Der größte Wert, den ein wirklich gutes Unternehmen hat, sind nicht seine Mitarbeiter, sein Produkt oder Ähnliches, sondern einzig und allein die Marke.
So wurde u. a. hier und da gemeldet, dass BMW die Namensrechte an Rover für 17 Mio. Euro an einen chinesischen Autobauer Nanjing und SAIC veräußern will. Und wer jetzt ad hoc an „Aus Scheiße Gold machen" denkt, möge sich dem hingeben und dann der Liste der Top-Brands zuwenden. Oder doch lieber dem grauen Alltag?
Corporate Identities (CI) sind gut, Ihre Handbücher haben durchaus ihre Berechtigung und es ist oft extrem hilfreich auf sie zu verweisen, um (Junior) Kreativen Grenzen aufzuzeigen. Gute Markenkommunikation ist kein là pour là.
Marketingabteilungen erweisen sich aber einen Bärendienst, wenn sie aus einer CI eine Zwangsjacke (ZJ) machen. Wenn die Logik gewinnt, dass nicht möglich ist, was nicht im CI-Handbuch steht, dann zementieren sie das Unternehmen.
Diese Ansicht ist zwar per se logisch, aber nicht minder doof und bisweilen in letzter Konsequenz fatal. Dieser Ansatz ermöglicht keine Anpassung, keine Erweiterung und damit ausschließlich „Pansenwerbung" (also Wiedergekäutes).
Und wenn man sich dann mal überlegt, welche Personal- und Zeitaufwand zum Teil betrieben wird, um eine Frage bezüglich eines Antwortfax' zu klären, fragt man sich schon, ob da Menschen sitzen, die wissen, was es heißt, Prioritäten zu setzen.
Nein, wissen sie natürlich nicht. Sie sind Getriebene Ihrer Ängstlichkeit. Statt die Notwendigkeit eines Antwortfax an sich zu hinterfragen (bei den letzten Mailings kamen alle Responses per eMail oder Telefon), kämpfen Sie mit allem, was sie haben, daran, das Neue zu verhindern, um sich danach über das Alte zu beschweren.
Täusche ich mich oder werden das in letzter Zeit immer mehr?
