Ordnungsmacht mit Ohnmacht. Können wir im Libanon Frieden stiften?

Die Regierung Schröder hat, das ist inzwischen unumstritten, einen großen Schritt in Richtung Normalisierung in Fragen des Einsatzes der Bundeswehr im Ausland geleistet. In ihre Regierungszeit fiel neben dem ersten Kampfeinsatz auch die Zeit des bisher größten Kontingents im Ausland (knapp 10.000 Soldaten).
Der Sprecher des konservativen Seeheimer
Kreises in der SPD, Johannes Kahrs kommt jetzt zu der Erkenntnis, dass eine Beteiligung Deutschlands zum Verlust einer glaubhaften Mittlerrolle führen werde. Aber noch viel wichtiger: Kahrs glaubt, der Einsatz würde die Bundeswehr überlasten.
Und in der Tat, es wurde Zeit, dass jemand diese Frage stellt. Derzeit sind rund 7700 Soldaten der Bundeswehr im Ausland im Einsatz. Die größten Kontingente verteilen sich dabei auf Afghanistan und den Kosovo. Ein Abzug aus diesen Regionen kann man ausschließen. Für Afghanistan darf durchaus noch mit Verstärkung gerechnet werden. Weitere umfangreiche Truppenkontingente stehen im Kongo und in Bosnien-Herzegowina. Die Truppen in Afrika sind gerade angekommen und die eigentlichen Spannungen dürften dort erst dann auftreten, wenn das Wahlergebnis bekannt gegeben wird. Die EU-Mission in Bosnien bedarf ebenso weiterhin deutscher Unterstützung. Verkleinert wurde die Truppe schon, aber ein  Abzug kommt derzeit nicht in Frage.
Natürlich stehen der Bundeswehr 250.000 Soldatinnen und Soldaten zur Verfügung. Aber angesichts der Aufage der Landesverteidigung, der Ausbildung und des Transportaufwandes ist bei 8000 bis 9000 Mann Schluss mit lustig. Daneben ist der zwangsweise  Einsatz von Wehrpflichtigen der deutschen Bevölkerung wohl nicht zu verkaufen. Da hätten die Feldjäger aber einiges zu tun. Außerdem will kein soldat auf ewig im ausland bleiben. Muss als o auch noch jemand in der Heimat für den Austausch bereit stehen.
Wenn also die Politik jetzt nach einem Einsatz deutscher Soldaten im Libanon ruft, soll sie die Bundeswehr auch entsprechend ausstatten. So würde die Ordnungsmacht Deutschland ohnmächtig in einen Konflikt hineingezogen, dem sie weder personell noch materiell gewachsen wäre. Peinlich ist, dass ausgerechnet der Ressort-MinisterJung das anders zu sehen scheint.

2 Meinungen

  1. Einmal abgesehen von den aufgeworfenen Problemen stehen wir vor noch ganz anderen Fragestellungen bei diesem Thema:Die Auslandeinsätze der BW sind nur noch deshalb zu realisieren, weil sich ein enormes Kontingent an Reservisten abquählt, den Ersatz für die aktiven Kameraden zu liefern, bzw. selbst gleich in die Einsatzgebiete geht.Für diese Aufbgaben stehen den Soldaten vor Ort aber meist unzureichende Mittel und uralter Gerätemüll zur Verfügung. Obendrein werden die Bezüge kurz gehalten, denn es sind ja nur noch „friedliche“ Zonen, wo Deutsche Soldaten eingesetzt werden. ich könnte kotzen wenn ich sowas höre… Warum tragen die Kameraden denn dann Waffen und Körperpanzer????-Weil es schlank macht und nach Rambo aussieht???Außerdem bin ich es leid immer wieder hinter den Amis aufzuräumen und dafür auch noch den Kopf hinhalten zu müssen. Immer unter dem Damoklesschwert das wie als ex-Nazi eine besondere Verpflichtung haben.Ich bin kein ex-Nazi, war es nie und werde es nie sein.Also bin auch auch nicht in einer historischen Verantwortung. Ich bin deutscher Staatsbürger und das muss langen.Wenn unsere Politiker sich da engagieren wollen, sollen ie selbst hingehen oder Ihre Söhne und Töchter schicken.Nicht die anderer Leute.

  2. Die zunehmende Überalterung des militärischen Geräts stellt in der Tat ein Problem dar. Gleichzeitig aber ist genau diese Überalterung auch Ursache für das „hinter den Amis aufräumen“. Denn an eine echte Kooperation ist für viel Truppenteile schon lange nicht mehr zu denken, da die Mehrzahl der Geräte nicht mehr kompatibel mit denen von Truppen anderer Staaten sind. Bleibt uns irgendwann der Status eines Pakistans oder Indiens als Truppenlieferant.

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