Die Rürup Rente für Selbständige: Vor- und Nachteile der privaten Vorsorge

eit der Staat erkannt hat, dass die gesetzliche Rentenversicherung für die Altersvorsorge nicht mehr ausreichen wird, fördert sie private Altersvorsorgeprogramme wie die Riester Rente oder die Rürup Rente. Singles können bis zu 20.000 €, Paare bis zu 40.000 € jährlich einzahlen.

Der Gedanke hinter der Rürup Rente ist, dass Vorsorgende für sich selbst Beiträge einzahlen, welche zu einer steigenden Prozentzahl ab 60% steuerlich abgesetzt werden und im Rentenalter in einer festgelegten Höhe ausgezahlt werden.

Die Voraussetzungen: es gibt nur Verträge mit lebenslanger Rentenzahlung, vor dem 60. Lebensjahr kann sie nicht beantragt werden und der Vertrag kann in keiner Weise auf eine andere Person übertragen werden.

Ist die Rürup Rente für Selbständige zu empfehlen oder zum Fenster hinausgeworfenes Geld?

Kritik an der Rürup Rente

An der Altersvorsorge für Selbständige gibt es einiges auszusetzen.

Erstens kann nicht über die Höhe der Auszahlungen verfügt werden. Außerdem kann der Vertrag nicht übertragen werden, zum Beispiel durch Vererbung oder Leihe. Stirbt der Rentenanwärter vorzeitig, so sind die Beiträge „verpufft“.

Heftige Kritik wird an der irreführenden Werbung geübt, die behauptet, dass die Beiträge für die Rürup Rente nicht verpfändet werden könnten. Der Bundesgerichtshof hat geklärt, dass die Rente fast vollständig gepfändet werden kann, entgegen aller Werbeversprechen privater Versicherer und Makler.

Zwar gibt es das Abtretungs- und Übertragungsverbot. Daraus geht aber nicht hervor, dass der Staat das Geld bei Verschuldung nicht einholen dürfe. Sonst könnten Renteneinzahler sich vor der Tilgung ihrer Schuldenberge drücken, während Sie mit dem geschuldeten Geld ihren Lebensabend finanzieren. Von der Rürup Rente für Selbständige würde das Finanzamt nur das Existenzminimum übrig lassen.

Vor- und Nachteile der Rürup Rente für Selbständige

Der Vertrag ist nicht übertragbar, der Beitragszahler ist zum Bezug einer lebenslangen Rente verplichtet und der Bezug ist besteuert. Es ist also nicht möglich, frei über die Zahlungen zu bestimmen und sich beispielsweise einmalig eine höhere Summe auszahlen zu lassen. Im Vergleich mit Rentenmodellen, die weniger oder gar nicht besteuert sind, gerät die Rürup Rente für Selbständige ins Hintertreffen.

Für Selbständige erhöht die Rente zudem das finanzielle Risiko. Was eingezahlt wurde, kann im Falle einer Firmeninsolvenz nicht mobilisiert werden.

Am ehesten soll sich die Rürup Rente als Altersvorsorge für Selbständige lohnen, die für ihre sonstige Vorsorge jährlich nicht mehr als 2.400 € beim Finanzamt angeben und nur noch wenige Jahre bis zum Rentenalter haben. Wer über dieser Summe liegt, erhält aus den Beitragszahlungen weniger Rendite.

Weiterführende Links

  • http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4140/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/Alterseinkuenfte__Altersvorsorge/004.html
  • http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/meldung/Ruerup-Rente-fuer-Selbststaendige-Am-Ziel-vorbei-1314665-1321542/

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