Die wichtigsten CDs der Woche – Pharrell Williams, Laibach, Die Heiterkeit

Pharrell Williams – GIRL
Widerstand ist zwecklos, das war schon letztes Jahr so, bei Daft Punks Monsterhit „Get Lucky“, den einfach JEDER mochte, auch Menschen, die sonst nur Laibach oder Slayer zu hören pflegen. Die Stimme, die uns einen Sommer lang nicht aus dem Ohr ging, gehörte zu Pharrell Williams, der – schon längst ein Superstar – sich jetzt anschickt, der größte Popstar der Welt zu werden. Und dabei wird „GIRL“ entscheidend beitragen. Das Album ist so lässig und leicht und lustvoll, dass sich sogar der Winter davor verneigt und sich in Ehrfurcht zurückgezogen hat. Denn Pharrell genießt man am besten in Straßencafés, Parks und Cabrios.

Die Heiterkeit – Monterey
Gar nicht so lange ist es her, nicht einmal zwei Jahre, da spielten Die Heiterkeit ein Konzert im kleinen Goldenen Salon des Hamburger Veranstaltungsorts Hafenklang. Es war nicht besonders voll und nicht besonders aufregend. Aber schön. Von einer majestätischen Melancholie, herrlich Lo-Fi, mit einer stoischen Drummerin, einer lächelnden Bassistin, einer toll grummeligen Sängerin. Irgendwann war es dann vorbei, und man wusste nicht, ob nun 30 Minuten oder drei Stunden vergangen waren – sind Die Heiterkeit also das musikalische Äquivalent zu Haschisch? Nein, denn trotz des Namens laden sie anders als Dope nicht zum unkontrollierten Kichern ein. Wenn Die Heiterkeit eine Droge wäre, dann Opium.

Cover LaibachLaibach – Spectre
Ach, Laibach, du ewiger Quell der Freude! Wer diese Band nicht kennt (und das dürften die meisten sein), sollte wissen, dass die Slowenen vor 30 Jahren Industrial Music fabrizierten, wie die meisten Musiker aus dieser Ecke (Throbbing Gristle etc.) unter Faschismusverdacht standen und Konzerte regelmäßig verboten oder von der Antifa gestürmt werden sollten. Irgendwann hatte aber auch der letzte Mensch begriffen, dass es sich bei Laibach um Künstler handelt, die eben gern auch mal provozieren. Und eine Vorliebe für Kasperltheater haben. Auch wenn die neue CD keine Hits wie das Opus-Cover „Life is Life“ aufweisen kann, macht ihre seltsame, manchmal tanzbare Elektronik mit seltsamen Texten jederzeit Spaß.

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