Leading Ladys und das leidige Thema Frisuren

Wie gefällt Ihnen die Frisur von Edmund Stoiber, Guido Westerwelle, Kurt Beck oder Franz Müntefering? Das spielt doch keine Rolle, werden Sie jetzt womöglich sagen. Das mag bei prominenten Männern so sein, bei Frauen in exponierten Positionen ist das ganz anders. Sie werden beäugt, gemustert und öffentlich gerügt oder gelobt. Erinnern wir uns an den medialen Aufschrei in Zusammenhang mit den optischen Veränderungen von Angela Merkel auf ihrem Weg ins Bundeskanzleramt. Das Wahlvolk zeigte sich interessiert bis begeistert. Und als unsere Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen mit einer neuen Frisur überraschte, schien das, was sich auf ihrem Kopf abspielte, interessanter zu sein als das, was in ihrem hübschen Köpfchen vor sich ging. Und wen hat es heute erwischt? Die Generalbundesanwältin Ursula Harms. F.A.Z. Net beschäftigt sich heute mit der markanten Außenrolle der brillanten Juristin und übt Stilkritik.

Wir leben in einer freien Gesellschaft und jeder darf sich zu allen Dingen äußern. Das möge auch so bleiben. Ich gebe jedoch zu, dass mich solche Beiträge immer etwas ärgern. Vor allem dann, wenn an Frauen herumgemäkelt wird: Zu stylisch – zu altbacken, zu dick – zu dünn, zu groß – zu klein. Als Frau kann man es im Prinzip gar nicht richtig machen. Früher oder später meldet sich immer jemand, der sich äußert. Merke: Wer zu allem seinen Senf dazu gibt, ist selber ein Würstchen!

Ich bin immer am Rande eines Amoklaufs, wenn ich beispielsweise von Frauen, die wie ihre eigene Putzfrau aussehen, Styling-Ratschläge bekomme. Noch besser sind diese Komplimente mit eingebautem Giftpfeil: „Ach, das steht Ihnen aber gut. Sieht viel besser aus als das, was Sie gestern getragen haben!“

Persönlich würde ich nie und nimmer Beauty-Ratschläge erteilen. Schon gar nicht ungefragt. Ich finde das schlichtweg respektlos. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Menschen so aussehen, wie sie aussehen möchten. Und Menschen in der Lebensmitte haben in der Regel ihren persönlichen Stil gefunden: Ob nun Nadelstreifen, Rüschen, Außenrolle oder Pagenkopf. Ich kann doch nicht meinen persönlichen Geschmack als Maßstab für den Look anderer nehmen, oder? Eine ästhetisch motivierte Talibanisierung? Nein! Natürlich gibt es gewisse Dresscodes, doch Frisuren sollten dem persönlichen Geschmack überlassen bleiben.

Sollten Sie mich jemals persönlich kennenlernen, dann meiden Sie bitte Ratschläge, Stylingempfehlungen oder Frisurentipps. Ich mag mich so, wie ich bin! Wenn ich einen Rat brauche, dann lasse ich es Sie wissen – ganz bestimmt, denn schüchtern bin ich in diesem Punkt wirklich nicht. Danke für Ihr Verständnis!

2 Meinungen

  1. Die Frisur sollte man jedem selbst überlassen.Wichtig finde ich eine Frisur zum Typ passend.Was hilft mir eine topmodische Frisur, die mir überhaupt nicht steht.

  2. Sandra Böttcher

    Zitat: „Persönlich würde ich nie und nimmer Beauty-Ratschläge erteilen. Schon gar nicht ungefragt. Ich finde das schlichtweg respektlos.“

    Recht so,- sollten sich einige eine Scheibe von abschneiden. Mehr Toleranz schadet unserer Gesellschaft ganz sicher nicht. 😉

    LG

    Sandra Böttcher

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