Rechtsextremismus ? ein Problem des Ostens!

Während Innenminister Wolfgang Schäuble die Abschottung in der DDR als Hauptgrund für die Affinität vieler Ostdeutscher zum Rechtsextremismus verstand, sieht Marianne Birthler die Entwicklung als Folge„von fast 60 Jahren unter den Bedingungen von Diktatur und Krieg“. Birthler weiter: „Wer behauptet, das könne keine Ursache für eine rechtsextreme Gesinnung sein, hat keine Ahnung davon, was Diktaturen in Köpfen anrichten oder ist zynisch, wie etwa Gregor Gysi, der meint, mit einer solchen Feststellung würden die Ostdeutschen beleidigt.“
 
Birthler trifft damit den Nagel auf den Kopf. Ihre Feststellung zielt nicht darauf, die Ostdeutschen zu beleidigen, es geht vielmehr um Kritik an der staatlichen Sozialisation. Diese Themen nicht anzusprechen oder das Problem gar zu verharmlosen, führt in die Sackgasse. In der DDR wurde der Nationalsozialismus nie aufgearbeitet, die Bösen waren im Westen, die Guten im Osten. Eine Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen hat nie stattgefunden. Wenn Gregor Gysi nun eine Rechnung aufmacht, dass die mutmaßlichen Täter von Potsdam zum Zeitpunkt der Wende gerade einmal 14 bzw. 15 Jahre alt waren, dann verkennt er die Tatsache, dass Elternhaus und Umfeld immer noch stark von den Strukturen der Diktaturen geprägt waren. Und auch die Wende brachte viele neue Probleme. Arbeitslosigkeit, damit einhergehend das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden und damit eine gewisse Orientierungslosigkeit, die leicht instrumentalisiert werden konnte. Die Arbeitslosigkeit wird in absehbarer Zeit allerdings nicht verschwinden. Was wir aber schaffen können, ist eine Auseinandersetzung über begangenes Unrecht, über Demokratie und die Verfassung. Dies muss nicht mit Fingerzeig auf den Osten geschehen, jedoch müssen auch harte Wahrheiten ausgesprochen werden. Man kann nicht von Ausländern Integration und Verfassungstreue einfordern, wenn nicht alle Staatsbürger diese freiheitlich demokratische Grundordnung verinnerlicht haben.
 
Das Problem totzuschweigen, führt zu genau den Konsequenzen, die wir in Potsdam, Lichtenhagen und anderswo beobachten können. Das Hauptproblem dabei sind nicht die Täter, sondern die schweigende Menge, die oft genug auch ihr Wohlwollen über derlei Aktionen äußert. Ohne eine Debatte – eine gesamtdeutsche – die den Rechtsextremismus durchaus als Problem des Ostens thematisieren darf, wird Potsdam nicht die letzte Schlagzeile bleiben, die die ewig Gestrigen geschrieben haben.

32 Meinungen

  1. Zwei Beispiele: Ich war am Wochenende in Schwerin am Strand des Schweriner Sees. Neben allerlei Beachvolleyballern und Sonnenhunrigen, lungerten auch drei Nazis (zu erkennen durch eindeutige Bekleidung und die Musik die aus ihrem Ghettoblaster kam) dort herum, betranken sich und machten schon am Nachmittag keinen friedlichen Eindruck. Ist mir in den alten Bundesländern bisher nicht passiert – und Schwerin gilt im allgemienen nicht als Hochburg der rechten Szene. Zweites Beispiel: die Story im SPIEGEL der letzten Woche. Mehrere Jugendliche haben im Januar einen anderen Jugendlichen auf das übelste zusammengeschlagen, nur weil sie dachten er sei Ausländer. Das ganze trug sich in Brandenburg zu, in Pömmelte, einem Dorf mit gut 600 Einwohnern. Begründung eines Schlägers, auch er der rechten Szene zuzuordnen: Das Dorf ist seit 20 Jahren „rein“. Er meinte damit Ausländerrein.Das rechtsextreme Gedankengut sitzt mittlerweile viel tiefer in den Köpfen, vornehmlich ostdeutscher Jugendlicher, als man denkt. Wenn man dies nicht erkennt und offensiv angeht, droht ein böses erwachen.

  2. Genau das ist das Problem Sebastian, niemand will den Tatsachen ins Auge blicken. Interessante Artikel und ich muss zugeben, dass ich sie vorher nicht gelesen habe. Trotzdem halte ich an meiner Auffassung fest und sehe mich in ihnen sogar noch bestätigt, wenn Walter Friedrich schreibt: „Die Analyse hat gezeigt, dass die entscheidenden Ursachenfaktoren für Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt im Niedergang und Zusammenbruch des DDR-Systems sowie in der langen und für viele Menschen schwierigen Phase der Transformation in das neue, grundlegend andere Gesellschaftssystem, also in einer radikal veränderten Lebenswelt der Individuen liegen“Damit wird meine These doch unterstützt, allerdings sieht der mir unbekannte Wissenschaftler Friedrich das Problem nicht primär in der Sozialisation, sondern in der plötzlichen Systemänderung. Genau das habe ich geschrieben. Ob die Schuld nun in erster Linie im Zusammenbruch des alten Systems oder in der DDR-Sozialisation zu suchen ist, ist m.E. sowieso akademisches Erbsenzählen, denn an dem Fakt, dass der Rechtsextremismus vor allem im Osten seine Heimat gefunden hat, kommt keine Studie vorbei. Allerdings wird jede diesbezügliche Äußerung als Diffamierung der Ostdeutschen begriffen, das ist der Fehler. Eine offene und schonungslose Diskussion findet nicht statt, aus Rücksicht auf ostdeutsche Befindlichkeiten.

