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    Start » Schweres Denglisch: gedownloadet oder gedownloaded?
    Wörter

    Schweres Denglisch: gedownloadet oder gedownloaded?

    22. Februar 20113 Minuten Lesezeit

    Nicht erst seit die Deutsch-Amerikanerin Gayle Tufts sich mit dem perfektionierten Denglisch einen Namen als Sängerin gemacht hat, denken wir mehr darüber nach, wie viel wir eigentlich im Alltag von anderen Sprachen übernehmen.

    Speziell als Mix von Englisch und Deutsch hat sich in den letzten 10 Jahren der Begriff Denglisch eingebürgert.

    Denglisch – was gilt, was ist falsch? gedownloadet – gedownload-ed?

    Erschwerend zum Mix der grammatisch zwar sehr ähnlichen Sprachen kommen jedoch Begriffe aus der Computersprache, die oft ihre Eigenheiten haben. Sehr oft liest man: „Ich habe die Datei gedownloadet“ – als „eingedeutschte“ Variante.

    Wenn ein Engländer aber eigentlich im past sagen würde „I downloaded the file“ – müsste dann nicht auch der Deutsche die englische Verb-Endung -ed benutzen, und statt gedownloadet schreiben:

    „Ich habe die Datei gedownloaded„?

    Lustigerweise ist beides falsch! -richtige Antwort (nach Duden): Ich habe etwas „downgeloadet“

    Begründung:

    Die Anpassung von Fremdwörtern oder Lehnwörtern funktioniert nicht ganz so, wie wir uns das oft vorstellen. Wir akzeptieren zunächst, wie das zweiteilige Verb + Substantiv im Englischen UND Deutschen funktioniert:

    etwas herunterladen – to download, to load something down – das Herunterladen – the download –

    Laut Duden gibt es keinerlei Gund, die englische Verb-endung -ed anzunehmen. Wir akzeptieren einfach, dass es ein zweiteiliges Verb ist und passen es komplett den deutschen Verb-Regeln an, wie bei:

    zusammen: – aufräumen, getrennt: ich räume etwas auf – Vergangenheit: ich habe auf-ge-räumt.

    = entsprechend –Infinitiv to download – ich habe etwas downgeloadet.

    Also auch (laut Duden) = upgeloadet, upgegradet, upgedate

    Denglisch: Sprache im Wandel?

    Das seltsame ist an diesem download-Fall schlichtweg, dass viele englische Verben von uns nicht so komplett angenommen werden. Bei den Worten to „pick up“ (lernen, begreifen) oder „call off“ (absagen) kämen wir NOCH nicht auf die Idee, sie derart radikal einzudeutschen und zu sagen „upgepickt“ oder „offgecallt“. (Vermutlich findet es im Mündlichen schon ab und an statt).

    Sprache ist immer im Wandel und lebendig und leider für das Sprachgefühl alles andere als eine sichere Bank. Vielleicht behandeln wir bald Wörter konsequenter, denn beim „Knockout“ tun wir es auch nicht, wir splitten das Wort in eine deutsche und eine englische Hälfte auf und sagen:

    eben nicht „outgeknockt“ sondern „ausgeknockt“, wenngleich jedes Kind weiß, was out bedeutet.

    TIPP:

    Im Mündlichen wird vermutlich niemand einem den Kopf abreißen, und auch in privaten Emails nicht.

    Falls sich jedoch Unsicherheiten in der Bauchgegend bei manchen Formulierungen dieser Art auftun:

    Verwenden Sie die Substantive:

    „Ich mache ein – Update, Upgrade, Upload, Download“ usw.

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