Der Anbau von Energiepflanzen in Deutschland – Fakten und Hintergründe

Energiepflanzen in Deutschland – das Volumen steigt!

Die Knappheit fossiler Brennstoffe diktiert einen Großteil des wirtschaftlichen Handelns im 21. Jahrhundert. Der sogenannte „Peak Oil“, das Fördermaximum für Erdöl, wurde bereits überschritten und somit über die Hälfte der fossilen Lagerstätten ausgeschöpft. Nun müssen schnell Alternativen her, die diesen Mangel effizient beseitigen können. Der Anbau von Energiepflanzen wird gesteigert und eine zunehmende Fläche an Ackerland dafür verwendet. Welche Energiepflanzen gibt es in Deutschland eigentlich und wofür werden diese hauptsächlich verwendet?

  • Weizen: Weizen ist eine Energiepflanze? Auch wenn der Schwerpunkt noch auf der Verwendung als Nahrungs- und Futtermittel liegt, wird auch Weizen zunehmend als Energiepflanze eingesetzt. Weizen dient als Grundstoff für Biogas (Strom, Wärme, Biokraftstoff) und Bioethanol. 
  • Gerste: Ähnlich wie Weizen ist Gerste vorwiegend ein Nahrungs- und Futtermittel. Jedoch dient auch diese Getreideart als Grundstoff für Biogas und Bioethanol.
  • Raps: Raps bietet vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten. Auch als Nahrungs- und Futtermittel verwendet, dient die Pflanze in Deutschland in erster Linie als Energiepflanze. Das benötigte Produkt hierfür ist das Rapsöl. Dieses kann einerseits für Biodiesel und andererseits für die Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt werden. Diese Pflanze ist zusätzlich vorteilhaft für Bodenstruktur und die Humusschicht von Ackerland.
  • Mais: Neben der Verwendung als Nahrung und Futter wird der Maisanbau zunehmend als Energiepflanze eingesetzt. Mais kann für die Biogasproduktion sowie für Bioethanol eingesetzt werden.
  • Ackergras: Ackergras wird vor allem als Futtermittel und für die Biogasproduktion eingesetzt.
  • Zuckerrübe: Zuckerrüben werden zu Futter- und Nahrungsmitteln sowie zu Bioethanol weiterverarbeitet. 
  • Weitere Energiepflanzen: Weitere Energiepflanzen mit geringerer Ackerfläche in Deutschland sind: Sonnenblumen, Chinaschilf, Pappeln, Triticale und Sudangras.

Energiepflanzen in Deutschland – die Herausforderungen für und Vorurteile gegen Raps & Co. 

Energiepflanzen in Deutschland werden kontrovers diskutiert. Für den Anbau dieser Pflanzen existieren einige Herausforderungen und Probleme, die es zu lösen gilt:

  • zunehmender Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen: Von vielen wird der Anbau von Energiepflanzen automatisch mit einem erhöhten Einsatz gentechnisch manipulierter Pflanzen verbunden. Doch auch hier gelten die Regeln der EU-Agrarverordnung, die besagt, dass der Vertrieb und Anbau zuerst genehmigt werden muss.
  • Verwendung hoher Mengen an Düngemittel: „Die Ernte wird nicht als Nahrungsmittel verwendet, da kann man beruhigt viel Pflanzenschutzmittel und Dünger ausbringen“. Dies ist oft die vorherrschende Meinung bei Neulingen in der Energiepflanzenbranche. Jedoch muss auch hier der Schutz des Bodens und des Grundwassers im Auge behalten werden.
  • begrenzte Ackerflächen und Regenwaldzerstörung: Eine weitverbreitete Meinung besagt, dass der Anbau von Energiepflanzen zu einer Verschlimmerung des weltweiten Hungerproblems und einer Zerstörung des Regenwaldes führt. Da jedoch weltweit nur 2 Prozent der gesamten Ackerflächen für Energiepflanzen verwendet werden, kann diese Auffassung nicht gestützt werden.
  • Preisexplosionen durch Energiepflanzen: Zeitweise erreichten Agrarprodukte wahre Rekordpreise und waren starken Schwankungen unterworfen. Als Ursache wurde wiederholt der Anbau von Energiepflanzen aufgeführt. Bei einer genaueren Analyse des Marktes geht jedoch hervor, dass die Schwankungen hauptsächlich durch Spekulanten an den Terminmärkten hervorgerufen worden waren. 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Energiepflanzen noch lange nicht das Potenzial haben, fossile Brennstoffe abzulösen, jedoch definitiv zukunftsweisende Alternativen aufweisen. Viele Vorurteile über die Verwendung von Agrarrohstoffen für Energiezwecke treffen nicht zu und ein zunehmender Ausbau von Ackerland mit Energiepflanzen könnte eine nachhaltige Lösung für unser Energieproblem darstellen. 

2 Meinungen

  1. Energiepflanzen werden Nie die derzeitigen gigantischen Ölmengen ersetzen können. Der Wesentlichste Aspekt im Artikel oben fehlt ohnehin. Der Nettoenergiegewinn. Ist dem Autoren klar, dass Düngemittel sehr Energieintensiv meist aus Erdgas zumindes unter Einsatz Fossiler Energie erzeugt werden ?Öl hatte historisch einen Energiegewinn (Energieerntefaktor ) oder Energie Return on Energie Invested – EROEI- von 1:100 . Für eine eingesetzte Energieeinheit erntete man 100. Erdöl heute hat Ca. 1:20, Solarzellen ca 1-5 bis 1-10 und Windenergie ca 1:18Bioethonl aber hat aus oben genannten gründen lediglich einen EROEI von 1:1,6 Es ist beinahe keine Energiequelle. Um zb. beim derzeitigen technischen Stand die Usa mit Bioethonol zu versorgen müssten 120% der gesamten Anbaufläche der USA mit entsprechenden Anlagen bepflanzt werden. Absurd. Essen auf Rädern halt, und zudem ohne echten Nutzen

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