Ärzteportale und Online-Diagnosen: Wie hilfreich sind sie wirklich?

„Vorsicht Operation“ ist eine neue Ärzte-Plattform, die es Menschen ermöglicht, eine unabhängige Ferndiagnose vor einer OP zu erhalten, die sie vorzugsweise vor einer unnötigen Prozedur abhalten, die oftmals durch eine Therapie verhindert werden könnte. Wer jetzt die bösen Chirurgen anprangert, der irrt, denn genau die haben sich beschwert, dass Diagnosen und OP-Aufträge aus Sparwünschen entstehen, da alternative Therapien – die für den Patienten schonender und weniger risikoreich sind – oftmals für die Krankenhäuser teurer sind und daher ignoriert werden. Das eingesparte Geld geht an die Klinik oder die Arztpraxis, den Ärger bei einer unnötigen OP bekommt natürlich der Chirurg.

Online-Diagnose als Retter

Aus diesem Missstand heraus haben sich Chirurgen zusammen getan, um die Plattform „Vorsicht Operation“ zu gründen. Das Ärzteportal nimmt sehr genaue Infos von Patienten auf, gibt dann einen Kostenvoranschlag für die Diagnose und ermittelt dann, ob sich die Operation lohnt oder nicht. Und die Kosten sind teilweise nicht von schlechten Eltern. Einige hundert Euro werden teilweise als Richtwert angegeben, für eine Diagnose, die eine völlig überflüssige Behandlung verhindert, vielleicht angebracht, aber bei Werten von 200-600 € darf man auch etwas skeptisch werden.

Ärzteportale sind nicht so selten

„Vorsicht Operation“ ist vielleicht neu, wenn es um die hohen Kosten geht, Ärzteportale für Ferndiagnosen gibt es jedoch bereits einige, die diese Einschätzungen teilweise auch kostenlos übernehmen, bzw. bei denen die Krankenkassen helfend eingreifen. Der Bundesverband für Fachärzte sieht das Online-Portal kritisch und steht damit nicht alleine da, denn seien die Kosten für eine Diagnose, die eben ohne Patientenkontakt entsteht und damit nur eine Spekulation sein kann, viel zu hoch angesetzt und auch weit über dem normalen Sprechstundensatz.

Online Diagnose nicht zuverlässig

Vor allem sollte es nicht so viel kosten, eine Online-Diagnose zu erstellen, bei der lediglich Infos vom Patienten, aber nicht der Patient selber eingeschätzt werden kann. Bei einem persönlichen Patientengespräch und der unmittelbaren Behandlung kann ein Arzt auch erkennen, ob es vielleicht äußere Gründe oder Ähnliches gibt. Eine Ferndiagnose kann also in den meisten Fällen nicht akkurat sein und ist daher oberflächlich. Für 600 € ist das eine teure Oberflächlichkeit.

Zweitdiagnose wichtig

Gerade bei fragwürdigen Operationen sollte jedoch jeder Patient nicht auf eine Zweitdiagnose verzichten, die wird in den meisten Fällen von den Krankenkassen unterstützt, daher sollte man sich nicht scheuen und kostspielige Websites erst einmal außen vor lassen. 

2 Meinungen

  1. Immer mehr Internetseiten berichten auch über medizinische Themen und Krankheiten. Die Zahl von Gesundheitsportalen mit den verschiedensten Gesundheitsnachrichten und News aus der Medizin steigt auch immer weiter an. Leider führt dies aber auch dazu das viele Menschen den Fehler machen und bei Beschwerden nicht mehr ihren Arzt aufsuchen sondern stattdessen auf diversen Webseiten selbst nach entsprechenden Berichten suchen. Auf diese Weise werden aber recht schnell teilweise schwerwiegende Fehldiagnosen gestellt. Sicherlich ist es von Vorteil wenn man sich im Internet auch über Gesundheit und Medizin informiert aber man sollte dabei niemals vergessen das nur ein erfahrener Arzt über die notwendige Ausbildung, Erfahrung und Kenntnisse verfügt um eine richtige Diagnose zu stellen. Nur nach einer intensiver Untersuchung kann ein Arzt dann entscheiden welche Behandlungsmethode die richtige ist. Je früher man bei Beschwerden seinen Arzt aufsucht umso besser ist es. Es ist aber auch sehr empfehlenswert bei schwereren Krankheiten auch noch die Meinung eines zweiten Facharztes einzuholen.

  2. Ärzte-Seiten sind sehr hilfreich wenn es um Informationen geht. Jedoch sind Online-Diagnosen aus meiner Sicht gar nicht möglich.

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