Die Geschichte der industriellen Revolution

Das Zusammentreffen von Erfindungen sowie das vom Kapitalismus geprägte Denken bestimmten die Zeit der Industriellen Revolution. Schnell verbreitete sie sich nach Westeuropa und von Nordamerika aus auch in die Vereinigten Staaten und änderte das Leben der gesamten Menschheit. Heutige fortschrittliche Produktionsbedingungen sind auf diese Zeit zurückzuführen.

Die Anfänge der Industriellen Revolution

Ihren Ursprung hatte die Industrielle Revolution Ende des 18. Jahrhunderts in der englischen Textilindustrie. Seit 1730 wurden zur Herstellung von Textilien noch Streichmaschinen sowie fliegende Weberschiffchen eingesetzt. Im Jahr 1764 wurde dieser Prozess durch die Erfindung der Spinnmaschine deutlich vereinfacht und automatisiert. Kurze Zeit danach ließ Richard Arkwright eine verbesserte Spinnmaschine bauen, die mittels Wasserkraft angetrieben wurde. Damit war das Spinnen von Garn auch für ungelernte Arbeiter möglich. Als dann im Jahr 1775 auch die Walzenkarde dazu kam, konnten die rohen Baumwollfasern ohne großen Aufwand zum Spinnen vorbereitet werden. Dank dieser Fortschritte entstand schließlich ein mechanisch angetriebener Prozess, mit welchem ein Rohstoff mit Maschinenhilfe und diversen Arbeitsschritten zum Massengut avancieren konnte. Damit war der Begriff der Industrie entstanden. Der Höhepunkt in der Textilverarbeitung war schließlich die Erfindung des vollmechanisierten Webstuhls im Jahr 1785.

Die Industrialisierung beschränkte sich hierbei jedoch keineswegs nur auf die Textilindustrie. Nach der starken Verknappung von Brennholz im 13. Jahrhundert, widmeten sich die Engländer verstärkt der Förderung von Kohle. Doch bald waren die Kohlebergwerke derart tief ausgegraben, dass sie ständig mit Wasser vollliefen. Dieser Missstand konnte schließlich 1712 behoben werden, als Thomas Newcomen zum Abpumpen des Grubenwassers die Dampfmaschine erfand. Dank dieser Maschine konnte erstmals Wärme in mechanische Arbeit umgewandelt werden. Auf der Basis dieser Erfindung ließ der Schotte James Watt im Jahr 1769 zwei bahnbrechende Verbesserungen patentieren. Zum einen ging es da um die Kondensation des Wasserdampfs in einem separaten Kondensator, was dazu führte, dass der Zylinder nicht laufend abgekühlt und neu aufgeheizt werden musste. Andererseits sah er eine Isolierung des Zylinders vor. Im Zuge dieser Erfindungen, konnte der Wirkungsgrad um das Sechsfache verbessert werden. Gemeinsam mit dem Fabrikanten Matthew Boulton wurden weitere Dampfmaschinen entwickelt, die nicht nur die Kohleförderung preiswerter machten, sondern auch einen schnelleren und billigeren Abbau von Erze und anderer Rohstoffe ermöglichten.

Das Land war in dieser Zeit nicht nur in der Textil- sondern gleichermaßen in der Eisenproduktion führend. Auch in diesem Bereich gelang der Durchbruch, als im Jahr 1784 das Puddelverfahren zur Stahlerzeugung erfunden wurde. Hierbei war es möglich geworden, aus Stein- oder Braunkohle Koks herzustellen. In einem Hochofen konnte dann Eisenerz und Kohle zu Stahl verschmolzen werden. Währenddessen hatte sich aber auch das wirtschaftliche Denken der Menschen geändert. Geld wurde zunehmend zur Voraussetzung für die Produktion von Waren. Der Kapitaleinsatz war erforderlich, um teure Maschinen zu erwerben um schließlich anhand der produzierten Waren noch mehr Kapital zu erwirtschaften. In der Hoffnung auf hohe Gewinne, wurde das Geld von privaten Kapitalgebern zur Verfügung gestellt. Dies war die Geburtsstunde des Kapitalismus.

