Der Ritter von der traurigen Gestalt

Ritter sagte, „dass 61 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges Krieg wieder als Mittel der Politik forciert eingesetzt“ werde. Damit untermauerte er zum einen seine wenige Tage zuvor geäußerte Kritik am Stralsund-Besuch des Präsidenten und bewies einmal mehr ein selektives Geschichtsbewusstsein, das sich nun auch noch mit einer unsensiblen Wahl des Zeitpunktes paarte. Aber vielleicht muss man Peter Ritter diese Kritik zugestehen, schließlich ist er Pazifist. Was er in einem weiteren Teil seiner Rede auch noch einmal unterstrich: „Wir wollen keine Kriege und keine Plätze, wo man Krieg übt.“ Die Schlussfolgerung die Peter Ritter daraus allerdings zieht, zeigt, dass die Linkspartei immer noch nicht in der Realität angekommen ist: „Politik und Politiker die friedliche Konfliktlösungen von ihrer Agenda gestrichen haben, können in unserem Land daher nicht willkommen geheißen werden.“ Damit wurde Ritter persönlich. Seine Kritik – ausgerechnet am 8. Mai – richtet sich gegen Amerika im Allgemeinen und George W. Bush im Besonderen.
 
Antiamerikanismus ist offensichtlich immer noch das wirksamste Mittel für die Herstellung von Einigkeit innerhalb der eigenen Reihen. Außenpolitik gehört nun einmal nicht zu den Anforderungen an einen Landespolitiker, daher sollte er sich aus ihr auch tunlichst heraushalten. Statt argumentativ geht er plakativ vor, reduziert Amerika auf seine vermeintlich kriegerische Außenpolitik, die nichts anderes zum Ziel hat als zu zerstören und zu verwüsten. Dass er die großen Linien der Außenpolitik nicht versteht oder verstehen will, sollte man einem Landespolitiker nicht vorwerfen, platten Antiamerikanismus schon.
 
Dass die parteitreuen Medien eine etwas andere Sicht der Dinge haben, verwundert da auch nicht mehr.

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