Dramatische Entwicklung: Jeder zehnte Deutsche über 18 ist überschuldet

Ueberschuldung: Eine wichtiges Thema für die Deutschen.

Das Jahresende naht – und das macht sich auch auf den Konten vieler Verbraucher bemerkbar. Gerade in den vergangenen Jahren ist die Zahl der schweren Überschuldungsfälle in Deutschland dramatisch gestiegen, vor allem im Dezember wird dann noch einmal ordentlich Geld ausgegeben. Doch woran liegt es genau, dass jeder zehnte erwachsene Deutsche überschuldet ist?

Immer mehr schwere Überschuldungsfälle


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Die Grafik zeigt, dass die aktuelle Schuldnerquote von Privatpersonen auf den ersten Blick gar nicht so dramatisch ist: Zwar ist die Quote im Vergleich zum Vorjahr um 0,09 Prozent auf 9,90 Prozent angestiegen, jedoch lag sie vor sieben Jahren noch bei 10,89 Prozent. Schaut man sich die Zahlen dann aber etwas genauer an, wird deutlich, wo das eigentliche Problem liegt: Vor allem die Anzahl schwerer Überschuldungsfälle hat in diesem Jahr dramatisch zugenommen.
Doch woran liegt das? Die Autoren der Studie von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sehen die Schuld hauptsächlich im übermäßigen Privatkonsum der vergangenen Jahre – konkret: im Kaufrausch auf Pump. Nie waren die ökonomischen Rahmenbedingungen für Privatkredite so gut wie in den letzten Jahren – dies haben viele Menschen genutzt, um Wünsche zu realisieren oder entgangenen Konsum nachzuholen. Doch anstatt die Balance zwischen Anschaffungs- und Sparneigung zu halten, können immer weniger Menschen dauerhaft ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen, viele von ihnen sind mittlerweile sogar in eine anhaltende Schuldenkrise geraten.

Männer häufiger betroffen als Frauen

Trotzdem wird weiter investiert: Insgesamt 1,57 Billionen Euro haben die Bundesbürger laut Statistischem Bundesamt allein im Jahr 2013 ausgegeben, 2014 wird es wohl noch einmal mehr sein. Genutzt wird das Geld hauptsächlich für Wohnkosten und Wohnnebenkosten (2013: 24,4 Prozent), dann folgen gleich Konsumgüter wie Autos oder Unterhaltungselektronik. Mit dieser neuen Haltung, also Geld auszugeben statt zu sparen – selbst, wenn man das Geld gar nicht hat, droht zwar nicht jedem gleich die Schuldenfalle, doch besonders in der Unter- und Mittelschicht sind viele Verbraucher nicht mehr in der Lage, gegen die entstandenen Forderungen anzukämpfen. Unter den Schuldnern sind dabei traditionell weniger Frauen zu finden, doch auch die holen langsam auf: Aktuell sind rund 2,56 Millionen Frauen in Deutschland überschuldet, 48.000 mehr als im Vorjahr, sowie 4,12 Millionen Männer, 41.000 mehr als im Vorjahr. Insgesamt ist also fast jeder zehnte Erwachsene überschuldet, durchschnittlich summieren sich die Schulden auf rund 32.600 Euro pro Kopf.

Düstere Aussichten für 2015

Die Aussichten für 2015 sind noch düsterer: Die seit Beginn des Herbstes eingetrübten Konjunkturerwartungen werden Auswirkungen auf die Überschuldungssituation haben – vor allem, wenn nun auch noch der Arbeitsmarkt schwächeln sollte. Darum raten Experten, am besten schon frühzeitig einen Schuldnerberater aufzusuchen – mehr unter schuldendirekthilfe.de – bevor es endgültig zu spät ist.


Bildherkunft: Thinkstock, Wavebreak Media, Wavebreakmedia Ltd

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