2 Stunden in Final Fantasy 12

Das Wetter in Hamburg ist so wies man erwartet und der zugezogene Wahlhamburger ist dementsprechend erkältet. Was macht er, wenn er nicht bloggt? Er arbeitet den Stapel (immer noch verpackter) Spiele neben seiner Konsolenansammlung durch.

Die letzte Woche war Final Fantasy 12 (FF12) dran.Über meine Beziehung zu der FF Reihe sei nur soviel gesagt, daß ich ich mit Ausnahme von FF8 alle gespielt habe.

Mit Vorfreude die Playstation angeworfen und nach 2 Stunden Spielen ein erster Eindruck: FF12 hat genau alles das, was mich an modernen Spielen ärgert. 

Zuallererst, es heist Final Fantasy, nicht Star Wars Fantasy. Nichts gegen eine Homage, aber eine Besinnung auf die klassischen Wurzeln a la FF9 wär mir hoch willkommen. Das ist noch Geschmackssache, weniger jedoch die ausufernde Penetranz von in Game und Rendersequenzen. Was zum Beginn des CD Mediums noch für Aufsehen sorgte, hat sich inzwischen deutich abgenutz. Auch wenn die Renderprofis bei SquareEnix ihr Handwerk verstehen, so sollten die Gamedesigner sie mal bitte daran erinnern, daß es sich um ein Spiel, nicht um einen interaktiven Film handelt. Immerhin hatten die Designer soweit Einsehen mit meinen Nerven, daß man die (teilweise sehr peinlich nichtssagenden) Storysequenzen überspringen kann (puh).

FF12 stürzt den Spieler in eine optisch ansprechende und große Welt. Und da man anscheinend davon ausgeht, daß Videospieler entweder alles Raubkopierer sind (und deswegen keine Anleitung haben) oder aber eine solche Leseabneigung haben, daß sie die Anleitung ignorieren (was bei einem Textlastigen Rollenspiel eher unwahrscheinlich ist), wird dem Zocker jenseits des Bildschirms erst mal alles haarklein erklärt. Tatsächlich kann man die ersten Stunden als großes Tutorial oder spielbare Einführung in die Spielmechanik betrachten. Das ist für alte Hasen nicht nur nervig, man kommt sich als Spieler auch ein bischen veralbert vor. Immerhin hätt ich sicher nie allein herausgefunden, daß man mit dem rechten Analogstick den Blickwinkel verändern kann. Was erwarten die Designer auch, daß ich mit dem Joypad spiele? Wenn ich spielen wollte würd ich ja… Aber genug der Ironie, es reicht schon wenn das Spiel nach ein paar Schritten der Spielfigur eh wieder von selbst auf den alten Kamerawinkel zurückschwenkt und meinen Wunsch nach veränderter Perspektive ignoriert.

Gut, in einer BigBrother Welt müssen wir uns wohl dran gewöhnen, daß man vom Dümmsten ausgehen muß. Aber warum erklärt das Spiel durch die Protagonisten, wie es gespielt wird?

Da steht beispielsweise die Freundin des Helden und rät "Gib mir übers Kampfmenü befehle und ich führe sie aus". Na, eine Freundin mit Befehlsmenü, was für eine praktische Erfindung! Da freut man sich als Mann. Auch andere Spielfiguren, die die Welt bevölkern raten einem gerne, welche Taste man auch dem Pad drücken muß, um eine Aktion auszulösen. Wie man wohl im realen Leben reagieren würde, wenn einer meint "hey, zum rennen drück mal den R2 Taster".

Warum macht man sich die Mühe eine detailierte Welt zu erschaffen, wenn man eh gleich in den ersten Spielminuten klar macht, daß es nur ein Spiel ist und sich die Protagonisten in der Geschichte sich dessen auch voll bewußt sind?

In einer Parodie mag das brechen der "Vierten Wand " ja noch ganz lustig sein, nur nimmt sich FF12 sehr ernst. Und es gibt in den ersten Stunden jede Menge Tutorials, die auf diese weise ins Spiel eingebunden sind.

