Familienplanung auf Eis gelegt – Apple und Facebook bezahlen Mitarbeiterinnen das Einfrieren ihrer Eizellen

künstliche Befruchtung

Erst Karriere, dann Kinder? Oder vielleicht doch erst das Kind und dann die Karriere? Viele Frauen finden sich in dieser Zwickmühle wieder. Zwei IT-Unternehmen in den USA wollen hierfür eine Lösung gefunden haben.







Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Arbeitnehmer in Deutschland erhalten von ihrem Arbeitgeber ein Firmenhandy, einen Firmenwagen, ihnen werden Gesundheitskurse und Teambuilding-Aktivitäten angeboten. In den USA nehmen diese Serviceangebote eine neue Dimension an, jedenfalls bei Apple und Facebook. Nach Angaben des US-Senders NBC bieten der Technologiekonzern und das soziale Netzwerk ihren Mitarbeiterinnen an, auf Firmenkosten ihre Eizellen einfrieren zu lassen. Mit bis zu 20.000 Dollar (18.500 Euro) beteiligen sich die beiden IT-Unternehmen an den Kosten und übernehmen auch die jährlichen Gebühren für die Aufbewahrung des kostbaren Guts (mindestens 500 Euro). Facebook hat mit diesem Service gerade begonnen. Apple plant, mit dem Einfrieren für späteren Nachwuchs im Januar 2015 zu starten.

Der Eizellen-Bonus

Doch woher kommt diese spendable Dienstleistung? Rein biologisches Interesse? Arbeiten bei Apple und Facebook ausgesprochen viele Philanthropen? Keineswegs. Ziel der Aktion ist es, mehr Frauen für die IT-Branche zu gewinnen. Aktuell ist der Frauenanteil in der IT-Industrie extrem niedrig: Microsoft teilte Anfang Oktober mit, im Unternehmen arbeiteten nur 29 Prozent Frauen. Google verfügt über einen Frauenanteil von 30 Prozent, Facebook von 31 Prozent. Mit dem „Eizellen-Bonus“ erhoffen sich die Unternehmen, talentierte weibliche IT-Spezialistinnen für sich zu gewinnen. Diese könnten ihre Familienplanung erstmal auf Eis legen und sich in den karriereentscheidenden Jahren, von Ende Zwanzig bis Mitte Dreißig, zunächst auf ihren beruflichen Erfolg konzentrieren. Jungen Mitarbeiterinnen würde die Entscheidung zwischen Familie und Karriere abgenommen und auf später verschoben – davon profitieren sicherlich auch ihre Arbeitgeber.

„Social Freezing“– eine Garantie gibt es nicht

Da für die Maßnahme weniger medizinische als soziale Gründe eine Rolle spielen, ist die Technik in den Vereinigten Staaten unter dem Stichwort „Social Freezing“ bekannt. In Deutschland wird sich der Ethikrat mit diesem Thema im Frühjahr beschäftigen. Die Diskussion um die eingefrorenen Eizellen ist jedoch bereits entbrannt: Befürworterinnen loben die Enttabuisierung des Themas und sehen in diesem Angebot eine Chance, Familienplanung und Karriere besser unter einen Hut zu bringen. Kritiker wenden ein, dass es sich hierbei um eine neue Technik handelt und niemand garantieren kann, dass der aufgeschobene Kinderwunsch auch im vorgerückten Alter tatsächlich in Erfüllung gehen kann.

Foto: Thinkstock, iStock, Red_Hayabusa

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