Im Satz können „statt" und „anstatt" sowohl die Funktion einer Präposition im Sinne von „anstelle" wie auch die einer Konjunktion im Sinne von „und nicht" haben.
Werden sie als Präposition gebraucht, verbindet man sie mit dem Genitiv: Statt/Anstatt des Geldes gab sie ihm ihren gesamten Schmuck. Sie trug statt/anstatt vernünftiger Wanderschuhe zierliche Sandaletten. Nur wenn der Genitiv formal nicht zu erkennen ist, d. h., wenn etwa der Genitiv Plural mit dem Nominativ oder Akkusativ Plural identisch ist, werden beide Wörter mit dem Dativ verbunden: Statt/Anstatt Worten will ich Taten sehen. Bei deinem Cholesterinspiegel solltest du statt/anstatt Eiern lieber mehr Obst essen.
Werden statt und anstatt in der Funktion einer Konjunktion verwendet, ist der sich anschließende Kasus vom Verb im Satz abhängig: Ich gab ihr statt/anstatt ihrem Vater (= und nicht ihrem Vater) die Hand. Sie ernannten Kurt zum Vorsitzenden statt/anstatt seinen Bruder (und nicht seinen Bruder).
In der konjunktionalen Funktion werden statt und anstatt häufig auch mit Infinitivgruppen verbunden. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass diese Infinitive, gleichgültig ob vor- oder nachgestellt, grundsätzlich durch Komma abzutrennen sind: Statt/Anstatt die Hausaufgaben zu machen, surfte er schon wieder im Internet. Er verschwand, statt/anstatt die nötigen Einkäufe zu machen, in der nächsten Kneipe. Sie träumte vor sich hin, statt/anstatt der Lehrerin zuzuhören.
Quelle: Duden-Newsletter 13.07.2007
