Ein Leipziger Problem

1998 und 2004 meldete der VfB Leipzig Insolvenz an. Beim zweiten Mal war es das Ende des Ostvereins, aber gleichzeitig auch ein Anfang. Unter dem alten Namen 1. FC Lok gründete sich der Verein in der niedrigsten Klasse neu. Mit einigen Starspielern (u.a. Lothar Matthäus), die für eine Partie angeheuert wurden, sowie der Euphorie um den Kult startete die Mannschaft werbewirksam und erfolgreich ins neue Dasein. Lok feierte Zuschauerrekorde und kämpfte sich bis jetzt in die Landesliga. Vielleicht kehrt der Kultverein demnächst in die höherklassigen Ligen zurück.

Nun steht auch der zweite Leipziger Verein vor dem Konkurs. Nach der ersten Insolvenz 2001 steht Sachsen Leipzig vor dem zweiten, dem womöglich letztem. Kinowelt-Chef und Stadionbesitzer Michael Kölmel hatte 1,95 Millionen Euro in den Verein gepumpt. Nachdem der Aufstieg in die Regionalliga jedoch verpasst wurde, möchte er nun 200.000 Euro mit der Forderungen des Vereins verrechnen. Damit täte sich eine Finanzlücke von 300.000 Euro auf, die das Ende des Vereins bedeutet.

Heute dann die scheinbare Wende. Trainer Ede Geyer (ehemals Cottbus) hat am Montag seinen Vertrag beim Oberligisten auf eigenen Wunsch aufgelöst. Damit spart der Verein sein Gehalt in Höhe von circa 15.000 Euro. Gleichzeitig trat auch Präsident Rolf Heller zurück. Nun heißt es wieder, dass die Insolvenz abgewendet wurde. Dabei wurde der Schuldenberg nur um einen Tropfen auf den heißen Stein verringert. Die Finanzlage bleibt weiterhin bedrohlich und beim nächsten finanziellen Anspruch Dritter stände der Verein vor dem gleichen Problem.

Vielleicht wäre ein rigoroser Schnitt und der endgültige Rücktritt der bessere Schritt. Der VfB, äh Lok Leipzig hat vorgemacht, wie es ablaufen kann…

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