Air Berlin-Insolvenz: Lufthansa zeigt Interesse

Air Berlin-Insolvenz: Lufthansa zeigt Interesse

Air Berlin ist pleite – und die Konkurrenz kreist schon um die Beute: Die Lufthansa hat nun offiziell Interesse an einer Teilübernahme von Air Berlin bekundet. Zuvor hatte der Gläubigerausschuss in Berlin getagt.

Einstimmiger Beschluss: Air Berlin wird weiterbetrieben

Nach der ersten Sitzung des Gläubigerausschusses wurde verlautbart, dass der Flugbetrieb von Air Berlin aufrechterhalten wird. Nach der Sitzung machte die Lufthansa ihr Interesse an großen Teilen der Air Berlin-Linie offiziell. Die Rede ist von der österreichischen Air-Berlin-Firmentochter Niki sowie weiteren Teilen der Fluggesellschaft. Laut Presseberichten ist die Lufthansa an insgesamt 70 der 140 Air Berlin-Flieger interessiert. Gespräche über eine Übernahme von einzelnen Unternehmenssparten liefen bereits seit kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz der hochverschuldeten Fluggesellschaft. Dabei muss der Gläubigerausschuss einer etwaigen Übernahme von Unternehmensteilen zustimmen. Zum Ausschuss gehören Vertreter Air Berlins, der Commerzbank, Eurowings und der Bundesagentur für Arbeit an, ebenso wie ein Anwalt von diversen Leasinggesellschaften.

7.200 Air Berlin-Mitarbeiter in Deutschland

Die Bundesagentur für Arbeit zahlt den 7.300 Mitarbeitern drei Monate lang Insolvenzgeld. Grund für die Pleite ist neben jahrelang miesen Zahlen der Absprung des Hauptaktionärs Etihad Airways, der weitere Investitionen in die Airline verweigert hatte. Zuvor hatte der Investor mehrere Milliarden Euro in das Unternehmen gesteckt – eingestiegen war Etihad Airways bei Air Berlin im Jahr 2011 und ist mit 30 Prozent an der Airline beteiligt.

Staatliche Unterstützung: 125 Millionen Euro

Um den fliegenden Betrieb aufrechterhalten zu können, erhält Air Berlin einen Überbrückungskredit vom Staat in Höhe von 150 Millionen Euro. Mit diesem Betrag soll die insolvente Airline drei Monate lang handlungsfähig bleiben. Für das Luftfahrtunternehmen muss schnell eine Lösung gefunden werden, da eine insolvente Fluggesellschaft viel Geld vernichtet. Die Fluggesellschaft Eurowings, eine Tochter der Lufthansa, hat 38 Maschinen von Air Berlin gemietet und vorfinanziert. Eine Einstellung des Flugbetriebs würde das Unternehmen wirtschaftlich sehr belasten.

Bildquelle: Pixabay, 2160455, b1-foto

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