Schellack polieren und restaurieren: Anleitung mit hilfreichen Tipps

Wer ein schönes, antikes Möbelstück aus Schelllack polieren und restaurieren möchte, sollte sich idealerweise erst mal an einem Übungsstück zu schaffen machen, um ein Gefühl zu bekommen, wie die Restauration einer Schelllackoberfläche funktioniert, denn es ist leider kein Kinderspiel, schon gar nicht, wenn man nur die obere Fläche polieren möchte, weil sich drunter eine Intarsien-Schicht befindet.

Schellack polieren und restaurieren: So wirds gemacht!

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Schutz

Zum Schutz vor Feinstaub und Dämpfen empfehle ich Handschuhe und einen Mundschutz.

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Die Schelllacklösung mischen wir aus entwachstem Blatt-Schellack z.B. von Kremer. Fertige Lösungen verbinden sich angeblich sehr langsam und härten schwerer bis gar nicht aus. Als Gleitöl auf dem Polierballen verwenden wir reines Walnussöl.

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Planschleifen

Zunächst einmal verwenden wir für das grobe Abschleifen von Unebenheiten in der Schelllackoberfläche ein Schleifpapier mit 600er Körnung. Dieses um einen Holzklotz, der gut in der Hand liegt wickeln oder in einen Schleifpapierspanner mit Griff einspannen. Das Schleifpapier schön feucht machen. Als Schleifflüssigkeit benutzen wir Walnussöl.

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Nach dem Planschleifen das Öl mit einem fusselfreien Lappen abwischen, damit die Schleifpartikel nicht festkleben.

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Deckpolitur

Wir fertigen unser Polierknäuel für die Deckpolitur: Um ein dickes Knäuel Wolle wickeln wir ein Leinentuch und darum ein Baumwolltuch. Das Knäuel tränken wir mit frisch angesetzter 20%iger alkoholischer Schelllacklösung und einem Schuss Walnussöl. Dann verteilen wir diese Politur in kreisenden „Achten“ mit sanftem Druck auf dem Möbelstück. Keine Sorge, das Möbelstück wirkt nun erst mal matt. Peu à peu erhöhen wir den Druck unserer kreisenden Bewegungen. Nun sollte die Fläche glänzend werden und die Risse auf der Oberfläche sich versiegeln und verschließen.Die Schelllackoberfläche soll nun mind. einen Tag nicht weiter bearbeitet werden.

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Feinschliff

Dann kümmern wir uns um den Feinschliff. Dafür benutzen wir 1000er Schleifpapier. Wir schleifen wieder nass.

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Die Feinpolitur die nun folgt nehmen wir genauso vor wie unter „Deckpolitur“ beschrieben, verwenden dieses Mal aber 10%ige Schelllacklösung und nicht 20%ige. Wir warten wieder 24 Stunden.

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Nun folgt wieder Feinschliff und Feinpolitur, bis die Oberfläche gut aussieht.

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Wenn diese Vorgänge – manchmal erst nach einigen Tagen – so oft ausgeführt wurden, dass die Oberfläche gut aussieht, dann lassen wir sie nochmal gut für ca. 48 Stunden aushärten und entfernen dann das verbliebene Öl mit reinem Alkohol und einem nahezu trockenen Polierballen.

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Geduld ist angesagt beim Schellack polieren und restaurieren, denn Kratzer und Risse benötigen diverse Poliergänge, bis sie vollkommen gefüllt sind. Man kann größere Fehler angeblich auch mit geschmolzenem Schellack kurieren.

Tipps und Hinweise

  • Bei wirklich großen Lackentfernungen kann man anfangs auch 1000er-Stahlwolle nehmen, sollte aber vorsichtig sein und gerade als Laie nicht rum experimentieren.
Schwierigkeitsgrad:  

Eine Meinung

  1. so ein schmarrn! der hat ja keine ahnung vom politieren!

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