Von chronischen Magenbeschwerden spricht man, wenn die Symptome mindestens 12 Wochen im Jahr auftreten. Magenschmerzen sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen, denn dahinter können sich ernsthafte Erkrankungen wie z.B. ein Magengeschwür, ein Karzinom oder eine chronische Magenschleimhautentzündung verbergen. In der Hälfte der Fälle findet der Arzt jedoch keine funktionelle Ursache.
Akute Magenbeschwerden oder chronische Bauchschmerzen
Der Volksmund spricht davon, dass einem etwas „Bauchschmerzen verursacht“ oder man ein „schlechtes Bauchgefühl“ hat. Stress und Alltagssorgen können uns im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen schlagen.
Wenn man unter chronischen Bauchschmerzen, Krämpfen und Völlegefühl leidet, der Arzt jedoch organisch bedingte Ursache ausschliessen kann, sollte man einmal überlegen, ob man unbewältigte Probleme oder Belastungen mit sich herumschleppt. Möglicher Auslöser kann auch eine unentdeckte Nahrungsmittelunverträglichkeit (Weizen- oder Glutenallergie), Laktoseintoleranz oder Allergie sein.
Reizmagen wird häufig nicht als Ursache der Magenbeschwerden erkannt
Immer wieder auftretender Druck im Bauch, Völlegefühl, Krämpfe, Blähungen, Aufstoßen und Übelkeit sind typische Symptome eines Reizmagens (funktionelle Dyspepsie).
Hinzu kommen häufig seelische Störungen wie Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Depressionen. Die Beschwerden treten häufig in Kombination mit einem Reizdarm auf. Auch wenn keine organische Ursache gefunden wird, sind die Beschwerden nicht eingebildet. Bei Spezialuntersuchungen, wie z. B. einer Messung der Mobilität im Magen-Darm-Trakt, kann man oft Abweichungen von der normalen Funktion erkennen. Schuld sein kann auch ein überempfindliches Nervensystem im oberen Magen-Darm-Trakt, die den Magen überempfindlich gegenüber Reizen wie z.B. Magensäure macht.
Was hilft bei einem Reizmagen?
Ein Reizmagen ist sehr unangehm und beeinträchtigt die Lebensqualität, ist jedoch nicht wirklich gefährlich. Häufig kann man durch eine Ernährungsumstellung schon eine Besserung erzielen. Man sollte auf stark blähende, schwer verträgliche oder besonders fettige Speisen möglichst verzichten und sich genügend Zeit zum Essen nehmen.
Eine Wärmflasche, ein Dinkelkissen und ein heisses Bad wirken wohltuend. Bei Sodbrennen und Schmerzen im Oberbauch helfen Säurehemmer, die einer übermäßigen Bildung von Magensäure entgegenwirken. Diese sind jedoch nicht ganz frei von Kritik (siehe weiterführende Links). Ist die mangelnde Mobilität das Problem, gibt es Medikamente, die die Motorik anregen (Prokinetika).
Weiterführende Links
http://www.sodbrennen-welt.de/news/200705-Saeurehemmer-erhoehen-die-Gefahr-von-Schenkelhals-Bruechen.htm
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Prokinetika
