Zähneputzen könnte der Darmflora schaden

Zähneputzen könnte der Darmflora schaden

Wissenschaftler der Oregon State University untersuchten in einem Experiment die Wirkung eines Bakterienhemmers, der in Zahnpasta zum Einsatz kommt. Es stellte sich heraus, dass nicht nur Karius und Baktus im Mundraum abgetötet werden, sondern auch wichtige Bakterien im Darm.





Ein Wirkstoff steht unter Verdacht

Viele Kosmetikprodukte und auch unsere Zahnpasta enthalten einen Wirkstoff, der das Wachstum von Bakterien hemmt. Es handelt sich um Triclosan, es gehört zu Gruppe der polychlorierten Phenoxyphenole. Der Stoff wurde vor über 40 Jahren von der Schweizer Firma Geigy entwickelt und wird von der Kosmetikindustrie hauptsächlich als Konservierungsmittel eingesetzt. Die EU hat den Einsatz der Chemikalie bereits eingeschränkt. Aber das Verbot betrifft nicht Zahnpasta, da diese ausgespuckt wird. Dennoch könnten Spuren von Triclosan in unseren Körper gelangen. Die US-Forscher fanden heraus, dass das Wachstum von wichtigen Bakterien in unserer Darmflora durch den Wirkstoff gehemmt wird. Im schlimmsten Fall könnte das zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Diabetes und Arthritis führen, so die Wissenschaftler.

Die Darmflora ist essentiell wichtig für unsere Gesundheit

Die Bakterien im Darm erfüllen einige sehr wichtige Aufgaben. Sie unterstützen unsere Verdauung, indem sie bestimmte Nährstoffe aufspalten und so erst für unseren Stoffwechsel zugänglich machen. Außerdem erfüllen sie eine Schutzfunktion gegen Schadstoffe und stimulieren unser Immunsystem. Die US-Studie ergab jetzt, dass durch Triclosan das Bakterienwachstum im Darm negativ beeinflusst wird. Nützliche Bakterien werden im Wachstum gehemmt und schädliche Bakterien sogar begünstigt. Die Forscher fordern jetzt weitergehende Studien zu genaueren Erforschung des Einflusses von Triclosan. Manche Mediziner fordern sogar ein komplettes Verbot.

Vom Krankenhaus in die Kosmetik

In den 70er-Jahren wurde Triclosan zunächst nur in Krankenhäusern eingesetzt. Heute ist der Bakterienhemmer der gängigste Wirkstoff zur Konservierung von Kosmetikartikeln. Eine weitere Studie, die von Forschern der Stanford-Universität ausgearbeitet wurde, untersuchte ebenfalls den Wirkstoff Triclosan. Vier Monate lang wurden zwei Versuchsgruppen beobachtet. Eine Gruppe benutzte Produkte mit Triclosan, die andere nur Produkte ohne den Wirkstoff. Bei Abschluss der Studie konnte zwar bei der ersten Gruppe mehr Triclosan im Urin nachgewiesen werden, aber die die Darmflora blieb unverändert.


Bildquelle: Thinkstock, 187095521, iStock, Rasulovs

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