Ausbildung oder Studium: Eine schwierige Entscheidung

Im Jahr 2009 standen 866.805 Schulabgänger vor der Entscheidung, welche berufliche Qualifikation sie einschlagen wollen. Und sie haben in der Tat die Qual der Wahl, denn es gibt rund 350 Berufsausbildungen und 2.879 Studiengänge an 365 Universitäten und Hochschulen in Deutschland.

Zuerst muss ein Blick auf den Schulabschluss geworfen werden. Nicht jeder Beruf ist mit jedem Schulabschluss erlernbar, es gibt Zugangsvoraussetzungen. Für viele Ausbildungen wird ein Realschulabschluss erwartet, wogegen für viele handwerkliche Berufe nur ein erweiterter Hauptschulabschluss benötigt wird, ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule hingegen das Abitur oder den Besitz der Fachholschulreife voraussetzt.

Ausbildung oder Studium – Lernen oder Geld verdienen?

In Deutschland gibt es zwei Wege, eine Berufsausbildung zu absolvieren: Die Ausbildung im dualen System in Betrieb und Berufsschule oder die rein schulische Ausbildung an berufsbildenden Fachschulen oder anderen Trägern. Eine Ausbildung dauert je nach Schulabschluss, Berufszweig und Vorbildung zwei bis vier Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung vor einer Kammer ab.

Ein Auszubildender erhält in der Regel eine Ausbildungsvergütung, die sich gestaffelt nach dem Lehrjahr erhöht.

Das Studium – Karriere als Akademiker

Ein Studium bezeichnet das wissenschaftliche Lernen und Forschen an Hochschulen und Universitäten. Studieren ist aber auch an Berufsakademien oder im dualen System, welches ein klassisches Hochschulstudium mit einer Berufsausbildung koppelt, möglich.

Der Unterschied zwischen einer klassischen Ausbildung und einem Studium ist, dass dieses länger, fachspezifischer und theoretischer ist. Einige Berufe können nur mit einem abgeschlossenen Studium ausgeübt werden, etwa der eines Arztes oder Lehrers.

Das Studium wird durch eine wissenschaftliche Examensarbeit, je nach Studiengang Diplom, Magister Artium, Bachelor, Master oder das Examen, abgeschlossen. Jedoch werden die Diplom- und Magister-Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses bis zum Jahr 2011 abgeschafft und einheitlich durch die internationalen Abschlüsse Bachelor und Master ersetzt. Ein Bachelor-Studiengang ist der niedrigste akademische Grad und durch eine kürzere Studiendauer gekennzeichnet. Im Anschluss kann ein Masterstudium absolviert werden, was einem Diplom, Magister oder dem ersten Staatsexamen entspricht.

Ein Studium dauert je nach Studiengang und Wahl zwischen Universität und Hochschule zwischen acht und 12 Semester. Durch den höheren Praxisbezug einer Hochschule ist die Studienzeit an dieser zumeist kürzer als an einer Universität.

Studieren kostet Geld und muss finanziert werden. Neben Semestergebühren müssen auch die Kosten für die Literatur bezahlt werden. Die meisten Studenten finanzieren sich ihr Studium durch Studentenjobs oder den Bezug von BAFöG. Das duale Studium wird in der Regel durch die Betriebe finanziert.

Staatlich anerkannte Ausbildung oder akademisches Studium?

Ein Schulabgänger muss sich entscheiden, welchen Beruf er ausüben möchte, welche Zugangsvoraussetzungen es gibt und mit welchem Abschluss er die besten Chancen auf einen Job hat. Es wird allgemein angenommen, dass Akademiker eine höhere Bildung besitzen, weshalb sie oft bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

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