Waschmittel Allergie: Symptome und wie man es herausfindet!

Die Waschmittelwerbung vermittelt uns das Bild der perfekten (Haus)Frau, die ihre Familie umsorgt und natürlich dafür zuständig ist, dass sich ihre Lieben in ihrer lupenreinen Wäsche, die zudem auch noch zart duften muss, absolut wohlfühlen. Und da durch böse Bakterien und Keime eine permanente Gefährdung der Gesundheit gefürchtet werden muss, wird gewaschen, was das Zeug hält. Bei der geballten Ladung an Chemikalien ist es dann kein Wunder, dass es zu allergischen Reaktionen kommt.

Was passiert im Körper bei einer Waschmittel Allergie?

Beim ersten Kontakt mit der Substanz springt unsere körpereigene Abwehr (Immunsystem) an, um den gefährlichen Eindringling unschädlich zu machen. Die Makrophagen (Fresszellen) demontieren ihn. Die nunmehr kleinen Teilchen veranlassen die T-Lymphozyten den Alarmstoff Interleukin auszuschütten, der wiederum die B-Lymphozyten auf den Plan ruft. Diese bilden dann die sogenannten Antikörper (Immunglobulin-E-Antikörper).

Wenn nun der gleiche Stoff noch einmal mit dem Körper in Berührung kommt, sind die Antikörper ja noch da. Das Immunsystem erinnert sich und diesmal geht es gleich zur Sache. Das Immunsystem läuft zur Höchstform auf und schüttet u. a. das Histamin aus. Dieses und weitere Substanzen verursachen dann Entzündungen, die das typische Erscheinungsbild, wie z.B. Rötung, Hitze und einen unglaublichen Juckreiz, verursachen.

Jedes Mal, wenn die auslösende Substanz wieder auf den Körper trifft, wird die Reaktion heftiger. In den schlimmsten Fällen tritt dann der „allergische Schock“ auf, der zum Tode führen kann.

Welche Stoffe können eine Waschmittel Allergie verursachen?

Tenside sind waschaktive Substanzen die u.a. für die Lösung von Fetten in der Wäsche eingesetzt werden. Leider tun sie das auch mit unserer Haut, wenn die (Unter)Wäsche mit ihr in Berührung kommt. Die Haut trocknet aus und wird anfälliger für Entzündungen, weil der Schutzmantel der Haut nicht mehr intakt ist. Menschen, die unter einer Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte) leiden und eine sehr empfindliche Haut haben, sind dadurch natürlich besonders gefährdet, eine Waschmittel Allergie zu entwickeln.

Parfüm und Duftstoffe werden eingesetzt, damit die Wäsche möglichst frisch und angenehm duftet. Auch sie können eine Allergie auslösen.

Optische Aufheller sind, wie der Name schon sagt, für das optische Erscheinungsbild der Kleidung zuständig und ebenfalls allergieverdächtig.

Enzyme, die z.B. die Waschkraft bei niedrigen Temperaturen verstärken sind eindeutig Allergieauslöser.
Grundsätzlich ist es so, dass die einzelnen Substanzen als Auslöser unterschiedlich bewertet werden. Wer sich vor allergischen Reaktionen schützen will, sollte auf möglichst viele dieser Inhaltsstoffe verzichten und auf die dermatologisch getesteten Waschmittel ausweichen. Oder besser noch die Duftstoff-freien Öko-Waschmittel verwenden, die zudem auch noch umweltverträglicher sind.

Die Symptome einer Waschmittel Allergie

Ein quälender Juckreiz und eine gerötete Haut sind sozusagen die „Standardreaktionen“ unseres Körpers. Aber es kommt noch heftiger: Verursacht durch die ausgeschütteten Entzündungsstoffe weiten sich die Blutgefäße und die (Schleim)Haut schwillt an. Darum sind Bienen- oder Wespenstiche im Mund- und Rachenraum so gefährlich. Schlimmstenfalls schwillt der Rachenraum so zu, dass akute Erstickungsgefahr droht.

Die Immunzellen reagieren übereifrig und greifen nicht nur die Eindringlinge sondern auch das körpereigene Gewebe an. Dadurch wird es geschädigt und die Entzündungen noch verstärkt. Außerdem zieht sich die glatte Muskulatur zusammen und kann z.B. in den Bronchien einen Asthmaanfall auslösen.

Weiter können Schwindel oder Ohnmacht auftreten. Schlimmstenfalls kommt es zu einem Zusammenbruch des Kreislaufes und dadurch zum allergischen (anaphylaktischen) Schock.

Wenn allergische Reaktionen das erste Mal auftreten, ist es also sinnvoll, möglichst schnell herauszufinden, auf welche Substanzen reagiert wird.

Manchmal ist der Übeltäter schnell gefunden. Wenn im täglichen Leben immer die gleichen Nahrungsmittel verzehrt werden, Kosmetikprodukte gleichbleiben und bis auf ein neues Waschmittel keine Änderung stattgefunden hat, ist der Auslöser der allergischen Reaktion schnell gefunden, vor allem, wenn sich herausstellt, dass die allergischen Symptome nach einem erneuten Wechsel zum altbewährten Waschmittel nach ein paar Tagen wieder verschwunden sind.

Leider ist es aber oft nicht ganz so einfach. Es gibt eine ganze Reihe von allergieauslösenden Stoffen und auch die Symptome können variieren. In diesem Fall sollte der (Haut)Arzt aufgesucht werden. Dieser hat dann die Möglichkeit, durch einen Test herauszufinden, um welchen Stoff es sich ganz genau handelt.

Trotz detektivischer Kleinarbeit gelingt es leider nicht immer. Dann ist Ausdauer gefragt um den Verursacher letztendlich doch noch herauszufinden. Zusätzlich sollten für die Wäschepflege nur dermatologisch getestete Waschmittel verwendet werden. Da die Zahl der Allergiker ständig zunimmt, entschließen sich immer mehr Hersteller, bestimmte Waschmittel zu entwickeln, die für diese Personengruppe geeignet sind.

Außerdem gibt es inzwischen diverse Waschsubstanzen, bei denen auf viele allergieauslösende Substanzen gänzlich verzichtet wird und die trotzdem zufriedenstellende Ergebnisse liefern.

Site: ExQuisine (Fotolia)

3 Meinungen

  1. Toller Artikel. Danke für die Informationen.Ich finde das echt krass was falsches Waschmittel anrichten kann.Da überlegt man sich doch gleich 2 mal welches man kauft.

  2. Wirklich guter Artikel, sehr nützlich für mich, danke

  3. Hatte heute morgen eine allergische Reaktion mit Atemnot , Juckreiz ,Rötung, Schwindel ….hatte waschpulver vom Nachbarn verwendet….Nachdem ich das Shirt ausgezogen hatte wurden die Symthome nach ca 15 Minuten besser….das war hart.

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