Grundsätzlich werden alle Kinder mit einem unreifen Verdauungstrakt geboren. Der junge Darm mußte bisher ja nur Fruchtwasser verstoffwechseln und braucht circa 12 Wochen um „richtig“ zu funktionieren. Zwischen dem zehnten und dem 21. Lebenstag beginnen dann die Beschwerden.Das heißt, wenn ihr Kind bis zum 21.Tag keine Beschwerden hat, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch niemals unter Blähungen leiden.
Das Kind schreit ohne erkennbaren Grund sehr gequält, zieht die Beinchen an, überstreckt sich und hat plötzlich einen hochroten Kopf – sichere Anzeichen für eine gestörte Verdauung. Inzwischen weiß man sicher, daß die jahrelang praktizierte Diät der sich junge Mütter unterzogen haben (Frauen haben konsequent auf alles Blähendes und Säurehaltiges verzichtet) unnötig ist, da die blähende Wirkung von Speisen nicht in der Muttermilch nachweisbar ist.Außerdem essen Babys unendlich viel und ohne Pausen und haben so nonstop mit ihrer Verdauung zu kämpfen.Also sind Blähungen grundsätzlich erst mal normal.Oft hilft eine lauwarme Wärmflasche, ein Kirschkernkissen und eine verdauungsfördernde Massage( kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn ,um den Nabel herum) die Qaulen zu lindern. Auch naturheilkundlich kann man den Kleinen helfen, die lästigen Winde loszuwerden: Kümmelzäpfchen aus der Apotheke oder Globuli vom Homöopathen.Bevor man jedoch zur „Chemiekeule“ greift und regelmäßig Abführmittel verabreicht , sollte man den Säugling und sich beobachten und eventuelle andere Gründe für das Schreien ausschließen.Vielleicht braucht ihr Kind ganz besonders viel Ruhe und kann es schlecht ertragen, daß sie viel Besuch empfangen oder ihre Nachmittage schon in Cafe`s verbringen.Vielleicht braucht ihr Kind feste Rituale und Kontinuität und vielleicht gibt es sogar einen medizinischen Grund für das übermäßige Schreien.Sicher ist auf jeden Fall, daß Blähungen nach zwölf Wochen einfach verschwinden und viele Eltern Mißstimmungen ihrer Kleinen häufig als Drei-Monats-Koliken deuten.
