Writing by Reading

Jeder der schreibt, hat Vorbilder in der schreibenden Zunft. Von ihnen hat er gelernt, er hat geguckt, an welchen Fäden dieser Meister Autor zieht, damit die Figur sich lebensecht zu regen beginnt; wie es kommt, dass man wirklich nass zu werden meint, wenn in seinem Buch der Regen einsetzt.

Weil man aber gewissermaßen lernen muss, auf diese Art richtig zu lesen, deshalb mache ich hier jetzt mal beinhart Reklame für ein soeben erschienenes Buch. 22 Autoren stellen darin ihre Lieblingsschriftsteller vor – und das, was sie an deren Schreibtechnik am meisten fasziniert hat. So schärft sich der Blick. Das Buch ist bei Luchterhand erschienen, es kostet acht Euro, und es ist das erste einer ganzen geplanten Reihe, die sich mit der Ästhetik des Schreibens beschäftigen soll. Ein dankenswertes Projekt, wenn es denn hält, was es verspricht …

3 Meinungen

  1. Das Buch interessiert mich. Manchmal sehe ich allerdings die Gefahr, daß, wenn ich zu viel bei anderen gucke, eher eine Kopiegefahr besteht. Ich verstehe aber diesen Post, und für mich ist Lesen auch ganz wichtig. Annette Strauch aus Wales.

  2. Manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück, als ich noch ’naiv‘ lesen konnte. Nun ertappe ich mich dabei, dass ich immer öfter so lese, als ob ich in einem Film nur auf die Kamerafahrten achten würde …

  3. Naiv lesen – der Ausdruck gefällt mir. Kann ich genau nachvollziehen. Ich lese manchmal so, als wenn ich eine Analyse anstellen will – oder das Buch für eine Hausarbeit an der Uni durchlese und deshalb auf bestimmte Metaphern, etc. achten muß. Wie nimmst Du Dir eigentlich die Zeit fürs Lesen? Ich kenne einen Freund, der steht immer um halb acht Uhr auf, der Wecker klingelt um sieben, und konsequent liest er von sieben bis um halb acht. Wenn ich in Deutschland bin, bei der Familie oder Freunden, dann lese ich viel. Die haben alle einen schönen Garten. Das ist für mich das schönste Leseerlebnis, auch am Strand hier in Wales, wo ich lebe: Aberdyfi Beach. Sonntags lese ich die Sunday Times mit den Magazinen oder The Independent. Da habe ich den ganzen Tag zu lesen! Warst Du schon mal in Hay-on-Wye, der walisischen Bücherstadt? Das ist ein Traum für Lesefreunde. Ach ja, ich lese ansonsten auch gerne in Cafes, die Gespräche rundum stören mich nicht. In Cafes läßt es sich auch gut schreiben, oder??!! Habe in Göttingen gelebt, und da las ich und schrieb ich. Dein Post hier hat mich daran erinnert, das ich meinen Nachtzug nach Lissabon endlich fertiglesen will!! Manchmal durch viel Arbeit komme ich weder zum Lesen und zum Schreiben. Es geht aber alles, wenn ich will.

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