Robuste Dekoration ? Die deutsche Marine im Libanoneinsatz

Bild: Linienschiff SMS-Ostfriesland, sieht viel hübscher aus als der moderne Schrott.

Die alte Hochseeflotte versenkte sich 1919 freiwillig, komplett und selbst vor Scapa Flow, doch die Schaumweinsteuer bezahlen wir bis heute. Ob die neue Armada aus der Tabaksteuer oder aus Hartz IV-Kürzungen finanziert wird, bleibt ungewiss.  Die stolze Wehr kreuzt nun im Mittelmeer und anders als dekorativ lässt sich das UN-Mandat kaum deuten, das unsere schmucken Kanonenboote nun an die libanesische Küste treibt. Robust soll der Kontrollauftrag sein. Robust, weil sich das nun mal für zünftige Seestreitkräfte so gehört. Ohne ein robustes Mandat könnten sich die "Blauen Jungs" ja gleich rosa uniformieren und Steinobst entkernen. Wie das funktioniert, durfte der genervte Bürger erst kürzlich von den Fallschirmjägern aus Zweibrücken erfahren: [SPEZIELLE:OPERATIONEN Ohne Fallobst in den Kongo]

Aber zurück zum Mandat, dem bewussten Robusten. Tatsächlich soll die Marine die Seewege überwachen, um Waffenlieferungen für die Hisbollah abzufangen. Was ist aber zu tun, wenn tatsächlich ein Waffentransport aufgebracht wird? Die Frage stellt sich auch Kollege Petereit: [Das „robuste" Mandat]

Versenken, beschlagnahmen oder den Kapitän kielholen?

Die Antwort gab der "schneidige" Kaptän zur See Dirk Koch, Leiter des Einsatzstabes im Flottenkommando. O-Ton Käptn Koch:

„Wenn wir da Verdacht haben, dann müssen wir sehen, wie wir mit diesem Verdacht umgehen; und das ist aber eine Sache, wie wir mit den libanesischen Regierungsbehörden das absprechen. Das kann ich jetzt im Detail überhaupt noch nicht sagen, weil wir es auch noch nicht wissen." [Mehr davon bei Report München….]

Die Libanesen werden sich bedanken, aber allzu groß ist die Gefahr wohl nicht, dass ausgerechnet  iranische, chinesische oder gar syrische Waffen den Umweg über das Mittelmeer zur Hisbollah suchen werden. Es sei denn, irgendeine "finstere" Macht möchte eine innenpolitische Krise im Libanon auslösen. An "finsteren" Mächten besteht allerdings kein Mangel in der Region. 

Also dann, Mast- und Schotbruch Mädels!

Die Chefarztfrau

10 Meinungen

  1. Wieso wurde mein Kommentar geoescht?-m*sh-

  2. Hi sha-mash,der Artikel wurde in den Politikblog verschoben, dabei ging der Kommentar verloren. ich schaue mal, ob ich ihn wieder finde…GrüßAlex

  3. Hier ist er, der Kommentar:Kommentar von sha-mash:Lasst knacken Jungs … !Quatsch, wieso den Hausmeister fragen, ob man die Spielwiese betreten darf.Robust bedeutet so viel wie stark, und widerstandsfaehig. Das heisst, unsere Marine ist ein Bollwerk in der Mittelmaessigkeit aehem… im Mittelmeer. Wer stark ist stellt keine Fragen, sondern den Rest der Welt vor vollendete Tatsachen, so wie Kim Jong Il.Aber es sind ja nicht die Schiffe die robust sind sondern, das Mandat. Und Mandat wiederum bedeutet Auftrag, oder Vollmacht.Wie koennte eine Vollmacht aber nicht robust sein? Chef: „Mueller sie haben die Vollmacht ueber das Projekt – aber fragen sie mich, bevor sie Entscheidungen treffen!“Im richtigen Leben absurd. Beim Bund (sowohl Regierung als auch Militaer) jedoch ein Standardauftrag.Aber halt, robust steht in meinem Duden keine vier Zentimeter von „RocknRoll“ entfernt. Also Jungs, zuerst schiessen, dann fragen.Lets Rock …-m*sh-

  4. Wahrscheinlich weiss Käptn Koch auch jetzt noch nicht, was bei einem Verdacht zu tun ist – Hauptsache, unser Verteidungsminister ist mächtig stolz.Wieder werden durch einen miserabel vorbereiteten Entschluss unsere Steuergelder zum Fenster herausgeschmissen – mit vollen Händen.

