Was ist dran an den Facebook App Store Gerüchten?

Unter strengster Geheimhaltung scheint ein Facebook App Store geboren zu werden. Was Techcrunch vor einigen Tagen als Informationsleck ankündigte, könnte das Marktgefüge der App Stores ins Wanken bringen. Ein dritter großer Player neben Googles Android Market und Apples App Store. Wie werden sich die Konkurrenten verhalten und was kann vom elektronischen Laden erwartet werden? Eine spekulative Reise in die Zukunft.

Der Facebook App Store und seine Inhalte

Projekt Spartan nennt Facebook sein kleines Geheimnis. Wird es released, dann können sämtliche Applikationen, die bereits HTML5 unterstützen, als App innerhalb des Systems geladen und benutzt werden. Neue Projekte lassen sich so gegen Bares verkaufen. Wer da noch auf Flash setzt, ein dickes Hallo an den Großteil der Facebook Spiele, sollte beginnen umzurüsten, wenn er in Zukunft auch auf dem mobilen Sektor etwas zu sagen haben möchte. Zynga hat dies erkannt und gehört zu den Facebook App Store-Entwicklern. Die Farmville-Erfinder, die jedes Jahr mehrere abgewandelte Klone im schickeren Gewand präsentieren, werden dann wohl passend zum Launch, wann auch immer der sein wird, die erfolgreichsten Spiele aus Flash in HTML5 einarbeiten und sehr wahrscheinlich auch gleich noch ein neues Spiel präsentieren. Anwendungen, wie der Groupon Service, lassen sich aus der Facebook Anwendung starten, was wiederum die App im Apple-Store überflüssig machen würde. Wir werden in Zukunft also einen weiteren Global Player im App-Bereich erhalten, der sich des App Stores von Apple bemächtigen möchte. Die mögen aber gerne noch ein kleines Wörtchen mitreden.

Wie die Konkurrenz damit umgehen könnte

Der App-Store soll auf der neuen Auszeichnungssprache HTML5 laufen und wäre auch auf Apples Geräten anzeigbar. Dass Apple mit Sicherheit die passende App aus dem Store über kurz oder lang verbannen wird, ist beinahe so sicher wie das Amen in der Kirche. Was Apple aber nicht verhindern kann, ist das Abrufen über den Browser. Okay, dies ginge schon noch. Alternativ verbannt man HTML5, genauso wie man es mit Flash gemacht hat, ergäbe aber keinen Sinn, es sei denn man möchte sich vom Internet in den nächsten Jahren gänzlich aussperren. Die zweite Lösung wäre eine Generalsperre in Safari für Facebook. Und weil der Größenwahn keine Grenzen kennt, muss jeder andere Browser (Firefox, Opera, etc.) im App Store über die gleiche Sperre verfügen oder er wird aus dem Shop geschmissen. Klingt paranoid? Dann passt das durchaus zu deren Verhalten und ist gar nicht mal so abwegig.

Warum hier die ganze Zeit nicht auf Android eingegangen wird? Google würde wahrscheinlich sogar am Ende auf Mark Zuckerberg zugehen und einen Kooperations-Deal herausschlagen, von dem beide Seiten profitieren, statt sich zu versperren. Open Source halt. Angemerkt sei, dass Facebook bisher keine Angaben über eine Android-Variante gemacht hat. Andererseits könnte der HTML5 Gedanke Steve Jobs in die Hände spielen und eine Unterstützung wäre, so relativiert auch Facebook in einer Pressemeldung vorerst die Befürchtung eines Konkurrenzprodukts, von Seiten Apples durchaus denkbar. Spieltechnisch werden längerfristig Game Apps ein ganz anderes Qualitätskaliber sein, als die Facebook Games. Weil über eine entsprechende Facebook App auf iOS Geräten zusätzliche Programme außerhalb der Sichtweite von Apple laufen würden und sich dieser Punkt mit den Store-Richtlinien beißt, die Programme ohne Zustimmung und Genehmigung im Store verbieten, könnte es insgesamt noch sehr interessant werden, wie man dies allgemein lösen wird. Hinzu kommt, dass Facebook mit den Facebook Credits eine eigene Währung zur Bezahlung von Programmen hat, was ein ganz anderes Problem darstellt. Fehlt nur noch das erste echte Facebook Handy mit dem passenden Facebook Betriebssystem. Gerüchte hin oder her, Facebook wird den nächsten großen Schritt wagen müssen, denn der Mitgliederzuwachs verlangsamt sich und ist in einigen wenigen Ländern sogar wieder rückläufig. Der Facebook App Store wäre ein neuer wichtiger Impuls und käme passend zum geplanten Börsengang, der wohl 2012 unausweichlich werden wird.

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