(Foto: PixelQuelle.de)
Bevor Ihr dem nächsten achtbeinigen Zeitgenossen mit dem Badeschlappen zur Wiedergeburt verhelft, denkt daran, was gerade in Eurem Kopf passiert. In einem kleinen Teil des Gehirns, der Amygdala, lösen spezielle Außenreize innerhalb einer Drittelsekunde starke Emotionen aus. Der Körper wird in erhöhten Alarmzustand versetzt. Noradrinalin und Adrenalin werden ausgeschüttet, damit die Muskelspannung steigt und sich der Herzschlag erhöht. Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Solche Reaktionen werden als Stress bezeichnet: [Der Stress mit der Stressvermeidung]
(Das Bild ist selbstgebastelt, die MRT-Aufnahme stammt aus dem "Whole Brain Atlas")
Dass ausgerechnet die kleinen Spinnen dazu in der Lage sind, solche Reaktionen bei vergleichsweise gigantischen Menschen auszulösen, hat entwicklungsgeschichtliche Ursachen. Auch junge Affen fürchten sich vor Spinnen und Käfern. Der Vorbehalt gegen das Getier scheint genetisch veranlagt zu sein. Er soll den Primaten davon abhalten, sich wahllos Insekten in den Mund zu stopfen, denn die könnten ja giftig sein. „Pfui Spinne!" ist also ein uraltes Warnprogramm, das sich im Normalfall durch Gewöhnung leicht entschärfen lässt. Trotzdem leiden ca. 10 Prozent der Deutschen an Arachnophobie. Bei diesen Leuten gerät die in der Amygdala ausgelöste Stressituation außer Kontrolle und es kommt zu Panikattacken. Solche Angststörungen nennen sich Phobien und sollten behandelt werden.
Für den Rest der Menschheit gilt aber einfach: Unbekannte Spinnenarten besser nicht verspeisen, sondern am Beinchen fassen und einem lieben Menschen unter die Nase halten. Das stärkt den Kreislauf und setzt Endorphine frei.
Die Chefarztfrau