Fertiggerichte: So gut wie frisch gekocht – wirklich?

Sie tun es, ich tu es, fast alle tun es. Wir greifen mehr oder weniger oft zu Tiefkühlkost. Das ist auch völlig OK, denn nach einem harten Arbeitstag will man nicht unbedingt den Kochlöffel schwingen und hinterher auch noch die Küche wieder auf Vordermann bringen. Doch die heutige Focus online Meldung Fertiggerichte: So gut wie frisch gekocht hat mir dennoch nicht geschmeckt. Dort heißt es sinngemäß, der Verbraucher könne ruhig zu Fertigprodukten greifen, weil die kaum von frisch Gekochtem  zu unterscheiden sind. Oh, oh! Tiefkühltruhe kontra Herd: And the Winner is: Pinguin-Kost? Ne. Das kann nur jemand sagen, der praktisch nichts mehr schmecken kann oder der irgendwie mit der Tiefkühlprodukte-Industrie verbandelt ist.

Es mag ja sein, dass von 600 getesteten Tiefkühlprodukten die Hälfte die höchste Auszeichnung in Bezug auf Geschmack, Aussehen, Konsistenz, Verpackung und Kennzeichnung bekommen hat und dass die Qualität an die frischer Produkte heranreicht, doch hat sich jemand schon einmal die Mühe gemacht, die Zutatenlisten auf den Verpackungen zu lesen? Dass manche Gerichte nicht apothekenpflichtig sind, grenzt für mich an ein Wunder. Von versteckten Fetten und anderen ungesunden Zutaten sowie Geschmacksverstärkern will ich gar nicht erst reden.

Seit Ende Juli bin ich stolze Besitzerin einer wunderschönen neuen Küche. Seitdem koche ich mir abends öfter eine Kleinigkeit als zuvor – und ich muss sagen, mir bekommt das bestens. Ich greife intuitiv auch viel weniger in Supermarkt-Kühltruhen. Offensichtlich scheint sich mein Gaumen verändert zu haben, denn auf einmal mag ich bestimmte Tiefkühlprodukte gar nicht mehr, die mir noch vor einigen Monaten ganz gut geschmeckt hatten. Vielleicht haben sich ja die Geschmacksnerven zwischenzeitlich regeneriert, wer weiß? Es scheint, dass ein Zuviel an industrieller Fertigkost nicht spurlos an uns vorübergeht.

Liebe Nation, wozu zeigen uns eigentlich Tim Mälzer, Johannes B. Kerner, Rolf Zacherl, Johann Lafer, Alfons Schuhbeck, Sarah Wiener und viele andere, wie man lecker kocht, wenn wir dann doch wieder reflexartig in die Kühltruhe greifen? Natürlich ist nicht jeder "Born to cook", doch eine kleine, selbst gekochte Leckerei bekommt auch der vermeintlich größte "Küchen-Loser" hin. Er muss es natürlich wollen.

6 Meinungen

  1. Pinguinkost und apothekenpflichtige Gerichte. Oh Scheisse! Der Artikel gibt mir zu denken. Ich bin auch ein totaller Küchenloser, dabei gibt es doch überall so tolle Wochenmärkte (okay, nicht in Wales) oder Reformhäuser und auch Reformsupermärkte. Danke Maria!Artikel, wie Deine helfen mir durchaus über meine Ernährung nachzudenken. Man kann schlechte Ernährung den Ärzten einfach nicht zumuten…Gelenkbeschwerden u.a. kommen durch Tiefkühlkost, zu viel Fertigkost, sagte mal mein Chiropraktiker, der hier in Wales, in Cardiff, seine Praxis hat. Die Leute hier gehen zu Iceland oder Tesco und kaufen noch mehr Tiefkühlprodukte, wie Leute in Deutschland, habe ich beobachtet………………der schlechte Sommer 2007 mit viel Regen hat sich laut einer Studie auf das Essverhalten der Briten ausgewirkt. NEGATIV!! Annette Strauch, Machynlleth.

