Eine CI ist keine ZJ

Der größte Wert, den ein wirklich gutes Unternehmen hat, sind nicht seine Mitarbeiter, sein Produkt oder Ähnliches, sondern einzig und allein die Marke.

So wurde u. a. hier und da gemeldet, dass BMW die Namensrechte an Rover für 17 Mio. Euro an einen chinesischen Autobauer Nanjing und SAIC veräußern will. Und wer jetzt ad hoc an „Aus Scheiße Gold machen" denkt, möge sich dem hingeben und dann der Liste der Top-Brands zuwenden. Oder doch lieber dem grauen Alltag?

Corporate Identities (CI) sind gut, Ihre Handbücher haben durchaus ihre Berechtigung und es ist oft extrem hilfreich auf sie zu verweisen, um (Junior) Kreativen Grenzen aufzuzeigen. Gute Markenkommunikation ist kein là pour là.

Marketingabteilungen erweisen sich aber einen Bärendienst, wenn sie aus einer CI eine Zwangsjacke (ZJ) machen. Wenn die Logik gewinnt, dass nicht möglich ist, was nicht im CI-Handbuch steht, dann zementieren sie das Unternehmen.

Diese Ansicht ist zwar per se logisch, aber nicht minder doof und bisweilen in letzter Konsequenz fatal. Dieser Ansatz ermöglicht keine Anpassung, keine Erweiterung und damit ausschließlich „Pansenwerbung" (also Wiedergekäutes).

Und wenn man sich dann mal überlegt, welche Personal- und Zeitaufwand zum Teil betrieben wird, um eine Frage bezüglich eines Antwortfax' zu klären, fragt man sich schon, ob da Menschen sitzen, die wissen, was es heißt, Prioritäten zu setzen.

Nein, wissen sie natürlich nicht. Sie sind Getriebene Ihrer Ängstlichkeit. Statt die Notwendigkeit eines Antwortfax an sich zu hinterfragen (bei den letzten Mailings kamen alle Responses per eMail oder Telefon), kämpfen Sie mit allem, was sie haben, daran, das Neue zu verhindern, um sich danach über das Alte zu beschweren.

 

Täusche ich mich oder werden das in letzter Zeit immer mehr?

3 Meinungen

  1. Leute, eure Schreibe ist kritisch. Sowas wie „là pour là“ sind leider nicht l’art pour l’art, sondern einfach falsch. So macht das Lesen keinen Spaß. Auch wenn der Inhalt vielleicht relevant ist. Bei Argumenten wie „nicht minder doof“ steige ich aus, bevor ich das überhaupt feststellen könnte.

  2. a) Danke für die art-ige Richtigstellung. Das war meinerseits nicht nur falsch, sondern ebenfalls dämlich, und ich ward zurecht gescholten.b) „nicht minder doof“ habe ich nicht als Argument einsetzen wollen, sondern als rein subjektiven Kommentar (ex: Meinung), Grundlage eines jeden Diskurses. Natürlich sollten auch noch ein paar objektive Argumente mitgeliefert , aber wenn ich alles selbst abwäge, denke ich, verschlösse ich mich vor jeder Heuristik. Zudem nenne ich ein Kind gern beim Namen und halte „doof“ für ein wesentlich schöneres, weil klareres Wort als eine aseptische, aber in letzter Konsequenz völlig respektlose Phrasierung à la „mit hohem intellektuellem Optimierungspotenzial“. So was wäre meines Erachtens einfach nur „scheiße“.

  3. Heiko Walkenhorst

    Heute war wieder so ein Fall, wo eine komplette Kampagnenidee, die nicht nur gut und richtig, sondern richtig gut war, aus „Branding-Gesichtspunkten“ abgschossen wurde. Nicht die Idee oder das (Marketing-)Ziel entschied über Wohl und Wehe, sondern die kühne Behauptung einer Einzelnen, was mich zu dem Vergleich bewog, ganz gleich, ob das wer wie „kritisch“ sieht, dass man genausogut Stevie Wonder mit der Beurteilung von Aquarellen beauftragen könne.

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