Die Botschaft des Nikolaus von Kues oder: Die Fünf-Minuten-Exegese

Brief des Autors an den Herrn Kardinal Julian:

"Empfange nun, ehrwürdiger Vater, was ich schon längst auf den verschiedenen Wegen der Lehrmeinungen intensiv zu finden versucht habe, jedoch nicht eher finden konnte, als bis ich bei meiner Rückkehr aus Griechenland auf dem Meerwege dahin gelangte – meiner Meinung nach durch ein Geschenk des Himmels vom Vater der Lichter, von dem alle gute Gabe kommt -, das Unbegreifliche in nicht begreifender Weise in belehrter Unwissenheit zu erfassen im Übersteigen der unvergänglichen Wahrheiten, die nach menschlicher Erkenntnisweise nur erkennbar sind."

So lautet eine Passage aus diesem Brief. Sie findet sich in Nikolaus‘ III. Band seiner De Docta Ignorantia

Wenn wir diesen Text lesen, dann haben wir das Gefühl, nur ‚Bahnhof‘ zu verstehen. Der Text in dieser uninterpretierten Form ist kryptisch. Doch bereits in und mit der im vorletzen Blog (ubi contradictoria coincidunt … Schlüssel zur Transzendenz) geschilderten Darlegung der "Koinzidenz des Kleinsten und des Größten" ist es möglich, diese kryptische Erkenntnis fast vollständig aufzulösen und in eine transparente rationale Botschaft zu übersetzen.

Die ersten einleitenden Worte unterstreichen nur eines: Die Subtilität und Bedeutung der von ihm gemachten Erkenntnis. Nikolaus erinnert daran, dass er auf verschiedenen Wegen vergeblich nach dieser Erkenntnis gesucht habe. Das von ihm formulierte Theorem war bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt. Es gab keinerlei überlieferte Studien oder Untersuchungen, in denen es dokumentiert war und auf die er hätte zurückgreifen können.

In den darauffolgenden Zeilen erfahren wir, welch‘ ungewöhnliche Erkenntnis dieses Theorem in Aussicht stellt: Es erlaubt das Unbegreifliche (i.e. das Transzendente) in nicht begreifender Weise in belehrter Unwissenheit zu erfassen, und zwar durch Übersteigen jener Wahrheiten, die nach menschlicher Erkenntnisweise erkennbar sind.

Dies ist zweifellos der kryptischste Teil seiner Botschaft, doch mit Hilfe der bereits erläuterten und erklärten "Koinzidenz des Kleinsten und des Größten" ist es möglich, diese Botschaft zu "knacken".

So ist mit der Koinzidenz des Kleinsten und des Größten (selbst) jene Wahrheit bezeichnet, die nach menschlicher Erkenntnisweise (gerade noch) erkennbar ist. Sie bewegt sich noch im sichtbaren Raum der Wirklichkeit. Doch um das Unbegreifliche zu erfassen, müssen wir, so Nikolaus selbst, die dadurch bezeichnete Wahrheit übersteigen. Genau dies geschieht, wenn wir die Koinzidenz des Kleinsten und des Größten in Richtung ihrer bedingenden Ursache „lesen". Das Ergebnis ist, dass wir uns mitten in etwas grundlegend Unsichtbares und damit letztlich Unbegreifliches hinein bewegt haben.

Doch was wir auf diesem Wege erkennen können, ist selbst (!) nicht mehr ‚begreifbar‘, denn es überschreitet alle für die sichtbare Welt geltenden Unterscheidungen; selbst den letzten und subtilsten Unterschied, den zwischen dem Kleinsten und dem Größten. 

Bis zu diesem Punkt haben wir fast die gesamte Botschaft des Nikolaus von Kues abgearbeitet. Das einzige, was uns noch fehlt, um seine Botschaft vollständig verstehen zu können, ist die ‚belehrte Unwissenheit‘. Auch wenn wir das Unbegreifliche nicht begreifen können, so gehen wir doch, so Nikolaus, mit einer belehrten Unwissenheit aus dieser Erkenntnis hervor. Was diese belehrte Unwissenheit jedoch ausmacht, ist bislang nicht präzisiert worden. Es ergibt sich zumindest nicht schlüssig aus dem, was in den letzten blogs dargelegt wurde.

Deswegen soll hier der Versuch gestartet werden, dieser belehrten Unwissenheit auf die Spur zu kommen. Dieser Versuch wird zeigen, worin die besondere Raffinesse und Subtilität der Koinzidenz des Kleinsten und des Größten letztendlich besteht.