  3. @ Sebastian Habe mir auch den anderen Text mal zu Gemüte geführt und frage mich, wie du auf deren Basis gegen meine Standpunkt argumentieren willst. Selbst in dem Zitat in deinem Kommentar steht, dass der Osten bis weit in die 90er nicht die Heimstatt des bundesdeutschen Rechtsextremismus war. Danach dann wohl schon. Aber der Text, aus dem du das Zitat nimmst, ist noch viel eindeutlicher: „Das Fundament des ostdeutschen Rechtsextremismus wurde in der DDR gelegt. Der Staatssozialismus beförderte die Entstehung autoritärer, nationalistischer und fremdenfeindlicher Orientierungen und war zugleich blind gegenüber rechtsextremen Ereignissen im eigenen Land. „

  4. Sebastian Haack

    Ich wollte eigentlich verdeutlichen, dass rassistisches Gedankengut auch von westdeutschen „Vordenkern“ in den Osten vermittelt wurde….“So entwickelte sich eine symbiotische Beziehung (eine Beziehung zum gegenseitigen Nutzen), die es den westdeutschen Neonazis ermöglichte, das diffuse rechtsextreme Weltbild ihrer Kameraden im Osten neonazistisch zu formen, Kader zu bilden und organisatorische Strukturen zu errichten.Wegen der tendenziell organisationsfeindlichen Mentalität in den ostdeutschen Subkulturen konnten die Neonazis ihr Ziel jedoch nur teilweise erreichen.“..Während die rechte Szene im Westen sehr zerstritten ist, konnten sie im Osten besser und schneller Organisationen und Gruppen formen. Die kollektivistische Gesellschaftsstruktur der DDR und fast aller sozialistischen Staaten hat das ja begünstigt. Will sagen, dass rechtsextreme Ideologie aber auch in vielen westdeutschen Köpfen gereift oder erhalten geblieben ist und nicht einer DDR-Mentalität anzulasten ist. Schließlich gibt es auch in Bayern und NRW eine sehr hohe Zahl rechter Übergriffe.

  5. „Die Entwicklung des Rechtsextremismus in Ost- und Westdeutschland“Sehr treffender Bericht der Bundeszentrale für politische Bildung, hier ein Ausschnitt:“Darüber hinaus zeigt die vergleichende Betrachtung der unterschiedlichen Handlungsfelder für politische Aktivitäten, dass es sich beim Rechtsextremismus keineswegs nur um ein ost-, sondern um ein gesamtdeutsches Phänomen handelt. Insbesondere das Engagement westlicher Rechtsextremisten zu Beginn der neunziger Jahre veranschaulicht, in welch hohem Maße von deren Seite versucht wurde, Anstöße zur Entwicklung von ostdeutschen Strukturen zu geben. Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, dass es sich in Ostdeutschland um eine Art ‚importiertes‘ Phänomen handelt.“und“…besteht doch gerade bei der Altersverteilung der rechtsextremistisch Eingestellten im Osten und Westen ein auffälliger Unterschied: Während darunter in den alten Bundesländern eher die Älteren fallen, überwiegen in den neuen Bundesländern die Jüngeren. Ohne die Entwicklung im Westen zu ignorieren, veranschaulichen diese Überlegungen, dass zukünftig insbesondere die Jugend im Osten am anfälligsten für die Deutungs- und Politikangebote des Rechtsextremismus sein dürfte.“Also, in der Tat: Rechtsextremismus als ein Problem des Ostens darzustellen, macht es in der Tat zu einfach. Insbesondere verharmlost es den Rechtsextremismus, der in den alten Bundesländern auftritt – er taucht dort eben hinter der biederen Maske des Ultrakonservativen auf. Möglich, dass dort keine Skins am Strand Nazimusik spielen – aber in den Köpfen vieler klingen die Trommeln der braunen Militärmärsche weiterhin.

  6. Ich glaube littleandy, dass wir aneinander vorbei geredet haben, oder du deine eigenen Zitate anders deutest als ich. Zitat: „Ohne die Entwicklung im Westen zu ignorieren, veranschaulichen diese Überlegungen, dass zukünftig insbesondere die Jugend im Osten am anfälligsten für die Deutungs- und Politikangebote des Rechtsextremismus sein dürfte.“ Was anderes wollte ich nicht zum Ausdruck bringen. Die Lösung des Problems ist ein gesamtdeutsches. Dass der Rechtsextremismus im Osten durch das ideologische Substrat aus dem Westen genährt wird und verantwortlich ist, dass sich die Rechtsextremen im Osten organisieren, widerspricht meinen Thesen in keinster Weise. Im Gegenteil er bekräftigt sie. Würden die Ideologen die Jugend im Westen erreichen, bräuchten sie nicht in den Osten zu gehen. Allerdings ist die Jugend dort viel mehr an Autoritäten gewöhnt, als die Jugend der 68er Generation. Und das Faktum, dass ausländerfeindliche Übergriffe mehrheitlich im Osten stattfinden ist hinlänglich empirisch bewiesen. Ich habe auch Angst vor den kommenden Landtagswahlen im M-V, den hier wird es vielleicht einen Einzug der Rechten ins Parlament geben. Doch auch dieses Problem wurde lange verdrängt. Das liegt daran, dass die Landtagswahl bislang immer mit der Bundestagswahl zusammenfiel und infolgedessen die Wahlbeteiligung sehr hoch, so dass die Parteien des rechten Spektrums keine Rolle spielten. Dieses Jahr wird das nicht so sein. Und ich bin dafür frühzeitig (wobei es eigentlich schon wieder zu spät ist) vor diesesn Problemen zu warnen. Am 1. Mai war eine NPD-Kundgebung bei der 2000 Anhänger in Rostock erschienen. Das macht mir Angst. Bisher waren es so 200 bis 300 Idioten, die auf solchen Kundegebungen zugegen waren. Der 1. Mai offenbarte eine andere Dimension. Nun die Augen zu verschließen und das Problem gerecht zwischen Ost und West zu verteilen, befriedigt vielleicht sozialdemokratische Geflogenheiten, ist aber nichts anderes als eine Verdrängung.

