Der Delfin an sich

Delfin 4, so heißt die Sprachstandserhebung quasi im Langtext, zeigt Mängel über Mängel und scheint mit dem ganz heißen Lockenstab, wahrscheinlich dem gleichen, mit dem sich Ministerin Sommer allmorgendlich die Frisur onduliert, gezwirbelt zu sein. Da müsse man halt im Zweifel mal was nachbessern, kommt aus den unteren Chargen des Ministeriums, während sich die oberen Leitungsbereiche klar zum Test as it is bekennen und die Fehler beim ausführenden Personal suchen. Typisch Politiker eben. Funktioniert meine Richtlinie nicht, habt Ihr Doofen sie falsch umgesetzt.

Mittlerweile wächst wohl die Erkenntnis, dass man mit dem Test in seinem aktuellen Zustand sogar die leistungsstarken Kinder zum Versagen bringt, während die intellektuell und sprachlich Schwachen manche Testsituation besser zu meistern scheinen. Für mich kein Wunder. Welches sprachkompetente, intelligente Kind ist denn bereit, auf Anforderung einer für es fremden Person, blödsinnige Wörter, wie Kutabodi oder Wakimedu nach zu sprechen. Oder Sätze wie "Elefanten schwimmen im Himmel". Spätestens, wenn ein solches Kind dann auch noch aufgefordert wird, die Mehrzahl von Pemmich oder Dopf zu bilden, wird es den Glauben an die Vernunftbegabung der Erwachsenen komplett verlieren und sich in den Schutzraum stummer Meditation zurückziehen. Der intellektuell schwächere Prüfling wundert sich im Zweifel nicht mal. Pemmiche? Klar, die essen am liebsten Dopfe. Ich glaub, die gibt´s in Kutabodi.

In der zweiten Stufe des Tests, den all diejenigen durchlaufen müssen, die die erste Stufe schon nicht geschafft haben, mithin etwas mehr als die Hälfte aller Prüflinge, steht den Kids nicht mal mehr die vertraute Person der Erzieherin zur Seite. Der "Ausflug ins Pfiffikus-Haus" (so heißt Stufe 2) wird allein durch die künftigen Grundschullehrer "abgewickelt". Angesichts der schieren Menge der nachzuprüfenden Kids kann man sich leicht vorstellen, was das auch für die Lehrerschaft, und im Weiteren, deren aktuelle Schulkinder bedeutet. Die Lehrer haben eine Riesenmenge Arbeit (wofür ich sie allerdings nicht bemitleide) und die Schulkinder haben massenweise Unterrichtsausfall oder werden im Vertretungswege verwahrt.

Wird das Ergebnis diesen Aufwand rechtfertigen? Natürlich nicht.

(Foto: www.pixelio.de / Fotograf: Jörg Klemme, Hamburg)

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