In dem blog ubi contradictoria coincidunt … Schlüssel zur Transzendenz ist der LeserIn aufgefordert worden, die Koinzidenz des Kleinsten und Größten in beide Richtungen der Wirklichkeit zu lesen: Sowohl in Richtung Immanenz als auch in Richtung Transzendenz.

Was an dieser Aufforderung verwundert oder besser: verwundern muss, ist der Umstand, dass ein- und dasselbe Konstrukt zu grundlegend verschiedenen Schlussfolgerungen führt. Einmal führt es zur Allgegenwart, ein anderes Mal zur Unsichtbarkeit. Eigentlich würde man erwarten, dass es in beiden Richtungen zu demselben Ergebnis kommen sollte. Wo also kommt der Unterschied her? Oder anders gefragt: Was berechtigt uns, an dieser Stelle einen Unterschied anzunehmen? Wie erklärt es sich, dass die Koinzidenz des Kleinsten und des Größten, wenn man sie in Richtung Transzendenz liest, zu einer radikalen Unsichtbarkeit führt, während sie sich, in Richtung Immanenz gelesen, einen Hauch von Greifbarkeit bewahrt?

Der Schlüssel zu all diesen Fragen liegt in dem, was Kryptoanalytiker asymmetrische Verschlüsselung nennen.

Was es damit auf sich hat, erfahrt Ihr im nächsten blog.

Keine Meinungen

  1. Bisher steht nur das vierte Quartal 2007 als Termin fest. Bis ein fester Termin released wird, vergehen sicherlich noch einige Monate…

  2. Wie ist das mit den Nüssen? Die sind doch gesund, wenn sie nicht gerade zum Übergewicht führen?

  3. Was denn nun?
    Sind Milchprodukte säurebildend und schlecht,
    oder gute Lebensmittel die auf den Speiseplan gehören?

  4. Habe seit einiger Zeit starke Gelenkschmerzen in der rechte Hüfte. Der mich behandelnde Arzt riet mir zu einer Operation, d.h. ein neues Hüftgelenk, wobei nur die Kugel deformiert ist .
    Gibt es wirklich keine Alternative? Ich bin ein sportlicher Typ und denke, dass ich dadurch in bestimmten Aktivitäten eingeschränkt bin wie z.B. Abfahrtsskilauf.
    Hat jemand Erfahrung, welche sportlichen Aktivitäten mit einem künstlichen Hüftgelenk noch möglich sind?
    Über Antworten wäre ich sehr dankbar.
    Monika

  5. Guten Morgen,
    also auf keinen Fall operieren.Dann ist es vorbei mit Sport!!!!!!!Fangen Sie bitte an ,sich mit Ernährung und Übersäuerung zu befassen.Kaufen Sie sich das Buch von Jentschura:Gesundheit durch Entschlackung.Wenn Sie das gelesen haben ,wissen Sie alles wie Sie Ihre Gesundheit zurück kriegen,habe nach langem Studium Ihre Erkenntnis als die Einzige gesundmachende Strategie erkannt.X-mal angewandt bei schwersten Erkrankungen.Hilft i.d.R.immer (außer bei Seelenleid).Wenn Sie Ihren PH Wert wieder haben steigen Sie langsam ins Yoga ein-kein Leisungssport!!!Der Gewinn bist zum letzten Atemzug pure Gesundheit.Bin selbst 57J.und betreibe alle Sportarten wie Skifahren,Tauchen,segeln,Yoga…aber keine verrückten Leistungssport mehr!!!Gesundheit und Leistungssport ist leider Gesellschaftsirrtum wie so viele andere auch.

    Gruß

    Vital Energy

  6. Antwort an Martin:

    Also Milchprodukte sind wahre Basenräuber und übersäuern den Körper.Wir Menschen sind die einzigen Lebenwesen auf dem Planeten welche Milch von anderen Lebenwesen verwerten.Die Milch ist eigentlich für die Nachkommen der jeweiligen Art vorgesehen.Der Preis ist dafür unsere schlechte Gesundheit.Und die pasteurisierte Milch ist sowieso tot!!!Also letztlich muß der Körper, um sie überhaupt verwerten zu können,wertvolles Kalzium zur Neutralisierung aus dem System nehmen.Milch ist kein Lebensmittel-sondern Nahrungsmittel.

    Gruß

    Vital Energy

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