  7. Sebastian Haack

    „Dass der Rechtsextremismus im Osten durch das ideologische Substrat aus dem Westen genährt wird und verantwortlich ist, dass sich die Rechtsextremen im Osten organisieren, widerspricht meinen Thesen in keinster Weise.“..Wenn Du In Deiner Überschrift behauptet hättest, dass Rechtsextremismus heute ein primär ostdeutsches PROBLEM ist würde ich Dir vieleicht zustimmen. Du aber hast von einem ostdeutschen PHÄNOMEN gesprochen, was bedeuten würde, dass die DDR Ursprung für rechtes Gedankengut war und der Westen nicht. Und diese Behauptung stimmt nunmal nicht. Ich finde das die Wortwahl hier sehr wichtig ist, denn beim Rechtsextremismus geht es vor allem um die völkische Ideologie und die findest du überall auf der Welt. Das sich die ostdeutsche Jugend besser organisieren lässt ist sicherlich eine Auswirkung der DDR-Gesellschaftsstruktur sagt aber nichts negatives über diese aus. Sie ist schließlich nur die Form, nicht aber der Inhalt.

  8. Also in meiner Überschrift steht ein „ostdeutsches Problem“. Der Vorspann ist die einzige Stelle, wo ich von einem Phänomen rede. Aber ich würde es auch in der Überschrift vertreten könnnen. Ohne jetzt eine etymologische Diskussion führen zu wollen, verweise ich einfach auf die Beduetung des Wortes: „Erscheinung“. Da der Rechtsdextremismus primär im Osten auftritt, kann man wohl auch von einer Erscheinung sprechen. Warum du dort jetzt einen Widerspruch entdeckst, erschließt sich mir nicht. Ich fasse zusammen: Rechtsextremismus ein gesamtdeutsches Problem und ein ostdeutsches Phänomen! Ich habe auch keine Kritik an der ostdeutschen Gesellschaft geübt (ausdrücklich nicht!), sondern explizit von der Struktur gesprochen.

  9. Sebastian Haack

    sorry, ich meinte natürlich den Vorspann, also: „die im Rechtsextremismus ein primär ostdeutsches Phänomen sehen – zu Recht.“Es ist ein gesamtdeutsches Problem, aber noch stärker vielleicht für den Osten, da es hier die meisten Opfer gewalttätiger Übergriffe gibt. Jedenfalls wird das von den Medien so vermittelt.Die Birthler redet ja so:“..fast 60 Jahre Diktatur [..] Wer behauptet, das könne keine Ursache für eine rechtsextreme Gesinnung sein..“Und das finde ich schon beleidigend, denn es verurteilt die Ostdeutschen pauschal und entlastet diejenigen, die in Demokratien leben.Es ist eine weltweite und mitnichten auf den Osten beschränkte „Erscheinung“. Es klingt bei Dir halt so, dass wir uns zur Lösung des Problems, vor allem um die Ossis kümmern müssten und es im Westen weniger Tendenzen zum Extremismus gibt, was ich halt stark anzweifle.

  10. Nein, Frau Birthler greift die Ossis doch nicht persönlich an! Im Genteil, sie versucht das Phänomen zu erklären. Und ihr Ansatz ist halt, dass es die Sozilaisation war, die entscheidenden Anteil daran hatte. Und damit liegt sie ja nicht falsch, auch in den von dir zitierten Texten, wird das System beschuldigt und nicht die Personen. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Aber bei jeder diesbezüglichen Äußerungen den beleidigten Ossi zu spielen, führt uns doch nicht weiter. Dann haben wir nämlich eine ganz andere Diskussion. Die Lösung des Problems ist ein gesamtdeutsche Aufgabe und da darf ruhig auf den Osten verwiesen werden.Und im noch etwas Öl ins Feuer zu schütten: Im Westen gibt es weniger Tendenzen zum Rechtsextremismus! Wer das bestreitet lebt doch in einer Scheinwelt. Wie kann ich überhaupt den Satz: „Jedenfalls wird es von den Medien so vermittelt“ verstehen? Glaubst du dem Braten nicht? Witterst du eine Medienkampagne? Was sollte deiner Meinung nach getan werden? Wie darf denn über dieses Thema gesprochen werden? War es nicht in Lichtenhagen, wo Brandsätze flogen und eine nicht gerade kleine Menge unscheinbarer Bürger ihre Sympathie für die Verbrecher zum Ausdruck brachten? Hast du solche Bilder schon aus den alten Ländern zu sehen bekommen? In den von dir zitierten Texten wurde auch schön beschrieben, dass sich der Rechtsextremismus in den letzten Jhren immer mehr zum alleinigen Phänomen des Ostens entwickelt hat. An dieser Tatsache kommen wir nicht vorbei und darüber sollten wir reden, statt immer wieder das Thema zu verharmlosen. M-V ist ein Land, das außer dem Tourismus und der Landwirtschaft kaum Einnahmen hat, also sollte man den Kampf gegen den Rechtsextremismus auch als Wirtschaftsprogramm verstehen. Ich will Rechtsextremismus nun nicht mit dem Terrorismus auf eine Stufe stellen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass ausländerfeindliche Übergriffe (in meinen Augen ein Euphemismus) für den Tourismus fast ebenso schädlich sind, wie terroristische Anschläge. Wenn du sagst, dass Pakistan eine Brutstätte des internationalen Terrorismus ist, beleidigst du dann die Pakistani? Ich denke nicht.

