Brexit: Das Szenario für den GB-Ausstieg aus der EU

Brexit: Das Szenario für den GB-Ausstieg aus der EU

In weniger als einem Jahr verlässt Großbritannien die EU – mit oder ohne Abkommen mit den Europäern. Sollte letzterer Fall eintreten, wären die Folgen auf der Insel dramatisch, wie eine Prognose britischer Ministerien aufzeigt.

Showdown Ende März 2019

Es ist der 29. März 2019, 23 Uhr britischer Zeit: Die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien sind zu keinem einvernehmlichen Ergebnis gekommen. Das Land verlässt die EU ohne ein Abkommen, das die Zeit nach dem Austritt regelt. Bereits einen Tag nach dem Austritt bricht im Hafen von Dover der Fährverkehr zusammen. Im südwestlichen Cornwall sind schon nach wenigen Tagen die Supermärkte leergekauft – die Versorgung mit Lebensmitteln stockt. 14 Tage nach dem Brexit geht das britische Gesundheitssystem in die Knie: Den Hospitälern gehen die Medikamente aus. Erste Notfallmaßnahmen müssen ergriffen werden: Die britische Regierung lässt mit Flugzeugen der Royal Air Force lebensnotwenige Güter in die entlegeneren Landesteile der Insel fliegen.

Szenen wie aus einem Katastrophenfilm

Ein Szenario, das an einen Umwelt-Thriller erinnert. Es entspringt jedoch nicht den Köpfen von Drehbuchautoren, sondern ist das Ergebnis eines Brainstormings, das die Mitglieder gleich mehrerer britischer Ministerien abgehalten haben: Sie sollten die direkten Folgen eines Brexits ohne Abkommen mit der EU dokumentieren. Das Ergebnis zeigt, was die derzeitige britische Regierung gern anzweifelt. Das in diesem Fall dem Land schwerwiegende Folgen drohen, die zum Teil unabsehbar sind.

Enorme wirtschaftliche Kosten und Schäden auf der Insel

Viele Befürworter des Brexits sind der Meinung, dass kein Deal mit der EU besser als ein schlechter Deal sei. Großbritannien müsste dann keine EU-Regelungen mehr befolgen und auch die EU-Rechtsprechung wäre für die Insel dann kein Thema mehr. Die Regierung könnte dann Handelsabkommen mit Staaten in aller Welt aushandeln und abschließen.

Auf der realen Ebene dürften sich bei der Umsetzung allerdings große Probleme ergeben und ökonomische Schäden eintreten: Die Häfen der Insel wären allein schon bei der Zollabfertigung komplett überfordert –Chaos wäre die Folge. Britische Lkws dürften nicht mehr auf europäischen Straßen fahren und der Flugverkehr zwischen GB und EU würde brachliegen, weil alle Abkommen von einem Tag auf den anderen obsolet geworden sind. Plötzlich würde es zwischen dem von den Briten verwalteten Nordirland und der Republik Irland wieder eine Zollgrenze mit Kontrollen geben – und das ist nur ein Teil der Probleme, die bei einem No-Deal-Szenario auftreten würden.

Eine Übergangszeit als Zeitpuffer

Ein Brexit ohne Deal zwischen GB und EU ist daher weder von den Briten noch von den Europäern erwünscht – aus offensichtlichen Gründen. Deshalb haben die Verhandlungspartner sich prinzipiell auf eine Übergangszeit geeinigt, die bis Ende 2020 dauern soll. Großbritannien hätte dann ab seinem Austritt im März 2019 kein Stimmrecht in der EU mehr, aber vorerst würde alles andere beim Alten bleiben. Allerdings: Die Übergangszeit wird nur dann Realität, wenn beide Verhandlungsparteien sich bis zum März 2019 auf die Bedingungen für den Brexit geeinigt haben.

Bild: Pixabay, 1567903, paulohabreuf

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