Wie gefährlich sind Arztkittel?

Ich weiß ja nicht, wie viele Tage Mediziner ihre Kittel tragen und dabei unter Umständen heikle Souvenirs verteilen, doch in Großbritannien sieht das Gesundheitsministerium Handlungsbedarf. Hintergrund dafür ist die steigende Zahl von Infektionen mit Krankenhauskeimen. Es heißt, dass sich jährlich drei Millionen Patienten mit Krankenhauskeimen infizieren. Das konnte ich kürzlich in der Netzeitung lesen. Besonders für Patienten mit schwachem Immunsystem, offenen Wunden, Dialyse, Kathetern oder Beatmung können kontaminierte Kittelträger zur Gefahr werden. Dem verständlichen Kreuzzug gegen fiese Erreger, Bazillen und Keime ist nun der langärmelige Arztkittel zum Opfer gefallen. Den dürfen in Krankenhäusern tätige Ärzte auf der Insel ab dem nächsten Jahr nicht mehr tragen. Das berichtet die BBC. Doch das ist noch nicht alles. Auch Krawatten, Schmuck und Uhren sind demnächst für Ärzte in Great Britain tabu.

Die Verantwortlichen für das Kittelverbot sind der Meinung, dass dem Patienten besser gedient ist, wenn der behandelnde Arzt Kleidung trägt, an der nicht die Keime des restlichen Krankenhauses hängen. OK, das kann ich verstehen, doch ich frage mich, woran die Briten künftig Ärzte in Kliniken erkennen wollen. Die kleinen Namensschildchen sind ja ziemlich unauffällig. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der eine oder andere Mediziner an seiner Berufskleidung hängt. Doch Sentimentalitäten lässt der britische Kampf gegen Bakterien, Keime oder multiresistente Staphyloccocus aureus-Stämme in Krankenhäusern nicht zu. Deshalb liebe Krankenhaus-Mediziner in Britain: Relax and have a cup of tea!

3 Meinungen

  1. Hallo Maria! Nee, die Sache ist wirklich ernst. Britische Hausärzte tragen schon lange keine Kittel und manche Ärzte hier in den Krankenhäusern tragen Anzüge. Man erkennt sie trotzdem. Ich lag 2003 im Februar in Aberystwyth im Bronglais Krankenhaus, und das war wirklich die Hölle. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall, mußte schließlich nach Deutschland und bekam in Göttingen meine Notoperation. Der Hammer war wirklich die mangelnde Hygiene, das fing schon in einem Wartezimmer an, in dem ein Aquarium stand, daß ungelogen, total schmutzig war – und die armen Fische waren auch am Dahinvegetieren. Mein Vater nahm von heute auf morgen einen teuren Flug für 800 Euro, um zu mir zu kommen. Als Dankeschön holte er sich eine ganz schlimme Krankenhausinfektion. Es ging ihm richtig dreckig!! Ich lag nun da, kurz vorm Cauda Equina Syndrom, hatte echt Glück gehabt & hatte aber auch einen schrecklichen Husten. Ich heulte vor Durst, das gibt es gar nicht. Die Krankenschwestern hatten einfach keine Zeit, um sich um mich zu kümmern. Die Hygiene war zum Verzweifeln. Wenn ich das in Deutschland erzähle, dann wollen mir die Leute das alles gar nicht glauben, echt ein Horror!!! Immer wenn ich mal was zu trinken bekam, meistens Leitungswasser, dann kam eine Hilfskraft durch und fegte Staub unter den Betten. Mit mir lagen ja 13 andere Personen auf der Ward. Der Hammer!! Mann und Frau aller Altersklassen. Die Omi gegenüber mir starb dann eines nachts…die Hygiene, well, well, well, not good at all!!Für all diese Personen gab es nur 2 Toiletten und eine Dusche bzw. ein paar Waschschüsseln!! Die Kittel…..meiner Meinung nach sehr, sehr gefährlich dort!!

  2. Hallo Maria, ich habe das gleiche Problem bei Ärzten in Deutschland gehört, die Kittel werden meist mehrere Tage getragen, anstatt diese nach jedem Tag zur Wäsche zu geben oder einen Einmal-Kittel zu tragen. Grüße, Frank

  3. Volker v. Portal der Augenmedizin

    Prinzipiell ist ja immer die Frage, wie oft ein Kittel gewaschen wird. In der Praxis sieht das ja nicht so gut aus. Als Famulant kriegt man teilweise nur einen Kittel, den man einen ganzen Monat lang trägt.

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