  11. Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass der Osten ein Problem mit Rechtsextremismus hat. Ich behaupte aber weiterhin, dass es nicht so primär im Osten liegt, wie gern behauptet wird. Aber auch in westdeutschen Städten: Braunschweig, Hamburg, München, Frankfurt/Main usw.Und das hab ich in 5 Minuten gefunden…

  12. Hey littleandy, die Qualität des Rechtsextremismus in den von die zitierten Fällen unterscheidet sich aber schon stark von denen im Osten. Mir scheinen sie, dafür ist auch die Website ein Indiz, mehr als Legitimation für Linksextremismus zu dienen. Das ist ein klassisches Beispiel für die Freund/Feind-Theorie von Carl Schmitt. Ein reines Schwarz-Weiß-Denken, keine Stufen von Grau. Ich habe in deinem Blog das interview mit Anetta Kahane gelesen, und finde, dass sie zwar etwas starken Tobak aufträgt aber im Grunde schon recht hat. Ich will um Gottes willen nicht den Rechtsextremismus im Westen verschweigen und stelle ihn auch nicht in Abrede. Nur ist dieser nicht mit dem im Osten vergleichbar was Gewalttätigkeit, Brutalität und Quantität betrifft.

  13. Sebastian Haack

    Ich glaub wir drehen uns im Kreis. Ich spiele bestimmt nicht den beleidigten Ossi, ich will nur diese, meiner Meinung nach einseitige Betrachtungsweise, relativieren. Man kann nicht ein System beschuldigen und die Personen außen vor lassen. es kommt ja vor allem auf die Personen, die in einem System leben an. Und da finde ich Birthlers Aussagen beleidigend, denn sie stellt die Ostdeutschen als reine Befehlsempfänger dar, die nicht eigenständig denken könnten und nicht aus sich heraus Rechtsextremismus ablehnen könnten, denn die Diktatur hat ja angeblich rechte Gesinnung befördert. Demnach müssten fast alle ehemaligen und heutigen sozialistischen Systeme, sowie alle Diktaturen Quellen rechter Ideologien sein und dem ist nicht so.Ich habe hier eine sehr aufschlussreiche Studie von 2004 gefunden:http://www.bpb.de/files/F89AZ8.pdf– -daraus ein Zitat: „Der Westen zeigt sich chauvinistischer und antisemitischer als der Osten [..] auch in der Ausländerfeindlichkeit hat er den Osten eingeholt.[..]Generell scheint der Osten nicht rechtsextremer eingestellt zu sein als Westdeutschland.““Witterst du eine Medienkampagne?“Ich wollte jetzt keine Verschwörungstheorie in die Welt setzen. Da das rechte Gewaltpotential im Osten höher erscheint (ich weiß nicht, ob es das wirklich ist) kommen meist immer Meldungen über rechte Übergriffe von hier. Deswegen entsteht schnell der Eindruck (meiner Meinung nach zu Unrecht), dass Ostdeutschland AUFGRUND der DDR Diktatur der Hort des heutigen dt. Rechtsextremismus ist, so wie es im Beitrag behauptet wurde.Ich denke wir müssen unterscheiden zwischen rechtem Denken und rechter Gewalt. Gewalt ist immer reine Gewalt, egal wie sie motiviert ist, ob rechts ob links, ob oben oder unten. Sie ist immer ein Angriff auf unseren Körper und Person. Rechtes Denken aber gibt es in vielen Köpfen, ohne das wir das merken. Es muss sich gar nicht durch Gewalt äußern und trotzdem ist es da. Eine gute Bildung und eine sinnvolle Beschäftigung kann dem sicherlich entgegenwirken, wird aber wahrscheinlich nie die Wurzel rechter Polemik komplett beseitigen. Es ist gut, dass dies in Deutschland permanent diskutiert wird. Oft soll aber nur schnell ein Sündenbock her und heute ist die DDR-Diktatur ja fast ein Sündenbock für alles. Wollen wir die Fehler der Vergangenheit vermeiden, muss sich die Debatte schonungslos in alle Richtungen öffnen und alles hinterfragt werden, so z.b. auch die Übernahme von Altnazis in hohe politische Ämter der BRD.

  14. Wir drehen uns tatsächlich im Kreis. Ich bin Ossi und fühle mich nicht beleidigt. Du fühlst dich beleidigt. Punkt. Das wäre abgehakt. Wenn ich dich noch einmal an einen deiner früheren Artikel erinnern darf, da schriebst du über: „Thüringen, die braune Mitte Deutschlands“. Irgendwie ist deine Argumentation nicht konsistent. Seinerzeit argumentiertest du mit Unions-Regierungsparteien. Damit hast du auch einen monokausalen Erklärungsansatz benutzt. Da finde ich meine Erklärung sogar noch ausgewogener. Ich schrieb nicht, dass es allein die DDR-Diktatur war. Ich und im übrigen auch Frau Birthler argumentieren mit fast 60 Jahren Diktatur hinzu kommt der plötzliche Systemwechsel und strukturelle Bedingungen in Ostdeutschland. Vielleicht können wir uns auf deinen Schlusssatz einigen: „Wollen wir die Fehler der Vergangenheit vermeiden, muss sich die Debatte schonungslos in alle Richtungen öffnen und alles hinterfragt werden, so z.b. auch die Übernahme von Altnazis in hohe politische Ämter der BRD.“ Die Debatte hat in der BRD bereits mit der Ernennung Globkes zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt stattgefunden und mit Kiesinger wohl ihren Höhepunkt erreicht! Nun ist der Osten an der Reihe darüber zu debattieren., auch über sich!

