817. Hafengeburtstag

Ich muss zu meiner
Schande gestehen, ich war noch nie auf einem Hafengeburtstag. Und im Nachhinein bereue ich das auch nicht.
Samstagnachmittag,
schlank in Richtung Zentrum gefahren, fix das Auto an der Nicolaikirche geparkt
und ab durch die Deichstraße, rein ins Getümmel!
Auf der Kehrwiederspitze
fand ein großes Estlandfest statt, mit einer baltischen Liveband oder so. Den
„Esti-Burger“ schenkte ich mir, gab ja noch mehr zu sehen.
Da oben am
Himmel, das musste laut Programm der Doppeldecker mit der Tragflächen-Akrobatin
sein –  es könnte aber auch eine Fahne
gewesen sein, schwer zu sagen auf die Entfernung.
Unten am
Baumwall war dann erstmal gar nichts mehr zu sehen, was mit Hafen zu tun haben
könnte. Fressbuden, Schießstände und Menschen. Also eigentlich wie Dom, nur
noch voller. Die Leute sahen irgendwie auch so aus, wie man es vom Dom gewöhnt
ist. Vielleicht ist das hier zu fortgeschrittener Stunde so.
Ich versuchte
mein Glück auf der Promenade und hoffte von dort wenigstens einen Blick auf ein
paar Schiffe zu erhaschen. Die ersten Meter konnte man ein bisschen was sehen
und fast sogar noch laufen. Ab dem Überseebrücke-Restaurant ging dann plötzlich
nichts mehr. Ich war gespannt, ob welcher Attraktion sich dieser Menschenpulk
gebildet hatte. Nach einer gefühlten halben Stunde Gedrängel, in der meine Füße
eine leichte Taubheit angenommen hatten, machte es „Plopp“ und ich war wieder
frei. Die Attraktion entpuppte sich als ein paar Cocktailstände.
Irgendwie schien
die Zeit durch das ganze Schieben und Wuseln nur so zu verstreichen und dann
war es soweit: die QM2 lief ein, imposant und mächtig wie immer.

Die konnte ich
wenigstens trotz der Menschenmassen sehen. Neben der Rickmer Rickmers verweilte
sie dann ein Stündchen, da der Wasserspiegel zum Eindocken zu niedrig war. Wenn
man das, so wie ich zu diesem Zeitpunkt, nicht wusste, hat man ab halb Elf
vergeblich auf das angekündigte Feuerwerk warten können.

Etwas enttäuscht
schob ich mich eine dreiviertel Stunde den überfüllten Baumwall entlang zurück
zum Auto, und ärgerte mich zuhause um halb Eins über die Live-Übertragung des
verspäteten Feuerwerks im Fernsehen.
Vielleicht lag
mein Misserfolg ja nur an meiner fehlenden Hafengeburtstags-Erfahrung. Für Tipps
und Vorschläge, wie man vernünftig mitfeiert, bin ich daher offen. Ansonsten
war der 817. der erste und letzte Hafengeburtstag, den ich besucht habe … bis
zum nächsten Jahr zumindest.

4 Meinungen

  1. Und sonst war am Wochenende nichts los für Hamburg-Blogger?

  2. OK, für deinen nächsten Hafengeburtstag solltest du folgendes beachten:1. nicht mit dem Auto kommen, das erspart dir schon einmal ne menge Frust mit Parkplatzsuche und rumgestaue2. es gilt ein Mindestblutalkoholspiegel von ca. 1,5 Promille3. Der Hafengeburtsatg spielt sich für Hamburger auf den Bühnen ab. Wer sich da n icht auskennt, ist mit der Jolly Roger Bühne immer gut bedient, für Fortgeschrittenen sind es die Bühnen rund um die Häuser der HafenstrasseAnsonsten beim nächsten mal einfach Tipps beim Kulturportal Hamburgeinholen

  3. Sabrina Schütt

    Ja ja, mit Alkohol lässt sich bekanntlich alles besser aushalten. Trotzdem doch irgendwo schade, dass es überhaupt nötig ist. Das spricht ja schon wieder für den Volksfest-Charakter dieser Veranstaltung.Ich glaube, nächstes Mal (sollte es eines geben) fange ich von der anderen Seite an (Fischauktionshalle), denn da sind ja die meisten Bühnen.

  4. Bein Hafengeburtstag kommt es nicht darauf an wo die meisten Bühnen stehen sondern wo die Richtigen sind.Solltest du auf Musik von Jürgen Drews & Co. stehen, bist du in der Fischauktionshalle am allerbesten aufgehoben.Natüflich ist der Hafengeburtstag aber auch nichts anderes als ein grosses Volksfest.Kulturportal Hamburg

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