Taugt das Medion Erazer X6817 als günstiger Gaming-Laptop?

Knapp über 1000 Euro kostet der Bolide von Medion, dessen Chassis kräftig auftritt und darunter einiges an Leistung zu bieten hat. Fraglich ist, ob Medion das Hitzeproblem unter Kontrolle bekommt und wie sich die Tastatur schlägt, die auf den ersten Blick durchdachte Ansätze vorzuweisen hat.

Medion Erazer X6817 mit der letzten Sandy-Bridge Generation

Obwohl die Tastatur einen vermuten lässt, dass es sich um ein Tochterunternehmen von Asus handeln könnte, so ist das deutsche Unternehmen aus Essen bekanntlich seit einigen Monaten in den Händen von Lenovo geraten. Anzunehmen ist, dass man bei Pegatron (gehört zur AsusTek Gruppe) fleißig einkauft und es in Deutschland zusammenschraubt und in die Aldi-Regale dieser Welt verramscht.

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Bei der Verarbeitung sollte der Erwartungsstandard sehr niedrig angesetzt werden. Zur Anwendung kommt ein 15,6 Zoll Gehäuse mit entsprechendem Display, welches eine dermaßen ungleichmäßige Ausleuchtung bietet, die Nutzer selbst mit bloßem Auge erkennen können. Mit der stark glänzenden Oberfläche erübrigt sich die Option zur Nutzung des Gerätes unter freien Himmel von selbst. Dies untermalt auch der Akku, welches Gamer dazu zwingt, den Gaming-Laptop kontinuierlich an der Steckdose zu lassen. Dies entspricht aber auch eher weniger seinem Anspruch. Immerhin gibt es alle gängigen Anschlüsse zur Auswahl. Das Medion Erazer X6817 mag zudem keine ruhigen Orte, denn dort bemerkt man schnell die überzogene Lautstärke des Gerätes, die selbst im Idle-Modus, also beim Nichtstun, über 30 dezibel liegt und permanent nervt. Auch hier kann der Spieler auf ein Headset zurückgreifen, da die integrierte Soundanlage nur bescheidene Leistung von sich gibt. Bei solch einer Lautstärke müsste man meinen, die Temperatur sollte für das Gerät kein Problem sein. Weit gefehlt! An den Austrittsstellen der Lüfter wird das Gerät über 50 Grad  heiß. Der Rest pendelt sich bei warmen 30 Grad ein.

High-End Grafikkarte von Nvidia

Der verbaute Intel Core i7 2670QM ist ein Vierkerner und taktet mit 2,2 GHz. Dank Turbo-Boost Funktion lässt sich eines der Kerne auf bis zu 3,1 GHz hochtakten. Hinzu kommt die wohlbekannte Hyper-Threading-Funktion für vier weitere simulierte Kerne. Bei voller Leistung mutiert die CPU zum mobilen Stromfresser, ähnlich der GPU von Nvidia. Hier greift Medion auf eine Nvidia GeForce GTX 560M Grafikkarte zurück, die zwar gegenüber ihrem Vorgänger, der 460M, weniger Strom bei gleicher Leistung verbraucht aber immer noch über dem Level der AMDs liegt. Mit CUDA, PhysX und PureVideo liefert die Grafikkarte alle gängigen Grafikfeatures. DirectX 11 sowieso! Nur ganz wenige Spiele (Dirt3, Crysis 2 und Metro 2033) zwingen diese Kombination aus Grafikkarte und Prozessor in die Knie und das auch nur bei maximalen Einstellungen. Bessere Ergebnisse erzielt man dann nur noch mit mehr als einer Grafikkarte.

Fakt ist, die Leistung des Medion Erazer X6817 ist unglaublich gut zu dem Preis, dafür bekommt man ein dreieinhalb Kilogramm schweres Hitzeproblem kombiniert mit einem Lüfterkonzert, dass der Dauernutzer nur unter Kopfhörer auszuhalten vermag.

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