  15. Rechsextremismus: Phänomen des Ostens? Sicher, hier liegt so mancher politischer Furz quer. Aber wenn ich mich nicht täusche, war doch der Nationalsozialismus in ganz Deutschland willkommen geheißen wurden. Hüte flogen nicht nur in Thüringen ect. in die Luft. Und dass die Nazi-Scheisse hier scheinbar dicker ist, liegt doch an den herrschenden Parteien, denen es immer wieder gelingt, ihr Süppchen mittels braunem Biogas zu kochen. Heil …, Quatsch, MfG natürlich!Textspeier

  16. Klaus Antelmann

    Der Rechtsextremismus ist ein DEUTSCHES Problem!Man sieht doch an der Hilflosigkeit und politischen Ignoranz bei allen Politikern der großen Volksparteien. Diese haben nur ein Rezept: Den Ruf nach der Polizei! Aber das diese Damen und Herren mal ihrer Verantwortung gerecht werden und ihren Beruf (Politiker) ausüben, sich mit diesem braunen Gedankengut offensiv auseinandersetzen, damit ist wohl nicht zu rechnen.Dieses Problem wird überhaupt nicht wahrgenommen. Und die wenigen Rechtradikalen auf der Straße könnten keine Gefahr werden wenn da nicht eine große, schweigende und still tolerierende Mehrheit wäre, die da denken: Eigentlich haben die ja nicht ganz unrecht. Und aus meiner Erfahrung gibt es da eine sehr große Zahl von Mitbürgern, die so denken. Würde man diese zum politisch verantwortlichen Denken und Handeln bewegen, brauchte man sich um die wenigen nicht soviel Gedanken machen. Diese ziehen leider ihre Kraft aus dieser tolerierenden Masse. In Ost- und in Westdeutschland.

  17. @Klaus“eine große, schweigende und still tolerierende Mehrheit wäre“ wenn dem so wäre, würde die NPD usw. wohl weit mehr Stimmen bekommen. Das die Menschen verantwortlich Denken und Handeln sollten, müßte ja wohl mindestens seit Kant, (habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen) jedem klar sein, dennoch geschiet es nicht. Alles bei „den Politikern“ abladen finde ich auch ein wenig zu kurz gedacht. Erstens spiegeln diese die Gesellschaft nur wieder und zweitens sagst du ja selbst, dass DIE BÜRGER verantwortlich denken und handeln sollen, dies kann aber nicht von oben herab diktiert werden, sondern muss selbständig erlernt werden (z.B. Zivilcourage). Vielleicht fehlt es an diesem selbständigen, verantwortlichem Denken im Osten noch ein wenig mehr als im Westen, schließlich wurde man im Sozialismus nicht gerade zum selbständigen, kritischen, eigenverantwortlichen Denken ermuntert. Deswegen auch ein spezielles/besonders ausgeprägtes Problem des Ostens deren Lösung nur gesamtgesellschaftlich möglich ist.

  18. Wie glaubwürdig ist eigentlich Anetta Kahane, wenn sie fast 10 Jahre lang für die Stasi gearbeitet hat? Trägt sie ihre Individualschuld, Menschen vernichtet zu haben, ein Leben lang mit sich rum oder entledigt sie sich irgendwann ihrer Individualschuld, indem sie einfach nur bekannt, für die Stasi Menschen, die ihr vertraut haben, verraten zu haben? Reicht das schon aus?Und wie verhält es sich denn mit der Kollektivschuld? Kann man alle ostdeutschen Mitbürger derart diffamieren, für Gewalttaten von Verbrechern schuldig zu sein? Sind westdeutsche Mitbürger kein Teil dieser Gesellschaft, um dieses Problem zu lösen? Oder läuft Frau Kahane heute mal wieder nur dem Mainstream nach, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen: Früher Stasi-Tätigkeit mit entsprechenden Tantiemen und heute Verein gegen Rassismus mit Unterstützung von staatlichen Subventionen?Nun gut, sie könnte wirklich mal damit beginnen, den Rassismus gegen ostdeutsche Mitbürger zu beenden. Dann hätte sich die ganze Geschichte wenigstens gelohnt.

  19. Zunächst einmal glaube ich, dass es ein bedeutender Unterschied zwischen Menschen vernichten und Menschen verraten besteht. Ich habe Frau Kahanes Stasi-Akte auch nicht gelesen. Dadurch fällt es mir schwer, mir hier ein Urteil zu bilden. In dem Zusammenhang beziehe ich mich auf dieses Interview. Und die Amadeu-Antonio-Stiftung ist ja durchaus anerkannt. Sicherlich ist es problematisch, wenn sich politisch vorbelastete Leute wieder politisch engagieren. Aber eine Demokratie sollte das verkraften können.