Westeuropa und die USA ziehen nach

Für die europäischen Nachbarn war der Vorsprung Englands um 1800 unübersehbar geworden. Schließlich konnten die Handwerker des eigenen Landes nicht länger mit den billigen englischen Industriewaren konkurrieren. Damit war es sehr dringlich geworden, die erforderlichen Kenntnisse ebenfalls zu erwerben und umzusetzen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür schaffte die Französische Revolution, die zur Gewerbefreiheit durch die Abschaffung der Zünfte führte. Nach und nach entstanden mit der Einführung riesiger, dampfgetriebener Maschinen Fabriken, vorwiegend im Ruhrgebiet, im Rheinland, im Nordosten Frankreichs und in der Benelux. Um den Vorsprung Englands aufzuholen, brachten die Nachzügler insbesondere eines mit: Kapital. So war die Industrielle Revolution 1850 auch in Westeuropa in vollem Gange. Nordamerika kam allerdings noch schneller voran. Zu verdanken war dies unter anderem den zahlreichen Eisenhütten, die als Nährboden für Unternehmertum dienten. Die Amerikaner beschränkten sich hierbei nicht lediglich auf die Übernahme der englischen Maschinen, sondern entwickelten diese stetig weiter. Schließlich exportierten sie sogar ihre eigenen Maschinen nach England. Gedeckt wurde der enorme Arbeitskräftebedarf durch Einwanderer, die in großer Zahl ins Land kamen. Hiermit waren die Bedingungen für folgende weitere wichtige Etappen geschaffen:

  • Erfindung des Dampfschiffs machte Reisen zwischen den Kontinenten günstiger
  • Dank der Vereinfachung von Arbeitsvorgängen und der Entwicklung standardisierter Bauteile war die Produktivität in Amerika rasch höher als die der Engländer
  • Die Massenproduktion in Amerika ermöglichte den Massenkonsum, so blieben Auto oder Telefon nicht wie in Europa nur den Reichen vorbehalten
  • Der Bau transnationaler Eisenbahnlinien förderte die Kohleförderung, den Maschinenbau sowie die Stahl- und Eisenindustrie und verschaffte gleichzeitig auch Zugang zu den Bodenschätzen
  • In Chicago entstand in großen Schlachthöfen das Fließbandsystem
  • Im Rahmen des Taylorismus konnten Arbeitsvorgänge in einzelne Schritte zerlegt werden, was wiederum der Ausgangspunkt für Rationalisierung und die spätere industrielle Fließbandproduktion war

Neben diesen produktionstechnischen Verbesserungen hat die Industrielle Revolution allerdings auch zu unerwünschten sozialen Folgen geführt. In den ersten Jahrzehnten der Industrialisierung waren die Lebensbedingungen der Arbeiter schlechter als zuvor. Es fehlte an Wohnraum und die vorhandenen Unterkünfte boten schlechte Bedingungen. Maschinen ersetzten zunehmend Menschen. Viele mussten daher in großer Armut leben.

Aufbruch in die Moderne

Dank zahlreicher Erfindungen, wie der des vollmechanisierten Webstuhls, der Dampfmaschine oder dem Puddelverfahren in der Stahlproduktion, konnte England seine Wettbewerber deutlich hinter sich lassen. Doch bald konnten auch Westeuropa und vor allem die USA dank der Unterstützung privater Geldgeber aufholen. Aufgrund zahlreicher Weiterentwicklungen konnte die USA innerhalb kurzer Zeit die weltweit höchste Produktivität erzielen. Heutige fortschrittliche Produktionsbedingungen, wie hier am Beispiel unter www.transprotec.de, sind demnach dem hohen Erfindergeist diverser Menschen sowie der Investitionsbereitschaft fremder Kapitalgeber zu verdanken.

Bild stammt von: LE image – Fotolia

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