Da versagt auch die beste "suspension of disbelief" . Auch die Einbindung der Lizenzen ist (zumindest in der deutschen Übersetzung) einen Lacher wert. Um Magie, Waffen oder Rüstungen einsetzen zu können, muß man erst entsprechende Felder in einem Fertigkeiten"baum" freikaufen. Ein System wie man es auch von Pen&Paper Rollenspielen kennt. Hier nennt sich das alles Lizenz. Um einen Hut tragen zu dürfen, braucht man eine entsprechende Hutlizenz. Spieltechnisch zwar verständlich, in der Um- und Übersetzung aber herrlich unfeiwillig komisch.

Ich werd mich nochmal dransetzen, Zwischensequenzen wegdrücken, versuchen den unsymphatischsten Helden der FF Geschichte zu ignorieren und in den vielen Ladepausen vielleicht an einer Fortsetzung schreiben… 

 

7 Meinungen

  1. Hmm, kann deine Kritik so überhaupt nicht nachvollziehen. FF12 ist ein großartiges Spiel, das wie die anderen Teile ab der ersten Minute begeistert.

  2. Das eigentliche Spiel find ich auch nicht schlecht. Obwohl mich als alter FF Hase das neue Kampfsystem erst mal einiges an Gewöhnung gekostet hat. Das Problem ist am Anfang erst mal, daß man ne weile zuschauen muß, bis man wirklich mit spielen anfangen kann.tel dir vor man gibt dir ne goldene Kreditkarte, stellt dich in einem Einkaufstempel ab aber befor du los darfst, nimmt dich jemand an der Hand und du mußt erst an allen Geschäften vorbeilaufen und dir erklären lassen, was darin verkauft wird.Aber besser als FF X-2 ist 12 auf alle mal …

  3. Ich war nie großer FF-Fan, habe aber irgendwie fast jede version gespielt, einfach weil es irgendwie dazu gehört. habe dich gerade auf der Suche nach Bloginfos über FF gefunden. Hatte eigentlich beschlossen Morgen mal Richtung saturn zu fahren, du lässt mich jetzt grübeln.

  4. Ich habe FF12 leider auch geschrankt, allerdings erst nach knapp 40 Stunden, war also schon sehr weit. Mich störten vor allem die nichtssagenden Charaktere und die Story, die zwar einen großen Rahmen hatte, von der man aber irgendwie nicht so viel mitbekam. FF13 werde ich mich jedenfalls erstmal SEHR genau ansehen, bevor ich mich erneut darauf einlasse, aber es ist wohl leider so, dass die Blütezeit der Serie in seligen 16Bit-Zeiten war. Hach ja.

  5. FF12 ist doch echt genial, weiß garnicht was Du hast? Mir hats jedenfalls Spaß gemacht, vor allem in diesem verregneten Sommer.

  6. Ich finds gut das du so eine kritik als „alter Hase“ abgibst!! immerhin können wir von deinen 2 stunden FF12 spielen viel lernen… Tja is nen bisschen nervig mit den einführungen und so aber man hat auch irgendwannmal mit diesem spiel als neueinsteiger angefangen! ich finds irgendwie verständlich die erklärungen für jemanden zu machen ders noch nie gespielt hat denn der muss es ja raffen. Ich finds nervig das viele die die spiele FF serie zu schätzen gelernt haben den anderen ihre chance irgendwie nicht zu gönnen scheinen… wir wissen denke ich alle, dass manche dinge im handbuch schlecht erklärt sind und am besten im spiel an der passenden stelle veranschaulicht werden sollten. sei ma nen bisschen fair zu den neueinsteigern!rdtp.s.: also ich finde die vidiosequenzen bringen einem die charaktere und die story viel näher und sind gar nicht so übertrieben

  7. Das Gameplay und die Steuerung, sowie die ellenlangen Einführungsvideos auf einem 47 Zoll LCD TV (mit 5-Komponentenkabel ) als auch die SCHRECKLICH schlechte Grafik (im Vergleich zu God of War 2) deklassieren Final Fantasy 12 zu einem Spiel für das ich nicht ein Mal einen Groschen ausgegeben hätte, wenn ich das vorher gewußt hätte. Das bisher schlechteste von allen PS2-Spielen bisher. Viele kostenlosen Java-Spiele auf dem PC sind in JEDER Hinsicht besser! Müll-Schrott-„braucht kein Mensch-Kategorie“. Die Macher verdienen 30 Jahre Knast ohne Chance auf Bewährung oder Revision. Dümmer als die Polizei erlaubt.

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