  20. Danke für den Link, er vereinfacht die ganze Sache.Rassistische Überfälle in Ostdeutschland => Ostdeutsche böseTote durch DDR-System (Beispiel: http://www.welt.de/data/2005/08/10/757825.html) => DDR-System durch Stasi am Leben gehalten => Stasi böseUnterschied: Mitgliedschaft als Ostdeutscher weder beantragt noch kündbar, im Gegensatz zu einer Stasi-Mitgliedschaft

  21. Ich verstehe deine Topikkette nicht. Versuchst du meine Argumentation zusammenzufassen oder die Frau Kahanes?

  22. Was ist nu eigentlich mit dem Rechtsextremismus im Osten? Nicht mehr berichtenswert, keine alltägliche Gewalt mehr???BTW: Das Frau Kahane bei der Stasi gearbeitet hat, ist natürlich eine sehr eigenartige Facette.

  23. Hallo Silvi, ich denke schon, dass es immmer noch Probleme mit Rechtsextremen im Osten (aber auch im Westen) gibt. Allerdings sind wir ja ein Blog und kein Nachrichtenmagazin. Dieser Beitrag stellt das Problem ja zur Diskussion und hat an Aktualität nicht sonderlich eingebüßt.Dass Frau Kahane in der Stasi war steht einem Engagement gegen den Rechtsextremismus m.E. nicht im Weg. Schließlich definierte man im Osten die Mauer ja auch als antfaschistischen Schutzwall. Den gibt es jetzt ja nicht mehr. Da gilt es für Frau Kahane sich der Infiltration der braunen Gedanken zu widersetzen.

  24. Ihre Sicht ist sehr einseitig und zeigt, dass Sie vom politischen Leben in der DDR keine wirkliche Erfahrung haben. Im Gegensatz zu den Globkes und Kiesingers und den zahllosen Nazirichtern, die in der alten BRD praktizieren und hohe Staatsämter ausüben durften, wurde in der DDR der Antifaschismus praktiziert. Abgesehen von der beschränkten Reisefreiheit konnte die überwiegende Mehrheit der Menschen viel mehr an der Gestaltung des öffentlichen und politischen Lebens teilhaben, als das jetzt der Fall ist. Auch die Menschen, die wenig hatten, waren in der Gesellschaft geachtet und fanden ihren Platz. Nein, der Neofaschismus im Osten ist eine neue Erscheinung, die erst nach der Wende akut wurde. Die meist jungendlichen Glatzen haben wohl auch kaum die DDR bewußt erlebt. Viel mehr ist wohl die Tatsache, dass ohne täglich Brot die Demokratie stirbt, die Ursache für die Rechtsradikalisierung. Wenn die Menschen Arbeit haben und Aufgaben, für die sie im normalen Alltag gesellschaftliche Anerkennung finden können, erübrigt sich der Drang, die fragwürdige Anerkennung über Gewalt und rechtes Außenseitertum zu finden. Frau Birthler irrt. Der Versuch, alles Negative dem DDR-Sozialismus anzulasten birgt zugleich die Gefahr, die wirklichen ursachen zu negieren und so der Entwicklung des Neofaschismus Vorschub zu leisten. Der neue Faschismus ist ein Kind dieser Republik und nicht einer vergangenen! W. Stahl

  25. Sehr geehrter Herr Stahl, vielen Dank für ihren Kommentar. Zitat: „Die meist jungendlichen Glatzen haben wohl auch kaum die DDR bewußt erlebt.“–Y Das habe ich auch gar nicht behauptet. MEin Problem ist, dass die Geschichte des Nationalsozialismus äußerst einseitig aufgearbeitet wurde. Das weiß ich nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch aus einer Vielzahl an Gesprächen, die ich darüber geführt habe. Man kann sich das vorstellen als einen Kochtopf mit siedenem Wasser, der Staat hat mit aller Macht den Deckel draufgepresst, doch dann flog der Deckel durch die Wiedervereinigung weg und die gesamte unterdrückte Energie konnt sich frei entladen, da es zu keiner Zeit ein Ventil, weder in Form von Parteien, noch in zivilgesellschaftlicher Form, gab, das den Druck hatte senken können. Die Probleme die durch solche eine Politik entstanden müssen nun die Migranten ausbaden, da auch die Bundesregierung noch keine Lösung für dieses Problem gefunden hat. Es ist zwar etwas offtopic, aber inwiefern, konnten DDR-Bürger bitteschön „mehr an der Gestaltung des öffentlichen und politischen Lebens teilhaben, als das jetzt der Fall ist.“? Ohne Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und eine Vielzahl an zivilgesellschaftlichen Gruppen? Für das Wissen, dass dem nicht so ist, muss man nicht 30 Jahre in der DDR gelebt haben. Es reicht, wenn man rudimentäre Kenntniss über die Ereignisse des 17. Juni 1953 hat.

