausprägung des Autismus ist das Asperger-Syndrom. Dieses wird meist erst nach dem dritten Lebensjahr diagnostiziert und ist hauptsächlich durch Störungen des Einfühlungsvermögens und der Kommunikationsfähigkeit charakterisiert. Sowohl das Kanner- als auch das Asperger-Syndrom treten manchmal in Kombination mit Inselbegabungen oder einer überdurchschnittlichen Intelligenz auf.

Der Alltag mit einem autistischen Kind erfordert sehr viel Geduld. Mit der richtigen Förderung können viele betroffene Kinder trainieren, die Aufgaben des Alltags besser zu meistern. Viele Dinge erfolgen zwar nicht intuitiv, können aber eingeübt werden. Überforderungs- und Angstsituationen sollten vermieden werden, da sie das Lernvermögen hemmen. Ganz wichtig ist es deswegen, dem Kind Sicherheit zu bieten, zum Beispiel durch feste Bezugspersonen und klare Strukturen, auch in der Kommunikation. Metaphern oder Ironie werden von Autisten nicht verstanden. Autistische Kinder können meist eine Schule besuchen, mit leichteren autistischen Symptomen auch eine ganz normale Regelschule. Manchmal werden in solchen Fällen Integrationshelfer eingesetzt, die das Kind begleiten.

3 Meinungen

  1. Sehr interessanter Beitrag! Aber eine Frage auch hinten dran geschoben: inwiefern unterscheidet man denn Autismus in seiner Form, dass ein mangelndes Einfühlungsvermögen entsteht, von Soziopathie? Also der Unterschied von Autismus und Soziopathie.Vielen Dank! Thomas

  2. Hallo Thomas, danke für Ihre Frage. Leider habe ich sie erst heute gelesen. Ich würde sagen, Asperger-Autismus beruht auf der Unfähigkeit, das Verhalten der Mitmenschen zu interpretieren, während Soziopathen dass sehr wohl können, sie sind nur nicht zum Mitgefühl fähig. Autisten sind übrigens meist bedingungslos ehrlich, während Soziopathen sich sehr gut zu ihrem eigenen Vorteil verstellen können.
    Antje

  3. Danke für die Empfehlung! Allerdings heißt mein 1. Buch „Die Walleczek Methode – Ohne Diät zum Wunschgewicht“, aber hier wird eindeutig mein 5. und neuestes Buch „Die Rezepte aus den Abnehmkursen“ beschrieben – denn nur dort kommt auch ein Rezept mit Reh vor. Als Info für alle, die vielleicht das neue Buch möchten und dann versehentlich beim alten landen…

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