  5. Meiner auch wieder…..Liste zur Pressefreiheit: Deutschland rutscht abBerlin/Paris (dpa).Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) sieht eine alarmierende „Aushöhlung der Pressefreiheit“ in den USA, Frankreich und Japan. Deutschland fiel nach der „Cicero“- und der BND-Affäre in der weltweiten Rangliste zur Pressefreiheit vom 18. auf den 23. Platz zurück.Am schwierigsten ist die Situation für Journalisten der Liste zufolge in Nordkorea, Turkmenistan und dem Schlusslicht Eritrea. Dort sei Pressefreiheit ein Fremdwort, erklärte die ROG in Berlin und Paris. Russland belegt den 147. Platz unter den 166 Ländern. Der Erfassungszeitraum endete im August, noch vor dem Mord an der kritischen Journalistin Anna Politkowskaja.Die USA rutschten gegenüber dem Vorjahr um neun Plätze ab und belegten den 53. Rang. „Die Beziehungen zwischen den Medien und der Bush-Administration haben sich massiv verschlechtert, seitdem dem Präsidenten jeder Journalist verdächtig erscheint, der den „Anti-Terror-Krieg“ kritisch hinterfragt“, urteilte ROG. In mindestens 17 US-Bundesstaaten werde der Quellenschutz abgelehnt.In Frankreich (Rang 35) hätten Redaktions- und Hausdurchsuchungen zugenommen. In Japan bedrohten zunehmender Nationalismus und das System der exklusiven Presseclubs die demokratischen Standards. Das Land fiel um 14 Plätze auf Rang 51 der Liste, die zum fünften Mal erstellt wurde.In Deutschland war ans Licht gekommen, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) über Jahre hinweg Journalisten illegal überwachte. Beim Magazin „Cicero“ gab es Redaktions- und Hausdurchsuchungen, ein Verfahren wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat wurde inzwischen eingestellt. „Der Zugang zu Daten ist – trotz Verabschiedung des Informationsfreiheitsgesetzes – zum Teil immer noch erschwert“, heißt es zur Situation in Deutschland.Bei den „größten Feinden der Pressefreiheit“ habe sich kaum etwas geändert, stellt Reporter ohne Grenzen fest. „Journalisten in Nordkorea, Eritrea, Turkmenistan, Kuba, Myanmar und China riskieren für unabhängige Recherchen und Berichte noch immer massive Drohungen, Schikanen und langjährige Haftstrafen, manchmal sogar ihr Leben.“An der Spitze der Rangliste stehen nach wie vor nordeuropäische Länder wie Finnland, Irland, Island und die Niederlande, die sich den ersten Platz teilen. Dänemark verlor den Spitzenplatz nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen im Herbst 2005. Autoren wie Journalisten wurden bedroht und mussten Polizeischutz beantragen – „in einem Land, das für die Achtung von Bürgerrechten bekannt ist“. Positive Trends gab es auch: Haiti und Mauretanien hätten etwas an Boden gewonnen. Bolivien und Bosnien-Herzegowina konnten sich unter den ersten 20 Ländern platzieren. Bewertet wurden Daten zu 50 Fragen aus den 166 Ländern..deswegen wahrscheinlich…lol

  6. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Himbi, bleib beim Thema! Deine Kommentare fallen bislang vor allem durch Bezuglosigkeit oder einem ausgeprägten Drang zur Selbstdarstellung (erst lyrik und dann panik) auf. Langweilig!

  7. @Petra: don’t feed the Troll!-m*sh-

  8. @ Peter wo ist dein Kommentar zum Thema….kann nix finden….

  9. Israel respektiert auch diese Libanon Resolution nicht.Nun erfahren wir selbst, was das Schicksal der Libanese ist.Israel soll die militärische überflüge des Libanons sofort beenden.

  10. Nur weil Kapitän Dirk Koch sagt man werde das Vorgehen mit der libanesischen Regierung absprechen heißt das noch lange nicht, dass dies auch geschehen wird.
    Was könnte er antworten auf: „Wie geht man mit einem Verdacht um?“
    Möglichkeiten: Abschießen, Entern, In Ruhe lassen.
    In allen Fällen würde die Marine harsche Kritik einstecken müssen, also gibt man sich diplomatisch. „Es würde abgesprochen werden“
    Ob dieses Kopfeinziehen löblich ist, ist eine andere Frage.

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