  26. Werter herr Bruhn, danke für Ihre Meinungsäußerung. Leider vermittelt sie den Eindruck, dass sie vom Leben in der DDR nur das realisiert haben, was eine Minderheit betraf. Das sind die Leute, die entweder durch ihren Glauben oder durch ihre politische Anschauung sich eingeengt oder unterdrückt fühlten. Damit wir uns verstehen, ich heiße das nicht gut. Eigentlich hätte der Sozialismus eine Gesellschaftsordnung sein sollen, in der alle Menschen ihr Zuhause finden können. Aber die Mehrheit der DDR-Bürger, und das will weder die heutige Politik noch die Gesellschaftswissenschaft wahrnehmen, hatte sich durchaus mit dem Staat arrangiert. Es gab Arbeit, man hatte sein Auskommen, Schule und Kinderbetreuung waren gesichert, Frauen hatten durch die selbstverständliche Berufstätigkeit ihre Abhängigkeit von den Männern verloren, Jugendliche hatten eine gesicherte Perspektive im Beruf oder Studium. Es gab zwar kaum Bananen und kaum Auslandsreisen in den Westen, dafür mussten Eingaben (Beschwerden) an die Staatsorgane innerhalb von zwei Wochen bearbeitet werden. Einmal meckern beim Parteisekretär, und wenn das berechtigt war, dann wurde gehandelt. Im Wohnort war man einbezogen in die Gestaltung des Wohnumfeldes, war man geachtet wenn es darum ging, etwas zu leisten, was allen nütze. Wenn im Betrieb ein Vorschlag zur Verbesserung der Arbeit eingebracht wurde, erhielt man dafür in der Regel eine Geldprämie gemessen am Nutzen des Vorschlags. Fragen Sie die Durchschnitts-Ossies, so oder ähnlich werden sie das bestätigen. Probleme, die zur Wende führten, waren wohl weniger für die meisten ein Mangel an Demokratie, sondern ein Mangel an vernünftigen Konsumartikeln. Deshalb auch so schnell der Ruf nach der DM. Offiziell wird das heute so nicht gesehen, weil man damit die Wende selbst und bundesdeutsche Form der Demokratie moralisch aufwerten will.Wie hängt das nun mit dem Rechtsradikalismus zusammen? Die Träume vieler Ostdeutscher sind geplatzt. Statt in den Armen der „Brüder und Schwestern“ aufgenommen zu werden, sind sie erst einmal auf der Straße gelandet. Ein Viertel der Bevölkerung lebt von Hartz !V oder ganz ohne Einkommen von dem der Eltern oder des Ehepartners. In der Kommune macht jeder seins, die kommunalen Verwaltungen beziehen die Bürger kaum noch ein, sondern bitten sie nur noch zur Kasse. Wer in seiner Firma einen Vorschlag zur Verbesserung der Arbeit oder Arbeitsbedingungen einbringt wird mit den Worten abgespeist „Das geht Sie nichts an, dafür sind wir da“. Und in dieser Not werden dann die noch Schwächeren, die Ausländer, dafür verantwortlich gemacht, dass es einem selbst so schlecht geht. Leider sind es eine ganze Anzahl von Menschen, die die Ursachen für ihre schwierige soziale Lage nicht in der gesellschaftlichen Ordnung unseres Landes, sondern in solchen einfacher zu realisierenden Erscheinungen vermuten. Ich behaupte aber, dass das im Westen genau so geschieht, wie sich dort die sozialen Verhältnisse ändern. Die Radikalisierung ist also keine Erscheinung, die sich aus irgendwelchen alten Verhältnissen, sondern aus der jeweiligen gegenwärtigen sozialen Lage heraus entwickelt. Dazu kommt die Situation, dass die Politiker in Bund und Ländern offiziell Wasser predigen, aber heimlich Wein trinken und sich wirtschaftlich und finanziell gesund stoßen. Die Politiker dieser „demokratischen Ordnung“ werden nicht mehr als Vorbilder, sondern eher als Gauner und Betrüger betrachtet. Somit fanden die Geldgeber für die Neonazis aus dem Westen zunächst im Osten Zuspruch. Einhalt kann die Politik nur gebieten, wenn sie aufhört, die eigene Verantwortung zu negieren und Ursachen für die Lage in irgeneiner grauen Vergangenheit sucht, wenn die Menschen eine Zukunft in dieser so genannten sozialen Marktwirtschaft haben. So lange aber die Unternehmen nur dann Gewinne produzieren, wenn sie Arbeitsplätze abbauen, nützen alle Appelle der Politik nichts. Ich behaupte noch einmal: „Ohne täglich Brot ist die Demokratie bald tot“. Und so gesehen ist der Rechtsradikalismus eine Erscheinungsform dieser kapitalistischen Gesellschaft selbst. MfG W. Stahl

  27. Sehr geehrter Herr Stahl, ich bin mir sicher, dass die Beteiligungsmöglichkeiten in der Bundesrepublik bei weitem umfangreicher sind, als sie es jemals in der DDR waren. Hinzu kommt, dass sie sagen können, was sie wollen, sich engagieren können, wo sie wollen und das alles ohne Restriktion. Dass es Neonazis in der DDR nicht gegeben hat stimmt so wohl nicht, wie diese Dokumentation beweist. Auch der Artikel ist sehr lesenswert.Dass sie mit ihren Argumenten trotzdem in gewisser WEise den Nerv der Zeit treffen, beweist die momentane Gerechtigkeitsdiskussion. Inwiefern dies jedoch nur der alte Wein ist, wage ich nciht zu beurteilen, wenngleich sich dieser Vergleich aufdrängt.MfG

