Fitness-Apps – Gefahr oder Gunst für die Gesundheit?

Fitness-Apps – Gefahr oder Gunst für die Gesundheit?

Schritte addieren, den Schlaf kontrollieren, das Gewicht speichern – Gesundheits- und Fitness-Apps können heutzutage das und noch viel mehr: etwa den Insulinwert überprüfen, oder die Herzfunktion. Sie übernehmen so immer mehr die Kontrolle über vitale gesundheitliche Daten. Aber – können sie auch den Herrn Doktor aus Fleisch und Blut mit seiner Expertise ersetzen? Eine vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Studie kommt in diesem Punkt zu einem eher durchwachsenen Ergebnis.

Schnell wachsendes App-Angebot

Laut der von der medizinischen Hochschule Hannover durchgeführten Studie steigt das Angebot an Gesundheits- und Fitness-Apps rapide an: Derzeit werden über 100.000 von ihnen in Deutschland angeboten. Da wird es für den Nutzer, aber auch für die Ärzte immer schwieriger, zwischen guten und schlechten Apps zu unterscheiden. Viele Experten fordern mittlerweile fest definierte Qualitätsstandards. Auf dieser Grundlage sollen dann die Apps in Umlauf gebracht werden, die sicher sind und dem Träger/Patienten einen wirklichen Nutzen bringen. Das sehen auch die Forscher der medizinischen Hochschule Hannover so: Der „Wildwuchs“ am Markt für Fitness- und Gesundheitstracker müsse aufhören – gleichzeitig sollte man das große Potenzial der Apps nutzen, etwa für die Versorgung von Menschen in ländlichen Regionen oder bei chronisch Kranken.

Qualitative Unterschiede

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in Sachen Qualität ein großes Gefälle zwischen den einzelnen App-Angeboten herrscht. Hochwertige Apps bilden zurzeit eher noch die Ausnahme. Einige der untersuchten Gesundheits-Apps könnten durch Fehldiagnosen Arztbesuche verzögern, andere könnten zur Fehldosierung von Medikamenten führen, etwa bei Krankheiten wie Diabetes. Die Forscher aus Hannover regen deshalb an, bereits während der Entwicklung der Software die Risiken derselben zu analysieren und offen zu kommunizieren. Des Weiteren sei es wichtig, die Apps inhaltlich voneinander abzugrenzen: Explizite Medizin-Apps, die der Prävention, der Therapie oder der Diagnose dienen, müssen in Deutschland strenge Auflagen erfüllen. Für Gesundheits-Apps gelten diese strengen Vorschriften nicht – sie können erst nach ihrer Veröffentlichung auf dem App-Markt behördlich geprüft werden. Ein Umstand, den man ändern sollte, finden die Forscher der der medizinischen Hochschule Hannover.


Bildquelle: Thinkstock, 465407057, iStock, Dirima

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