Die Designer von Stuttgart 21: Die Ingenhoven Architekten

Die Ingenhoven Architekten stehen ganz oben auf der Abschussliste der Stuttgart 21 Gegner: Das Team um Christoph Ingenhoven, der sein Architekturbüro in Düsseldorf seit 1985 betreibt, hatte 1997 den Wettbewerb zum Bau des neuen Hauptbahnhofs für sich entscheiden können, doch richtet sich seitdem der Unmut der Stuttgarter auf den Abriss des alten Gebäudes von Paul Bonatz zugunsten des modernen, unterirdischen Bahnhofs, denn für sie ist Bonatz‘ Gebäude eines der wichtigsten Bauwerke der 1920er, angesiedelt zwischen Historismus und Moderne.

Ingenhoven Architekten: umstrittene Pläne für Stuttgart 21

Tatsächlich bleibt auch ein Großteil des noch aktuellen Bahnhofs in den neuen der Ingenhoven Architekten integriert: Kopfbahnsteighalle, Turm, Schalterhallen und Säulenhalle bleiben bestehen, während die Seitenflügel abgerissen werden. Stuttgart 21 sieht derweil vor, den neuen Bahnhof und den alten in eine neue Stadterfahrung zusammenzuführen und auch den Schlossgarten somit zu vergrößern.

Ökonomisch und ökologisch bauen steht derweil neben der Regelung des Verkehrsaufkommens bei dem Bahnhofsvorhaben an vorderster Stelle. Lichtaugen sorgen 14 Stunden am Tag für die Beleuchtung, ohne dass künstliches Licht verwendet werden müsste, Wärme spendet die Erde, Kühlung einfahrende Züge, CO2 Emissionen sollen vollständig ausgeschlossen werden.

Oeconomicum, Google Inc. und Strafgerichtshof: Preise, Auszeichnungen und Aufträge

Auch der architektonische Ansatz der umgekehrten Hängekonstruktion soll einerseits dem Bahnhof eine moderne Identität geben und andererseits durch seine natürliche Bauweise überzeugen. Gegner des Projekts sehen darin allerdings – neben vieler anderer, zum Teil sehr unterschiedlicher Argumente und Motivationen – städtebauliche Veränderungen, die sich nicht mit dem Denkmalschutz und einem angestammten Stadtbild vertragen.

Doch die Geschichte der Ingenhoven Architekten beginnt nicht mit Stuttgart 21 und hört dort auch nicht auf. Neben vielen Wettbewerbserfolgen und Auszeichnungen konnte das Architekturbüro auch die Aufträge für das Hauptquartier von Google Inc. in Kalifornien an Land ziehen, sowie das Oeconomicum der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität und den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, den RWE-Turm in Essen und die Marketingzentrale von Swarovski in Zürich.

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