Der Südschlager: VfB Stuttgart gegen Bayern München

Endspurt in der Fußball-Bundesliga. Kurz vor Weihnachten wollen die Vereine noch einmal Punkte sammeln, um mit einem guten Gefühl und auf einer günstigen Ausgangsposition zu überwintern, neue Kräfte zu sammeln und über den ein oder anderen sinnvollen Transfer nachzudenken.

Zum Abschluss des 16. Spieltags kommt es am Sonntag zum Südschlager zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München. Beide Vereine haben eine traditionsreiche Geschichte gegeneinander und sollten der ausverkauften WM-Arena in Stuttgart ein hochklassiges und abwechslungsreiches Spiel bieten können.

Die bisherige Saison des VfB Stuttgart

Der VfB spielt eine ordentliche Saison, mit der man im anspruchsvollen Stuttgart aber dennoch nicht wirklich zufrieden ist. Zu oft verschenkten die Schwaben gegen schwächere Gegner leichtfertig Punkte. So verlor man daheim gegen das damalige Schlusslicht Hamburger SV mit 1:2, baute auch den FSV Mainz in dessen Krise durch eine 1:3-Niederlage wieder auf und schenkte zuletzt dem 1. FC Köln einen späten Punkt, nachdem man lange mit 2:1 geführt hatte. Gleichwohl konnte Bruno Labbadias Team die Abgründe der letzten Saison weit hinter sich lassen und befindet sich durch Platz 7 noch in Reichweite der Plätze zur Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe, welche das erwartungsfrohe Publikum nur zu gerne wieder besuchen würde.

Der VfB Stuttgart hat diese insgesamt positive Ausgangslage vor allem durch gute Leistungen gegen die Spitzenteams erlangt. Der FC Schalke 04 und Hannover 96 wurden leicht und locker mit jeweils 3:0 abgefertigt. Bei den starken Gladbachern gab es ein 1:1 und auch der so starke Titelverteidiger Borussia Dortmund musste sich in Stuttgart mit einem Punkt begnügen und konnte dabei froh sein, im ersten Durchgang nicht überrannt worden zu sein. Der VfB kann also an guten Tagen jeden schlagen, zeigt sich aber insgesamt noch zu unbeständig. Die Konstanz in den Leistungen ist etwas, woran Bruno Labbadia noch arbeiten muss, wobei man sich auf einige Stützen wie Sven Ullreich, Serdar Tasci oder Torjäger Martin Harnik jederzeit verlassen kann. Mit den Bayern kommt nun wieder ein starker Gegner, gegen den keine Extramotivation nötig wird. Der letzte Heimsieg gegen die Münchener gelang allerdings im November 2007, seitdem hat es nur noch einen Auswärtserfolg gegeben.

Die bisherige Saison von Bayern München

Nur einen Spieltag lang mussten die Münchener die Tabellenführung abgeben. Nach einem 4:1 gegen Werder Bremen und dem gleichzeitigen Remis der beiden Konkurrenten aus Dortmund und Mönchengladbach, sind sie schon wieder auf dem Platz an der Sonne. Franck Ribery und Arjen Robben trafen wie sie wollten und ließen die schwachen Partien der letzten Wochen schon beinahe in Vergessenheit geraten.

Ist damit schon wieder alles gut an der Isar? Wohl kaum, denn ein ungefährdeter Weg zum Titel, so wie es lange Phasen der Hinrunde aussah, ist zunächst einmal nur ein Wunschtraum. Die Konkurrenz hat aufgeholt und schickt sich an, der Startruppe aus München an den Fersen kleben zu bleiben. Ein Erfolg im schweren Auswärtsspiel in Stuttgart wäre daher ein wichtiges Ausrufezeichen und eine ordentliche Ansage an die Mitbewerber um den Titel. Im letzten Jahr konnten die Bayern im Übrigen genau dieses Vorhaben in die Tat umsetzen. Gleich zweimal triumphierten sie in wenigen Tagen am Neckar – einmal mit 5:3 in der Liga und anschließend gar mit 6:3 im DFB-Pokal. Es wäre nicht weiter verwunderlich, sollte Jupp Heynckes in diesen Tagen Videos der Partien von vor einem Jahr aus dem Schrank holen, um sie seinen Spielern zur Einstimmung vorzuführen.

Fazit: Auch wenn die Bayern plötzlich wiedererstarkt sind: In Stuttgart wird es diesmal nicht zum Sieg reichen. Im entscheidenden Moment kann sich der VfB wieder einmal steigern und erreicht wie gegen Köln ein starkes und leistungsgerechtes 2:2.

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