  2. Hallo Annette, zuerst einmal herzlichen Dank für die vielen netten Kommentare. Was das Thema Essen angeht, auch ich greife als working woman gelegentlich zu Tiefkühlkost. Doch ich finde, nichts geht über etwas selbst Gekochtes. Es muss ja nicht aufwendig sein. Ich blättere sehr gerne in Kochbüchern und lege dann los. Vielleicht ist das ja ein guter Tipp. Essen bzw. Kochen soll doch Spaß machen. Und Essen sollte meiner Meinung nach nie mit einem schlechten Gewissen verbunden sein. Also, ab in die nächste Buchhandlung oder rein ins Web. Mir persönlich geht es so, wenn ich irgendwo ein Rezept entdecke, das mich reizt, gehe ich erst Einkaufen und dann ab in die Küche. Gutes und gesundes Essen kann so lecker sein. Na denn, schwingen Sie Ihre Kochlöffel! Herzliche Grüße nach Machynlleth. Maria

  3. Danke für diesen Artikel – ich finde, man kann nicht oft genug vor diesen Diätpillen warnen. Ich habe während meiner Arbeit in dem Bereich abnehmen/ Diät bereits mit Vetrieblern solcher Mittel Kontakt haben „dürfen“ und war entstetzt, mit welchen Methoden sie ihre Panschereien unter die Leute bringen. Und das schlimme ist, dass es immer wieder Gutgläubige gibt, die aus Verzweiflung oder Hoffnung diese Mittel kaufen (statt darauf zu vertrauen, dass sie das auch ohne Pseudo-Wundermittel schaffen können).

  4. Zunächst einmal vielen Dank für deinen Beitrag. Oftmals werden Diätpillen als Wundermittel angepriesen, was sie letzendlich gar nicht sind. Wenn Inhaltsstoffe genau betrachtet werdenm, fällt auf, dass ein Großteil aller Mittel Stoffe wie grünen Tee, Koffein etc einsetzen um den Körper auf Trab zu bringen..mehr aber auch nicht. Ich drücke es immer einfach aus. Durch einige der Inhalststoffe wird der Körper in Wallungen gebracht. Das hat eine Anregung des Stoffwechsels zur Folge und somit eventuelle Gewichtsreduktion. Gesundheitlich gefährlich sind vor allem die „gepanschten“ Mittel, sprich chemisch modifizierte Produkte, die sich im Netz rumtummeln. Genannte Nebenwirkungen sind nur der Anfang allen Übels. Dann wären da noch die Präparate zu nennen, die wirklich in einigen Fällen Sinn machen. Nur diese bezeichnet man eher als Diätmedikamente. Xenical bspw. ist das meistverkaufte Mittel gegen krankhafte Fettleibigkeit. Inhaltsstoffe haben meist sättigende oder fettbindende Wirkungen. Meines Erachtens fehlt es der Diätindustrie an seriöser Deklaration der Produkte und einer qualitativen Produktion.

  5. Diätpillen sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie gut geschickte Manipulation durch die Pharmaindustrie funktioniert. Bei dem gewaltigen gesellschaftlichen Druck und der hohen Konsumsucht der Leute kann sich die pharmazeutische Industrie getrost darauf verlassen, dass es immer wieder willige Opfer gibt, die die Dinger kaufen. Risiken werden heruntergespielt, ein Nutzen ergibt sich oft lediglich durch Placeboeffekte und die Menge an potentiellen Abnehmern steigt ständig.

  6. Von Diätpillen vom Arzt halte ich auch nichts. Die Pharmaindustrie tut ihr bestes, nicht nur an der Krankheit, sondern mittlerweile auch an der Gesundheit anderer zu verdienen. Besser als jede Diätpille: Sport und kohlenhydrat- und fettreduzierte Ernährung!

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