  28. Werter Herr Bruhn, was hält Sie eigentlich davon ab, den Rechtsextremismus und Neofaschismus (wie den faschismus überhaupt) als eine politische Erscheinngsform des Kapitalismus anzuerkennen? Man muss den Sozialismus und die DDR nicht mögen. Darum gejt es vordergründig ja auch gar nicht. Es geht um die rechteste und gewalttätigste Politik in unserem Land. Und wenn ich die bekämpfen will, muss ich die wahren Wurzeln und Hintergründe akzeptieren. Dass die Zunahme des Rechtsextremismus seine Ursache in der gegenwärtigen Politik und sozialen Lage der Menschen hat ist nicht nur ein Zeitgefühl. Dort etwas zu ändern würde vor allem den Neonazis die ideologische Basis für ihre wachsende Akzeptanz nehmen. Manchmal frage ich mich, ob die Zunahme des Rechtsextremismus nicht sogar einigen Politikern nützt. Wie sonst würden er so lange geduldet. Dieses Gewaltpotential gehört verboten. Das wäre die schnellst mögliche Reaktion neben den grundlegenden Veränderungen im sozialen System. So lange Menschen Globalisierung und Reformen immer nur als Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen erfahren, werden sie immer wieder nationalistischen und antidemokratischen Losungen auf den Leim gehen. Versuchen Sie doch bitte mal, Ihre Schlüsse nicht aus grauer Theorie, sondern aus dem praktischen Leben zu ziehen. Das könnte etwas verändern. MfG

  29. Ich bin zwar nicht direkt angesprochen worden…aber „[…] den Rechtsextremismus und Neofaschismus (wie den faschismus überhaupt) als eine politische Erscheinngsform des Kapitalismus anzuerkennen?“ erscheint mir doch eine ziemlich marxistische Deutung. Diese sollte sich doch eigentlich nach 1989 erledigt haben, oder (siehe „Das Ende der Geschichte“)? Zudem ist sie auch empirisch nicht haltbar. Die Vorzeigeländer des Kapitalismus schlechthin, die USA und GB, wurden in ihrer langen Geschichte nie ernsthaft von derartigen politischen Strömungen erfasst. Zudem widersprechen sich Faschismus, der auf korporative, staatlich erzwungene Ordnung setzt, und Kapitalismus, der individeulle Freiheit setzt, grundlegend.

  30. Auch Herrn Kuliks Meinung kann ich nicht teilen. Auch in den so genannten Vorzeigeländern des Kapitalismus gibt es nationalistische und Rechtsradikale Bewegungen. Dort erlangen sie nur nicht die öffentliche Bedeutung wie in Deutschland, weil wir eine andere Geschichte haben. Und marxistische Deutungen – warum sollten sie nach `89 erledigt sein? Wenn Sie die politischen Erscheinungsformen allein von moralischen und ideelen Werten ableiten, dann ist das nicht nur oberflächlich, sondern auch falsch. Die Geschichte der menschlichen Gesellschaft hat doch vor allem die Erfahrung gebracht, dass politische Strömungen und Veränderungen stets aus einer materiellen wirtschaftlichen Lage geschehen. Die soziale Lage großer Menschengruppen ist die Triebkraft der poltischen Veränderung. Ich will damit keinesfalls den Nazis oder Nationalisten ein Alibi geben. Aber man muss diese Ursachen anerkennen, um die politische Entwicklung in unserem Land bewusst zu steuern. Ich wiederhole deshalb noch einmal: Wachsende Armut in unserem Land und die persönlichen Erfahrungen vieler Menschen, dass Globalisierung und damit verbundene Reformen ihren sozialen Status nur verschlechtern, öffnet fremdenfeindlichen und demokratiefeindlichen Ideologien Tür und Tor. Wenn die Politik ernsthaft den Rechtsradikalismus bekämpfen will, muss sie nicht Wasser predigen und selbst Wein trinken. Nur wenn sie den Menschen eine Zukunft in diesem System bieten würde, könnte die Demokratie erstarken. So lange aber die aktuelle Wissenschaft nicht einmal den Zusammenhang von Ursache und Wirkung anerkennen will – wie sollen denn da die Politiker zu vernünftigen Erkenntnissen kommen? MfG

  31. Hallo an alle,die rechte Szene ist nicht das Problem des Ostens, es ist die Folge der UNTERSTÜTZUNG der Politik.1. Beispiel ( selbst erlebt )die Montagsdemo in Dresden, um die Demonstranten ( immerhin bis zu 8.000 ) von der Straße zu bekommen haben die Landespolitiker mit voller Absicht die NPD an die Demo angehängt. Eine von uns beantragte einstweilige Verfügung im Eilverfahren wurde mit folgenden Worten abgeschmettert:die NPD ist eine demokratisch gewählte Partei, die können mitmarschieren wo diese möchten.Es kam was kommen musste, die Teilnehmer wurden immer weniger und blieben schließlich ganz weg. Wer möchte schon gemeinsam mit den rechten demonstrieren ?Die Politiker hatten ihr Ziel erreicht.2. Beispielwenn der Bundesinnenminister Schäuble die NAZI Gesetze derzeit im Bundestag beraten lässt ist das eine unglaubliche Sauerei !Dies könnt ihr nachlesen unter: http://www.Politgauner.dedie Schaltfläche SCHÄUBLE 3. BeispielDie Wahlen in Brandenburg sind nicht legitim, denn es wurden in der Wahlbeteiligung laut Grundgesetz nicht die erforderlichen 50 % Wahlbeteiligung erreicht. Die einfallsreichen nicht legitimierten BRD Politiker haben folgenden bösartigen Trick angewendet um doch noch rot / rot in die Sessel zu hieven.die unter 50 % Wahlbeteiligung wurde auf wundersame Weise zu 100 % Stimmabgaben gewertet, dadruch kam ebenfalls die NPD auf den Achtungserfolg mit dem diese in den Landtag einziehen konnten. Hätten die nicht legitimierten kriminellen BRD Politiker diesen Trick nicht angewendet wäre die NPD nur auf 3,77 % der Stimmen gekommen und somit im Landtag gescheitert.Alles ist nachzulesen unter http://www.Politgauner.deLiebe Grüße aus Dresdengünter

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