Was ist eine Kreditversicherung?

Der Welthandel brummt seit der Finanzkrise wieder. Die Produktion und der Verkauf von Waren und Technologien sowie von Maschinen und Anlagen bestimmen wesentlich das Niveau der wirtschaftlichen Entwicklung. Doch längst nicht alle Produkte werden sofort bezahlt. Viele Unternehmen nehmen Lieferantenkredite in Anspruch, um die Liquidität zu schonen.

Die Kreditversicherung im Überblick

Lieferanten Kredite zu gewähren, ist wie jeder andere Kredit auch grundsätzlich mit einem Risiko behaftet. Um diese Risiken abzufedern, wird über die Höhe der Lieferantenkredite eine Versicherung abgeschlossen. Sie kommt zum Tragen, wenn das betreffende Unternehmen die Waren nicht wie vereinbart bezahlen kann. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Ebenso lassen sich über die Warenkreditversicherung bereits erbrachte Leistungen von Unternehmen absichern. Diese Möglichkeit spielt unter anderem in der Baubranche eine Rolle. Zur Kreditversicherung im weiteren Sinne gehören auch die Vertrauensschadenversicherung und die Kautionsversicherung. Ebenso können gerade im Exportgeschäft unvorhergesehene Umsatzeinbrüche aufgrund von politischen Unwägbarkeiten ein Unternehmen kurzfristig in einen Liquiditätsengpass treiben. Diese Fälle können in der Bundesrepublik Deutschland über staatliche Hermes-Bürgschaften abgesichert werden.

Wie funktioniert eine Kreditversicherung?

Prinzipiell lohnt sich eine Warenkreditversicherung nur bei größeren Umsatzsummen. Denn vor dem Abschluss einer Warenkreditversicherung wird betreffende Kunde des Unternehmens erst einmal auf eine ausreichend vorhandene Bonität geprüft. Wenn diese Prüfung positiv verläuft, kann die Versicherungsgesellschaft einen Rahmen festlegen, innerhalb dessen dem Versicherungsnehmer im Falle des Forderungsausfalls ein Großteil der ausstehenden Summen ersetzt wird. Hierzu ist durch das Unternehmen gegenüber dem Schuldner zuerst ein Mahnverfahren durchzuführen. Danach kann das Unternehmen die Inkasso-Forderung an die Versicherungsgesellschaft abtreten. Erst wenn auch diese Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, dann wird dem Unternehmen nach einer vorher vereinbarten Karenzzeit die Auftragssumme mit einem Abschlag von in der Regel zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent ausgezahlt. In diesem Zusammenhang ist für das betreffende Unternehmen als Versicherungsnehmer eine exakte und kostendeckende Kalkulation unbedingt nötig. Nur so kann sichergestellt werden, dass nach einem größeren Forderungsausfall reibungslos weiter produziert werden kann.

Eine weitere Möglichkeit, Forderungen an Kunden abzusichern, ist das Factoring. Dabei werden die Forderungen gegenüber den Kunden generell an eine Finanzierungsgesellschaft oder Bank abgetreten, die sich um das Forderungsmanagement kümmert. Je nach Gesellschaft oder Bank sind beim Factoring auch kleinere Abschläge bei Sofortauszahlung der gestellten Rechnungen möglich. Die Liquidität der Unternehmen, die Factoring beanspruchen, erhöht sich deutlich.

Nichts ist umsonst

Selbstverständlich berechnen die Versicherer für die Gewährung einer Kreditversicherung auch Prämien. Diese liegen in der Regel im Promillebereich des Kreditwertes und orientieren sich damit an den tatsächlich ausstehenden Forderungen des Versicherungsnehmers. Trotzdem ist die Kreditversicherung gerade bei größeren Aufträgen ein wichtiges Instrument, um das eigene Unternehmen bei Forderungsausfall von Großkunden vor der Insolvenz zu schützen.

Foto gestellt von: Frank Herrmann – Fotolia

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