Katalogdeutsch für Anfänger: Keine bösen Überraschungen bei der Reisebuchung mehr

Wer nicht möchte, dass der Urlaub zum Reinfall wird, sollte seinen Reisekatalog im Detail studieren. Im Internet oder auf dem Papier warten nahezu alle Ferienobjekte mit einer perfekten Lage oder einer luxuriösen Ausstattung auf Sie! Die Realität sieht häufig jedoch anders aus. Wer vor der Buchung also genauer hinschaut, wird am Urlaubsort seltener negativ enttäuscht.

Vorsicht bei unklaren Formulierungen

„Direkt am Meer“ oder „an der Strandpromenade“ – das klingt zwar sehr verlockend, heißt aber nicht unbedingt nur Gutes. So kann das beschriebene Hotel zum Beispiel durchaus an einer vielbefahrenen und lauten Uferstraße liegen oder die Pension „direkt am Meer“ noch nicht einmal einen Platz zum Baden bieten. Möglicherweise befindet sich die Unterkunft auch in einem Hafen oder hat keinen eigenen Zugang zum Strand. Der Begriff „strandnah“ bedeutet häufig nichts anderes, als dass man zum Strand einen längeren Fußmarsch in Angriff nehmen muss. Angaben wie „10 Minuten bis zum Strand“ lassen im Unklaren, ob von einem Fußweg oder von einer Autofahrt die Rede ist.

Missverständnis programmiert

„Naturstrand“ ist ebenso eine geschönte Formulierung – meist sind diese ein Sammelplatz für angeschwemmten Unrat. Und auch ein „hoteleigener Strand“ muss nicht zwangsläufig ein schöner Sandstrand sein! Ein Hotel, das mit dem Prädikat „Meerseite“ punkten möchte, kann durchaus hinter anderen Gebäuden liegen, die den Blick ins Weite versperren. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte daher „Google“, „Bing“ oder andere Suchmaschinen beanspruchen: Dort lassen sich lokale Gegebenheiten oft ganz schnell ermitteln.

Sie verbringen Ihren Urlaub an einem „aufstrebenden Ferienort“? Um die Idylle könnte es dort schlecht bestellt sein. Eine „zentrale“ oder „verkehrsgünstige“ Lage verheißt meistens Verkehrslärm oder ein nicht zu überhörendes Nachtleben.

Nicht immer so schön, wie erhofft: die Ausstattung

„Zweckmäßig eingerichtetes Zimmer“ klingt erst mal vernünftig, bedeutet aber oft, dass auf jeglichen Komfort verzichtet werden muss. Aussagen wie „kein Kinderbett möglich“ lassen darauf schließen, dass die Hotelzimmer winzig klein sind.
Ein „kontinentales Frühstück“ hat mit einem abwechslungsreichen Frühstücksbuffet in der Regel nichts zu tun – Begriffe wie „erweitert“ oder „verstärkt“ besagen, dass zu Kaffee oder Tee, Brot, Marmelade und Butter auch Eier oder Aufschnitt serviert werden. Vorsicht ist auch bei „All-Inclusive-Angeboten“ geboten: Auch wenn das eigentlich einen Urlaub ohne Nebenkosten bedeutet, muss damit gerechnet werden, dass Getränke nur zu bestimmten Uhrzeiten kostenlos zur Verfügung stehen. Zudem werden hier meist minderwertige Produkte und Getränke offeriert.

Foto: Thinkstockphoto, iStock, 466619303, tetmc

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*